BVB-Trainer Klopp steht vor einer Herkulesaufgabe

Vor Gladbach-Spiel

Vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach steht bei Borussia Dortmund alles im Zeichen einer vorzeitigen Meisterentscheidung. Und Trainer Jürgen Klopp bleibt die mögliche Frage, wie man ein Team vor dem Anpfiff motiviert, das den Meistertitel soeben gewonnen hat.

DORTMUND

von Von Dirk Krampe

, 20.04.2012, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Möchte sich noch nicht als Meister feiern lassen: Jürgen Klopp

Möchte sich noch nicht als Meister feiern lassen: Jürgen Klopp

Dortmunds Trainer steht vor einer Herkulesaufgabe. „In der ganzen Woche“, meinte er am Donnerstag, „kommen Leute, die mir erklären, dass die Entscheidung ja gefallen sei. De Facto ist sie das aber noch nicht.“ Wie groß die Gefahr ist, dass auch seine Mannschaft angesichts der Tabellenkonstellation in ihrer Konzentration nachlässt, mochte Klopp nicht groß thematisieren. Dazu reichte ihm ein Satz: „Wenn ich spüre, dass einer die notwendige Spannkraft nicht hat, dann wird er nicht spielen.“ Es ist eine skurrile Situation. Und eine äußert unglückliche, wie Klopp findet. Dass der BVB am Samstag um 17.20 Uhr, kurz nach dem Eintreffen am Stadion, als Deutscher Meister feststehen könnte, ohne überhaupt gegen den Ball getreten zu haben, könnte eine der kuriosesten Storys in der Geschichte der Bundesliga werden. Einerseits könnte niemand der Mannschaft des BVB diesen Erfolg und eine spontane Freude darüber neiden, er ist hoch verdient. Auf der anderen Seite verlangt es die sportliche Fairness, dass sich der BVB ab 18.30 Uhr den Gladbachern als ordentlicher Gegner präsentiert. Es geht auch darum, dem Vorwurf einer möglichen Wettbewerbsverzerrung vorzubeugen.

Denn besonders in Schalke werden sie ganz genau nach Dortmund schauen, nachdem die Königsblauen Borussia Mönchengladbach wieder im Nacken spüren. Wenn man sich an die Emotionen im Moment des Titelgewinns vor einem Jahr zurückerinnert, könnte das Kloppsche Credo („Wir müssen das mit Professionalität und Konsequenz zu Ende bringen“) in diesem Fall seine Mannschaft vor eine kaum zu bewältigende Herausforderung zu stellen. Man hätte der unglücklichen Konstellation aus dem Wege gehen können. Nichts, meinte Klopp, wäre ihm lieber gewesen, als wenn die Deutsche Fußball-Liga am vergangenen Sonntag angesichts der neuen Tabellen-Konstellation die Partie des BVB auf 15.30 Uhr, und damit parallel zum Spiel Bremen gegen München, vorverlegt hätte. „Damit wären wir allem aus dem Weg gegangen.“ So viel Flexibilität aber war in der Kürze der Zeit offenbar nicht umsetzbar. Vor der offiziellen Spieltags-Pressekonferenz stellte der BVB mit der Oddset Deutschland Sportwetten GmbH einen neuen Champions Partner vor. Auch für den neuen Sponsor ist die Sache klar. Er hätte, erklärte Erwin Horak, der Aufsichtsratsvorsitzende, gerne eine anständige Quote für die Wette, ob der BVB seinen Titel verteidigt, mitgebracht. „Das ist aber nicht mehr möglich. Sie beträgt nur 1:1.“ 

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