BVB-Trainer Klopp zieht Lehren aus dem 2:3

Das Interview

So richtig war Jürgen Klopp auch am Sonntag Morgen vor dem Training des BVB nicht mit sich im Reinen. Die Niederlage in Hamburg wurmte Borussia Dortmunds Trainer mächtig.

DORTMUND

von Von Dirk Krampe

, 24.09.2012, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jürgen Klopp gefiel nicht, was er am Samstag in Hamburg von seiner Elf sah.

Jürgen Klopp gefiel nicht, was er am Samstag in Hamburg von seiner Elf sah.

Wir haben keinen guten Einstieg gefunden, dann durch den schlechten Einstieg einen verkrampften Mittelteil gespielt. Dazu haben wir zwar nicht viele Chancen zugelassen, aber immerhin solche, die der HSV nutzen konnte, weil wir als Block nicht gut verteidigt haben.

Uns ist bewusst, dass wir einen relativ großen Anteil an dieser Niederlage haben. Wir müssen uns den Vorwurf machen, die falschen Maßnahmen ergriffen zu haben, allerdings wäre es bescheuert, innerhalb von drei Tagen zu vergessen, was die Jungs in den Wochen zuvor geleistet haben.

Die Anfangsphase hat das ganze Spiel beeinflusst, nach 1:0 waren wir mit vielen Leuten im Zentrum, haben da dann auch noch die Bälle hineingespielt und die freien Flügel nicht gesehen. Das hat dem HSV das Abwehrspiel zumindest nicht erschwert.

Beides ist scheiße. Dass man vorne mal nicht trifft oder Pech hat, passiert im Fußball. Weniger Chancen zuzulassen ist dann schon eher das, was man aktiv beeinflussen kann. Eigentlich waren es ja nur vier Chancen, und dann drei Gegentore, das klingt dann doch schlimmer, wenn ich ehrlich bin. Wir verteidigen normalerweise gut, Samstag haben wir es nicht getan und dafür einen mitgekriegt.

Wir bereiten uns auf eine ganze Saison vor. Unsere eigentliche Leistungsfähigkeit wird immer erst im Laufe der Saison zum Vorschein kommen. Andere gehen das etwas anders ran. Nichtsdestotrotz sind wir in einer richtig guten Verfassung, läuferisch top drauf. Wir sind innerhalb von drei Tagen zwei Mal mehr als 120 Kilometer gelaufen. Mit dieser Truppe ist alles in Ordnung. Grundsätzlich habe ich noch nie eine Mannschaft trainiert, die ihre beste Phase in den ersten fünf Spielen hatte.

Wir haben in der 1. Halbzeit grundsätzlich das Problem gehabt, nach dem Rückstand zu zentriert gespielt zu haben. Mario, Marco und Ivan haben sich nicht den Raum gelassen, den sie brauchen für ihr Spiel. Es war ein Trugschluss am Anfang, wir könnten hier Fußball spielen. Dann haben wir gemerkt, dass das nicht geht. Hamburg hat sehr körperlich gespielt. Nach dem Rückstand wollten wir sofort die Korrektur. Nicht innerhalb der nächsten 88 Minuten, sondern sofort. Und das führt zu Verkrampfung.

Wenn es so leicht wäre, als Aufsteiger vier Mal in Serie zu gewinnen, wäre es sicher schon einigen anderen gelungen. Sie sind sehr selbstbewusst und spielen tollen Fußball. Frankfurt ist das Paradebeispiel, wie das aussehen kann, wenn man absteigt und glaubt, das ist das Schlimmste, was auf dieser Welt passieren kann. Und dann kommen sie ein Jahr später runderneuert zurück, spielen einen ganz anderen Fußball, alles ist wieder gut. Das lässt den ein oder anderen Abstieg auch in ganz anderem Licht erscheinen. Frankfurt ist wieder da, die machen das richtig gut.  

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