BVB-Coach Marco Rose wurde im Topspiel gegen Bayern auf die Tribüne geschickt. © picture alliance/dpa
Borussia Dortmund

BVB-Trainer Marco Rose gegen Bochum gesperrt: Kontakt zum Team verboten

Für Borussia Dortmund steht nach elf langen Jahren endlich wieder ein Bundesliga-Duell mit dem VfL Bochum an - allerdings ohne Marco Rose. Es gelten strickte Regeln.

Die Wut musste einfach raus. BVB-Trainer Marco Rose ließ sich nicht mehr bändigen und schimpfte lautstark über den aus seiner Sicht unberechtigten Elfmeter, der den Bayern gerade den Treffer zum 3:2 im Ligagipfel gegen seinen BVB beschert hatte. Schiedsrichter Felix Zwayer zückte die Gelb-Rote Karte und schickte Rose kurz vor Spielende auf die Tribüne. Die Gelbe Karte hatte Dortmunds Chefcoach zuvor kassiert, als er sich über ein nicht geahndetes Foul an BVB-Kapitän Marco Reus echauffiert hatte. „Ich habe relativ emotional darauf hingewiesen, dass er in mehreren Situationen nicht richtig lag. Und dann bekommt man am Ende Gelb-Rot. Das ist doof“, gestand Rose.

BVB-Trainer Rose darf gegen Bochum keinen Kontakt zum Team haben

Doof ist ebenso, dass Rose sich damit eine Sperre für eine Partie einhandelte. Denn der DFB verfährt mit Gelb-Roten Karten für Trainer genau wie für Spieler. Jetzt am Samstag im Derby beim Aufsteiger VfL Bochum darf Rose also sein Team nicht coachen.

Das Reglement des DFB besagt, dass ein gesperrter Trainer ab 30 Minuten vor dem Anpfiff keinen Kontakt mehr zu seiner Mannschaft haben darf. Rose darf sich weder in der Teamkabine noch im Spielertunnel oder im Stadion-Innenraum aufhalten. Er wird auf der Tribüne oder in einer Loge des VfL-Stadions das Spiel verfolgen. Ein „unmittelbarer oder mittelbarer Kontakt“ ist ihm dabei laut DFB untersagt. Heißt also: Kein Handykontakt oder Zettel-Transport hinunter zur Bank, ansonsten drohen neue Sanktionen. Auch in der Halbzeitpause muss Rose seinen Spielern fernbleiben, erst 30 Minuten nach dem Abpfiff endet der Bann.

Alexander Zickler und Rene Maric vertreten BVB-Trainer Rose gegen Bochum

Vertreten werden den Chef gegen Bochum an der Seitenlinie seine Assistenten Alexander Zickler und Rene Maric – und die haben schon ihre Erfahrungen mit genau einer solchen Situation gemacht: In der 2. Runde des DFB-Pokals 2019 trat Borussia Mönchengladbach beim BVB an.

Marco Rose, damals noch Gladbachs Trainer, sah wegen Meckerns in der Nachspielzeit im Signal Iduna Park Rot – als erster Coach im DFB-Pokal überhaupt. Rose musste auf die Tribüne, der BVB gewann mit 2:1. Weil der Platzverweis eine Sperre für das nächste Pokalspiel nach sich zog, mussten Roses Assistenten Zickler und Maric in der ersten Runde der neuen Pokalsaison an der Seitenlinie anstelle ihres Chefs ran – gegen Regionalligist Oberneuland gab es ein 8:0.

Beim BVB sieht man die Rose-Sperre gegen Bochum gelassen

Die Verantwortlichen des BVB gehen gelassen mit der Derby-Sperre Roses um. „Natürlich hätten wir Marco gern am Samstag auf der Bank. Aber wir wissen, dass wir eingespielte Co-Trainer haben und vertrauen ihnen zu 100 Prozent“, erklärte Borussias Sportdirektor Michael Zorc. „Für uns beim BVB ist es ja nicht das erste Mal, dass wir auf den Trainer verzichten müssen.“ In der Tat.

Auch Jürgen Klopp kassierte wegen eines Wutausbruchs einst eine Sperre, sogar für gleich zwei Spiele. Im Champions-League-Spiel des BVB vor acht Jahren beim SSC Neapel, das mit 1:2 verloren ging, hatte er sich beim Schiedsrichtergespann vehement darüber beschwert, dass Neven Subotic nach einer medizinischen Behandlung nicht sofort zurück aufs Spielfeld durfte. Klopp musste auf die Tribüne, die Disziplinarkommission Uefa schloss ihn zur Strafe von den Königsklassen-Partien seiner Borussia gegen Olympique Marseille und den FC Arsenal aus. Assistent Zeljko Buvac übernahm das Ruder an der Seitenlinie und holte zwei Siege: 3:0 gegen Marseille und 2:1 in Arsenal.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Sascha Klaverkamp, Jahrgang 1975, lebt im und liebt das Münsterland. Der Familienvater beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit der Sportberichterstattung. Einer seiner journalistischen Schwerpunkte ist Borussia Dortmund.
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Sascha Klaverkamp

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