BVB-Trainingslager: Favre zieht positives Fazit, die Jungen überzeugen

rnBorussia Dortmund

Der BVB reist mit vielen positiven Eindrücken zurück aus dem Trainingslager. Trainer Lucien Favre bastelt am System, die jungen Spieler hinterlassen bleibenden Eindruck. Ein Überblick.

Dortmund/Bad Ragaz

, 18.08.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als der schwarzgelbe Tross am Montagmittag vom kleinen Flughafen Altenrhein in Richtung Dortmund abhob, hatte die Schufterei fürs Erste ein Ende. Die BVB-Profis dürfen nach acht intensiven Trainingslager-Tagen für einen kurzen Moment die Beine hochlegen. Erst am Mittwoch bittet Trainer Lucien Favre seine Spieler wieder auf den Trainingsplatz.

BVB hat kaum Verletzte im Trainingslager zu beklagen

Es wartet freilich noch viel Arbeit auf den BVB bis zum Pflichtspiel-Auftakt im DFB-Pokal gegen den MSV Duisburg am 14. September (20.45 Uhr/live im Free-TV), aber die Eindrücke, die Borussia Dortmund aus dem Schweizerischen Bad Ragaz mit zurück ins Ruhrgebiet nimmt, sind fast ausschließlich positiv. Bis auf BVB-Verteidiger Dan-Axel Zagadou, der über Knieprobleme klagt, und bei dem weitere Untersuchungen in Deutschland Klarheit über die Schwere der Verletzung bringen sollen, hat sich kein Spieler verletzt. Mats Hummels hat seine Sprunggelenksprobleme überwunden und steht unmittelbar vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining, Teile des Teamtrainings absolvierte er bereits in der Schweiz.

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BVB-Talk: Viel Lob für Moukoko - Reinier im Anflug

Der Abwehrchef, der nach Lukasz Piszczeks Rücktritt vom Amt des Vizekapitäns der Topfavorit auf Marco Reus‘ Stellvertretung ist, wird zeitnah dabei helfen können, ein Hauptanliegen des Trainers zu verfolgen. Der BVB will und muss in Zukunft weniger Gegentore kassieren, um den Traum von der neunten Meisterschaft der Vereinsgeschichte wahr werden lassen zu können. 44 Gegentore musste der BVB in Favres erstem Jahr in Dortmund in der Liga hinnehmen, im zweiten Jahr waren es 41.

Favre will Anzahl der BVB-Gegentore drücken

„Es wäre wichtig“, sagt Favre, „wenn wir die Zahl der Gegentore auf 26 bis 28 drücken könnten.“ Er habe eine sehr offensivorientierte Mannschaft, „aber wir müssen auch im Kopf haben, dass wir oft besser verteidigen müssen“. Manchmal lasse sich die Mannschaft in der Defensive zu leicht vom Gegner überraschen, „das kostet uns unnötige Tore“.

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Die Testspiele des Trainingslagers geben nur wenig Aufschluss darüber, wie groß die Fortschritte im Dortmunder Defensivverhalten schon sind. Weder beim 6:0-Erfolg gegen den SCR Altach noch beim 11:2-Sieg gegen Austria Wien wurde die BVB-Abwehr entscheidend gefordert. Favre ließ jeweils mit Viererkette verteidigen und spielt zumindest mit dem Gedanken einer Systemumstellung. „Ich spiele lieber mit Viererkette, viele große Mannschaften spielen damit“, sagt der 62-jährige Schweizer. „Wir werden sehen, ob es möglich ist, damit zu spielen. Wir haben in der Vorsaison das System gewechselt, weil wir ein paar Probleme hatten. Es ist einfacher, von der Vierer- zur Fünferkette zu wechseln. Aber wir werden sehen, es ist nicht gesagt, dass wir umstellen.“

BVB-Offensive kann viel Spielwitz und Torgefährlichkeit entwickeln

Im Spiel nach vorne war gut zu erkennen, wie viel Spielwitz und Torgefährlichkeit die BVB-Offensive, die bald noch mit Reinier verstärkt werden soll, entwickeln kann, wenn der Gegner sie lässt. Wenn er auf den Angriff blicke, erklärt Favre, habe er ein wenig den Eindruck, er sei „in der Schule“. Der erst 15-jährige Youssoufa Moukoko hinterließ in den Trainingseinheiten einen vielversprechenden Eindruck, der 17-jährige Giovanni Reyna glänzte mit drei Toren in zwei Testspielen – und der ebenfalls erst 17 Jahre alte Neuzugang Jude Bellingham brauchte nicht lange, um jedem BVB-Fan eine ziemlich genaue Vorstellung davon zu vermitteln, warum die Dortmunder Chefetage in diesem Sommer 23 Millionen Euro für den englischen Teenager in die Hand genommen hat. Insgesamt waren elf der 31 Profis, die den BVB ins Trainingslager begleiteten, jünger als 21 Jahre. Es gibt schlechtere Zukunftsaussichten.

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