BVB-Trio will auch im DFB-Trikot Akzente setzen - einem Borussen gelingt das auf Anhieb

rnDeutsche Nationalmannschaft

Die deutsche Nationalmannschaft hält ein öffentliches Training ab und 20.000 Fans schauen zu. Drei (künftige) Dortmunder wollen auch im DFB-Trikot Akzente setzen - ein Borusse trifft im Test doppelt.

Aachen

, 05.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Den größten Applaus bekommt Marco Reus. Borussia Dortmunds Kapitän hat während eines Kurzurlaubs in der Sonne die knapp verpasste Meisterschaft abgehakt, jetzt scheint er schon wieder vor Tatendrang zu sprühen. Auch wenn er die Herausforderung, den Motor nach einer langen Saison jetzt noch einmal hochfahren zu müssen, nicht leugnen will.

Marco Reus sorgt mit Doppelpack für Sieg

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Reus führt das „Team Grün“ im internen Testspiel am Aachener Tivoli bei auch für Fans komplett geöffneten Türen mit zwei Toren zu einem 2:1-Sieg gegen „Team Weiß“. Da spielen zwei der Sommer-Neuzugänge der Borussia, Julian Brandt und Nico Schulz.

BVB-Trio will auch im DFB-Trikot Akzente setzen - einem Borussen gelingt das auf Anhieb

Marco Reus erzielt im internen Testspiel das 1:0 gegen Manuel Neuer. © imago

Zwei Tage vor dem Abflug nach Weißrussland versucht der Deutsche Fußball-Bund in Aachen sein durch eine verkorkste Weltmeisterschaft und eine missglückte Außendarstellung ramponiertes Image aufzupolieren. „Die Mannschaft“ hat sich zu einem wenig greifbaren Kunstprodukt entwickelt, mit spürbar sinkenden Zustimmungswerten. „DFB hautnah“, so das Motto dieses Tages, soll dem entgegenwirken. Spieler zum Anfassen, die geduldig Autogramme schreiben und für Selfies zur Verfügung stehen. Es ist ein erster Schritt.

Tickets kostenlos an die Fans vergeben

Das schmucke Stadion der mittlerweile in der vierten Liga heimischen Alemannia aus Aachen bietet die relative Nähe zum Trainingsquartier in Venlo, wo sich der DFB auf die beiden EM-Qualifikationsspiele am Samstag in Weißrussland und am Dienstag in Mainz gegen Lettland vorbereitet. Die 30.000 Zuschauer fassende, hochmoderne Arena ist offiziell ausverkauft, die Tickets wurden kostenlos an die Fans abgegeben. Das schöne Wetter kostet einige Anhänger, am Ende sind es 20.500, die der lockeren Einheit zuschauen.

BVB-Trio will auch im DFB-Trikot Akzente setzen - einem Borussen gelingt das auf Anhieb

BVB-Kapitän Marco Reus und der DFB gaben sich beim Training in Aachen Fan-nah. © imago

Die gut 60-minütige Einheit ist mehr als nur ein Showtraining. Denn die Zeit ist knapp. Die meisten Spieler haben am 18. Mai die Saison beendet, „die Spieler sind nicht in dem Rhythmus wie mitten in der Saison“, weiß auch Aushilfs-Bundestrainer Marcus Sorg, der den erkrankten Joachim Löw während der kompletten Woche vertreten wird und während des Abschlussspiels über zwei Mal 20 Minuten wortreich mitten auf dem Spielfeld steht und permanent korrigiert und dirigiert. Es gilt, in kürzester Zeit wieder auf Betriebstemperatur zu kommen. „Wir sind Profis genug, um das hinzubekommen“, sagt Neu-Borusse Schulz.

Schulz: „Nicht da, um auf der Bank zu sitzen“

Seit den Blitz-Verpflichtungen von Brandt und Schulz direkt nach Saisonende ist auch der BVB endlich wieder einmal mit größerer Personenstärke beim DFB vertreten. Schulz hat sich im DFB-Team mit starken Leistungen links in der Kette festgespielt und zeigt während der Spielform seine großen Stärken: präzise Flanken und schnelle Vorstöße über die Außenbahn. Der Mann hat Selbstvertrauen: „Immer“ wolle er spielen, sagt Schulz nach dem Duschen. „Ich bin nicht da, um auf der Bank zu sitzen.“

BVB-Trio will auch im DFB-Trikot Akzente setzen - einem Borussen gelingt das auf Anhieb

Nico Schulz zeigt sich am Rande des DFB-Trainings selbstbewusst: „Ich bin nicht da, um auf der Bank zu sitzen.“ © imago

Das gilt wohl nicht nur für die Nationalmannschaft, sondern auch für seinen neue Herausforderung in Dortmund. Beim DFB hat sich das künftige BVB-Trio schon ausgetauscht, bestätigt Schulz. „Wir sind ja 24 Stunden zusammen. Natürlich haben wir auch über Dortmund geredet.“ Was, bleibt intern. Doch Schulz ist die Vorfreude anzumerken.

Brandt stiftet permanent Unruhe

Noch auffälliger, wenn auch ohne Glück im Abschluss, mischt Julian Brandt mit. Borussia Dortmund darf sich auf einen Spieler freuen, der sich offensiv kaum festlegen lässt auf nur eine Position. Brandt spielt rechts in dieser Testpartie, aber er ist unglaublich viel unterwegs, stiftet durch seinen großen Aktionsradius permanent Unruhe.

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Julian Brandt droht am Samstag gegen Weißrussland die Ersatzbank. © imago

Die große Auswahl an Top-Spielern bedeutet für ihn zumindest für die Partie am Samstag aber wohl ein Platz auf der Bank. Außen offensiv favorisieren Sorg und Löw die Kombination Leroy Sané und Serge Gnabry, die Mitte ist für Reus reserviert. Sorg muss in enger Absprache mit Löw weitere Puzzleteile zusammenfügen. Ilkay Gündogan dürfte den verletzt fehlenden Toni Kroos ersetzen und mit Joshua Kimmich die Doppel-Sechs bilden, Matthias Ginter in der Innenverteidigung für Antonio Rüdiger verteidigen.

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