Die entscheidende BVB-Szene: Berkan Taz (r.) vergibt per Elfmeter die Chance zum 3:3. © imago / regios24
Borussia Dortmund II

BVB-U23 erlebt wilde Partie in Braunschweig – Taz ist der tragische Held

Die BVB-U23 erlebt bei Eintracht Braunschweig einen turbulenten Nachmittag und kassiert eine bittere 2:4-Niederlage. Berkan Taz ist der tragische Held des Nachmittags.

Gleich zweifach fiel dieser Satz. Es sei „sehr, sehr schade“, bemerkte U23-Trainer Enrico Maaßen mit Nachdruck nach dem 2:4 (1:2) bei Eintracht Braunschweig. Es war die vierte Niederlage in dieser Saison, die in dieser turbulenten Partie für die Dortmunder gut vermeidbar gewesen wäre.

Jeder Torschuss ein Treffer, so begann schon die erste Hälfte im Eintracht-Stadion. Und die Dortmunder leisteten Unterstützung. Niklas Dams, für gewöhnlich sicherer Abwehrchef mit dem richtigen Gefühl für Zeit und Raum, ließ sich – unter Druck – zu einer unkontrollierten Eröffnung in die Füße des Braunschweigers Jomaine Consbruch hinreißen. Bryan Henning traf abgefälscht zur Führung (11.).

Ein Gegentor, das das physisch extrem stabile Maaßen-Team wenig später egalisierte. Immanuel Pherai, fein freigespielt von Berkan Taz, bedachte den sprintenden Richmond Tachie mit einem Pass in die Tiefe – der wiederum sah den diagonal in den Strafraum gestarteten Ole Pohlmann. Schon stand es 1:1 (13.). Das Problem: Diese sehr überzeugende Reaktion machte sich der BVB wieder kaputt. Wieder feierte die Eintracht.

BVB-U23 fehlte der Druck beim zweiten Gegentreffer

Diesmal fehlte es an Zugriff, an Druck auf die ballführenden Braunschweiger: Enrique Pena Zauner, von 2017 bis 2019 im BVB-Nachwuchs aktiv, bediente Henning. Der hatte sich noch einen halben Meter von Bewacher Lennard Maloney abgesetzt und schob ein zur erneuten Führung (15.). Anschließend war die Borussia bedacht, sich gegen die gut gestaffelte Eintracht in die gefährlichen Zonen zu kombinieren. Mit immerhin passablem Erfolg.

Ole Pohlmann (M.) erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich für die BVB-U23. © imago / regios24 © imago / regios24

Pohlmann, für den bei den Profis weilenden Ansgar Knauff auf der linken Flanke aufgeboten, kam zu zwei weiteren Großchancen. Einmal stoppte seinen Abschluss die Latte (31.), einmal war es Braunschweigs Torhüter Jasmin Fejzic, der sich per Flugparade auszeichnete (36.). So ging die U23 mit einem knappen Rückstand in die Kabine. Qualitativ schlechter aber fiel ihr Auftritt nicht aus.

BVB-Torhüter Unbehaun gewinnt wichtiges Eins-gegen-Eins-Duell

Sie schien sich sogar recht nah am Ausgleich zu bewegen, Tobias Raschl scheiterte denn auch unmittelbar nach Wiederanpfiff an Fejzic. Auf der BVB-Bank rauften sie sich die Haare – und bekamen wenig später noch miesere Laune. Erst rettete Torwart Luca Unbehaun gegen Pena Zauner im Eins-gegen-Eins-Duell, Lion Lauterbach vergab den Nachschuss (59.). In Minute 62 aber war es dann doch Pena Zauner, der gegen die weit aufgerückte Borussia traf.

Ex-Borusse Enrique Pena Zauner (l.) erzielt den Treffer zum 3:1. © imago / regios24 © imago / regios24

Allein: Wer gedacht hatte, das sei es nun endgültig gewesen, unterschätzte die Nehmerqualitäten der Borussia. Als Maloney mit dem schwachen rechten Fuß sehenswert zum Anschluss traf (74.), bekam dieses Spiel eine weitere Wendung. Die Siegesgewissheit wich ein wenig aus dem Stadion, das mit 9.000 Fans üppig besetzt war. Und die Borussia bäumte sich ein letztes Mal auf, besaß noch zwei große Ausgleichsgelegenheiten.

BVB-Offensivspieler Taz vergibt die große Chance zum Ausgleich

Der an diesem Tag äußerst agile Pohlmann traf den Ball nicht richtig (76.) – und Taz vergab die ultimative Chance. Nach einem Handspiel von Danilo Wiebe gab es Elfmeter – Fejzic hielt (88.). Und Taz lag am Boden. Anders Martin Kobylanski, der einen Konter zum 4:2 vollendete und das Braunschweiger Publikum in Feierlaune versetzte (90.+1). In den entscheidenden Szenen behielt der deutlich erfahrenere Gastgeber die Oberhand.

Die BVB-U23 kassierte in Braunschweig ihre vierte Saison-Niederlage. © imago / Hübner © imago / Hübner

Enrico Maaßen resümierte, ein „gutes Spiel gesehen“ zu haben, „in vielen Phasen waren wir sogar die überlegene Mannschaft, haben uns viele Tormöglichkeiten erspielt“. Die Gegentreffer eins, zwei und vier, als der unglückliche Dams angeschlagen fehlte, hätten in dieser Form indes nicht passieren dürfen, rüffelte Dortmunds Trainer. „Da sieht man, dass wir noch ein bisschen was lernen müssen.“

BVB II: Unbehaun – Papadopoulos (70. Bah-Traore), Dams (90. Thaqi), Maloney – Viet, Raschl (70. Tattermusch), Pfanne, Pohlmann – Pherai – Taz, Tachie (70. Bornemann)


Tore: 1:0 Henning (11.), 1:1 Pohlmann (13.), 2:1 Henning (15.), 3:1 Zauner (62.), 3:2 Maloney (74.), 4:2 Kobylanski (90.+1)


Bes. Vorkommnis:
Taz scheitert mit Handelfmeter an Fejzic (88.).

Über den Autor
Volontär
Schreibt seit 2015. Arbeitet seit 2018 für die Ruhr Nachrichten und ist da vor allem in der Sportredaktion und rund um den BVB unterwegs.
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Leon Elspaß