Youssoufa Moukoko (M.) lief am Samstag erstmals für die BVB-U23 auf. © imago / Kirchner-Media
Borussia Dortmund

BVB-U23: Moukoko auf dem Weg der kleinen Schritte – Maloney rettet einen Punkt

Der Aufwärtstrend der BVB-U23 setzt sich fort. Beim 0:0 gegen Kaiserslautern überwiegen die positiven Aspekte. Youssoufa Moukoko sammelt wichtige Spielpraxis, Lennard Maloney gelingt die Aktion des Tages.

97 Minuten Pflichtspielpraxis hat Youssoufa Moukoko in der bisherigen Saison gesammelt. Sie verteilen sich auf sechs Bundesliga-Partien. Erst vorwiegend als Teilzeitarbeiter, dann durch eine Muskelverletzung gestoppt und schließlich durch eine Augenentzündung ausgebremst – das Sturmjuwel des BVB kam bislang auf einen überschaubaren Rahmen, um sich zu präsentieren. Sein Zeitkonto hat der 17-Jährige nun am Samstag deutlich aufgebessert. „Mouki“ kam beim 0:0 zwischen der U23 des BVB und dem 1. FC Kaiserslautern im Stadion Rote Erde zum Einsatz. Eine Stunde lang sollte er offensiv für Impulse sorgen, was weitgehend gelang.

BVB-Sturmjuwel Youssoufa Moukoko setzt offensiv Impulse

„Youssoufa hat eine ganze Weile keinen richtigen Spielrhythmus bekommen. Jetzt ging es darum, dass er mal eine Stunde spielt, dass er den Wettkampf wieder hat. Er hat es sehr gut gemacht“, urteilte BVB-Trainer Enrico Maaßen. Ohne auch nur einmal mit dem Team mitzutrainieren, lief Moukoko an der Seite von Richmond Tachie in der Doppelspitze auf. Gleich nach sieben Minuten suchte er erstmals den Abschluss, wurde aber von Kaiserslauterns Boris Tomiak geblockt. In Tachie und Moukoko baute Enrico Maaßen auf zwei spielstarke Angreifer gegen einen durchaus wuchtigen Innenblock der Pfälzer. Das bekam Moukoko auch zu spüren. Nach 23 Minuten startete er nach feinem Zuspiel von Immanuel Pherai über die rechte Seite durch, blieb aber letztlich an Alexander Winkler hängen. Kurz vor der Pause verlud Borussias U21-Nationalspieler seinen Gegenspieler, schob die Kugel FCK-Torwart Avdo Spahic jedoch in die Arme.

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3. Liga, 17. Spieltag: BVB II – 1. FC Kaiserslautern 0:0

Moukoko als belebendes Element in der Offensive. Für die ganz großen Chancen zeichnete jedoch Immanuel Pherai verantwortlich. Der Doppeltorschütze der Vorwoche war schon wie in Halle Dortmunds auffälligster Offensivakteur. In der 19. Minute zwang er Spahic mit einem Distanzschuss zu einer Flugeinlage. In der 40. Minute zog Pherai zudem nach langem Ball von Lennard Maloney knapp am Gehäuse vorbei. Der BVB versäumte es, sich für überlegen geführte 45 Minuten zu belohnen.

BVB-U23 nach der Pause mit Defensivaufgaben beschäftigt

Davon konnte nach Wiederanpfiff keine Rede mehr sein. Die Gäste steigerten sich merklich, entwickelten mit zunehmender Dauer ein Übergewicht. Zwar war Youssoufa Moukoko nach der Halbzeit als erster Borusse zurück auf dem Rasen und legte auf Höhe der Mittellinie auch seinen Arm um Richmond Tachie, um sich – womöglich über den Schlachtplan für Hälfte zwei – auszutauschen. Doch nun dominierten die Pfälzer. „Es war nicht mehr ganz so leicht für Dortmund, die Wege zuzulaufen. Wir hatten die Spielkontrolle und die besseren Torchancen“, befand FCK-Coach Marco Antwerpen treffend.

Kaiserslautern, in Durchgang eins mit einem Lattentreffer von Mike Wunderlich (37.), sorgte dafür, dass die Schwarzgelben auf schwierigem Geläuf jetzt verstärkt mit Defensivaufgaben beschäftigt waren. So auch in der 60. Minute, als Daniel Hanslik für Philipp Hercher servierte. Dessen Versuch klärte zunächst BVB-Keeper Stefan Drljaca und bei Herchers Nachschuss gelang es Antonios Papadopoulos, im letzten Moment entscheidend zu stören. Danach war der Arbeitstag für Youssoufa Moukoko beendet. Eine Stunde Spielpraxis in der 3. Liga – so war es mit Marco Rose vereinbart worden. „Youssoufa hat sich gut eingebracht, er hatte ein, zwei gute Situationen. Man hat auch gesehen, dass es auf diesem Platz nicht einfach ist“, sagte Maaßen.

BVB-Trainer Enrico Maaßen: Dreifachwechsel für mehr Gegenwehr

Wenig später versuchte Maaßen mit einem Dreifachwechsel – für Taz, Pherai und Viet kamen Tattermusch, Bah-Traore und Raschl – „Intensität, Laufstärke und Körperlichkeit reinzubekommen“. Das war gegen nun immer stärker werdenden Rote Teufel auch notwendig. Aber die Dortmunder hielten dem Druck stand, blieben erstmals seit fünf Partien ohne Gegentreffer. Glück hatte der BVB, als Lauterns Hercher in der 71. Minute an einem Zuspiel von Hanslik vorbeirutschte.

Pech hatte er, als er in der Nachspielzeit den Lucky Punch hätte setzen können. Doch Ted Tattermuschs Kopfball nach einer Flanke von Haymenn Bah-Traore lenkte Spahic noch über den Kasten. Im direkten Gegenzug wiederum hatte die Borussia dann wieder Fortune – und einen bärenstarken Lennard Maloney, der einen Schnitzer von Niklas Dams ausbügelte. Dams Querpass fing der heranstürmende Marlon Ritter ab, der auch schon den herauseilenden Stefan Drljaca links liegen gelassen hatte. Doch Maloney setzte energisch nach und grätschte den FCK-Angreifer entscheidend ab. So blieb es beim 0:0.

BVB-Verteidiger Lennard Maloney: Rettungstat in der Nachspielzeit

„Lenny geht da hinterher, gibt alles und die Jungs feiern das und hauen sich da rein. Das ist manchmal für den weiteren Verlauf der Saison viel, viel mehr wert. Ein solch sicheres Gegentor zu verhindern, das war großartig“, lobte Maaßen. „Es geht einfach nicht immer alles nur spielerisch, sondern wir brauchen auch diese Tugenden. Das ist etwas, das wir uns in den letzten Wochen auf die Fahne geschrieben haben. Das hat meine Mannschaft toll gemacht“, befand der BVB-Trainer. Die Pfälzer – zuletzt mit sechs Siegen aus acht Partien – mussten sich in Dortmund an diesem Tag mit einem Zähler begnügen.

Und Maloney? Der ließ sich nach seiner Rettungstat von den Teamkollegen feiern. „Wir haben viel aus den letzten Spielen gelernt und der Platz hat auch nicht viel mehr zugelassen, als erwachsen zu spielen und die Situation risikogerecht einzuschätzen“, urteilte Maloney. Für die drei verbleibenden Spiele in Verl, gegen 1860 München und gegen Zwickau wünscht sich Maloney zwei Dinge: „Dreimal so viel mitnehmen wie es geht und dass es gut aussieht unterm Weihnachtsbaum.“

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Redakteur
Cedric Gebhardt, Jahrgang 1985, hat Germanistik und Politikwissenschaft an der Ruhr-Uni Bochum studiert. Lebt aber lieber nach dem Motto: „Probieren geht über Studieren.“ Interessiert sich für Sport – und insbesondere die Menschen, die ihn betreiben. Liebt Wortspiele über alles und kann mit Worten definitiv besser jonglieren als mit dem Ball. Schickt deshalb gerne humorige Steilpässe in die Spitze.
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Cedric Gebhardt

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