BVB übernimmt Gastronomie - Neue Fan-Angebote

Mehr Service im Stadion

Die Verpflegung der mehr als 80.000 Fußballfans im Signal Iduna Park übernimmt Borussia Dortmund in der neuen Saison selbst. Dafür zuständig ist von nun an die BVB Event und Catering Gmbh. Marketing-Direktor Carsten Cramer und Arne Brügmann, Geschäftsführer der BVB-Tochterfirma, haben uns verraten, wie sie den Service im Stadion verbessern wollen.

DORTMUND

, 12.08.2015, 21:34 Uhr / Lesedauer: 3 min
BVB übernimmt Gastronomie - Neue Fan-Angebote

Das Team der BVB Event und Catering GmbH kümmert sich von nun auch um die Gastronomie an Spieltagen im Signal Iduna Park. Mit dazu gehören (v.l.): Carsten Becker, Harald König, Merlin Zepter und Arne Brügmann.

Warum macht der BVB das Catering im Stadion in Eigenregie? Der BVB, sagt Carsten Cramer, habe mittlerweile genügend Know-how und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, um Dienstleistungen dieser Art selbst zu erbringen. „Wir glauben“, sagt Cramer, „dass solche Services aus eigener Hand nicht nur uns mehr bringen, sondern auch von Vorteil für alle Fans sind, weil wir als BVB-Mitarbeiter einfach näher dran sind.“

Will der BVB damit auch den Service verbessern? Das sei das oberste Ziel, sagt Arne Brügmann. Jeder soll im Stadion Essen und Getränke bekommen – und das so schnell und gut wie möglich. Carsten Cramer ergänzt: „Wir wollen die Abläufe optimieren. Und wir glauben, wenn wir selbst den Hut aufhaben, geht es direkter.“

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Wie wird sich das bemerkbar machen? „Im Optimalfall geht die Bedienung schon am Samstag einen Tick schneller“, sagt Brügmann. Der BVB habe nur die Sommerpause zur Umstellung gehabt. Optisch würden die Kioske nach und nach verändert. Das Sortiment soll den Bedürfnissen entsprechen, Experimente soll’s nicht geben. Brügmann: „In Dortmund sind Bier und Wurst gefragt. Da brauchen wir keine Fischbuden aufmachen.“

Beim Europa-League-Spiel gegen Wolfsberg gab es das Bier in Einwegbechern. Bleibt das jetzt so? Ja. Der BVB hat sein System umgestellt. Mehrwegbecher gibt es nur noch als Souvenir mit Fan-Motiven zu kaufen. Getränke werden in Einwegbechern ohne Pfand serviert.

Aber ist Mehrweg nicht umweltfreundlicher? Darüber könne man streiten, sagt Carsten Cramer. Ein Mehrwegbecher aus Hartplastik müsse gespült und gewaschen werden, verbrauche damit viel Wasser. Hinzu käme die Hygiene-Problematik. Die neuen Becher seien aus Mais produziert und komplett recycelbar. Um die Becher zu sammeln, gibt es im Stadion zusätzlich 40 Röhren und 100 Tonnen. Mehr Müll befürchtet der BVB nicht.

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Es gibt also kein Pfand mehr im Stadion? Richtig. Auch das neue Bezahlsystem mit dem Stadiondeckel ist pfandfrei.

Was wird aus den Becherrücknahme-Stellen? Die nutzt der BVB für einen zusätzlichen Service: die Flügelflitzer. Das sind Kioske, an denen ausschließlich Bier angeboten wird.

Erhöhen sich die Preise für Bier und Wurst? Nein. „Wir können nicht garantieren, dass wir den Preis immer so halten. Aber aktuell glauben wir, dass es das richtige Zeichen ist, die Preise an der Stelle nicht zu erhöhen“, sagt Cramer. Im Bundesligadurchschnitt sei der BVB mit diesen Kursen im unteren Durchschnitt.

Mit dem Stadiondeckel gibt es ein neues Bezahlsystem. An einigen Kiosken ist nun die Zahlung mit Bargeld und EC-Karte möglich. Wo sind diese Kioske? „Die Multizahlungskioske kann man von jedem Platz aus erreichen“, sagt Arne Brügmann. Pro Rang gebe es einen, mit entsprechenden Symbolen gekennzeichnet.

Warum hat der BVB denn den alten Stadiondeckel abgeschafft, wenn es jetzt wieder einen gibt? Der alte Dienstleister hätte zum Beispiel kein duales System, das auch Barzahlung ermöglicht, sagt Cramer. Zudem sei der BVB für die Fans nun alleiniger Ansprechpartner und habe das Bezahlsystem vereinfacht. Die Karte kann nun auch von zu Hause aufgeladen werden.

Muss ich als Fan dabei etwas beachten? Ja. Wer seinen Stadiondeckel zu Hause auflädt, muss beim Stadionbesuch einmal sein Guthaben aktivieren. Dafür müssen die Fans zu einem Kiosk im Stadion gehen und dort ihre Karte auf die entsprechende Station legen.

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Der BVB will also im Stadion mehr auf den Fan eingehen? „Wir dürfen uns nicht nur auf die Rolle beschränken, 90 Minuten guten Fußball zu bieten“, sagt Cramer. „Unser Anspruch ist, dass der Stadionbesuch ein Wohlfühlerlebnis ist. Da spielt Gastronomie eine wesentliche Rolle. Wir wünschen uns, dass man erkennt, dass wir das ernst meinen. Die Verbundenheit zu den Fans zeichnet uns aus.“  Mit Ritualen der Fans wolle man nicht brechen. Das Bier am Reitstall, im Tennisheim oder im Kreuzviertel sei für viele Pflicht, bevor sie ins Stadion gehen. „Aber wer früher ins Stadion kommt, soll eben bestmöglich betreut werden“, so Cramer.

Abgesehen von Spieltagen. Was macht die Event und Catering GmbH? Die Firma ist seit vergangenem Jahr für die Vermarktung des Signal Iduna Parks außerhalb der Spieltage zuständig: Tagungen, Feiern, Hochzeiten, Stadionführungen - letztere mit mittlerweile mehr als 100 000 Teilnehmern pro Saison. Die beiden Geschäftsführer Arne Brügmann und Marcus Knipping haben 30 feste Mitarbeiter und 30 Aushilfen. In Dennis Rother hat der BVB nun einen Küchen-Direktor, der nicht nur die Profi-Mannschaft versorgt. Er kümmert sich auch darum, welches Essen im Signal Iduna Park in den VIP-Bereichen serviert wird.

Wird es in Zukunft wie auf Schalke Konzerte im Signal Iduna Park geben? Nein. Arne Brügmann sagt: „Der Rasen gehört dem Fußball“. Das Stadion sei ein Stück Dortmund. „Wir wollen es erlebbar machen“, sagt Cramer. „Aber es ist und bleibt das Fußballstadion.“ 

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