BVB-Verteidiger Marc Bartra wechselt fest zu Real Betis

Emotionaler Abschied

Borussia Dortmund lässt Marc Bartra zu Real Betis ziehen. Beim BVB erlebt der Spanier extrem emotionale 18 Monate. In seiner spanischen Heimat will der 27-Jährige einen Neustart hinlegen. Der Abschied ist emotional.

DORTMUND

, 30.01.2018 / Lesedauer: 3 min
BVB-Verteidiger Marc Bartra wechselt fest zu Real Betis

Marc Bartra (M.) wechselt mit sofortiger Wirkung zu Real Betis. © Real Betis

Borussia Dortmunds Innenverteidiger Marc Bartra wechselt in seine spanische Heimat. Am Dienstag wurde er bereits am Flughafen von Sevilla gesichtet, später absolvierte er den Medizincheck und unterschrieb den Vertrag bei Real Betis. Der BVB streicht eine ordentliche Ablösesumme ein.

Bemerkenswerte Identifikation

Marc Bartra kam im Sommer 2016 mit großen Hoffnungen vom FC Barcelona zum BVB, für die für einen spanischen Nationalspieler vergleichsweise geringe Summe von acht Millionen Euro. Nach einigen Anpassungsschwierigkeiten fand Bartra auf und neben dem Platz zu seiner erhofften Leistungsstärke. Dank einer starken Rückrunde im Frühjahr 2017 und einer bemerkenswerten Identifikation mit Mannschaft und Verein wurde er zunehmend anerkannt und beliebt.

Dann kam im April 2017 der Bombenanschlag, bei dem Bartra als einziger Spieler auch körperlich schwer verletzt wurde. Erst am Montag musste er vor Gericht aussagen und sprach von Todesangst und Alpträumen, die ihn in der Folge geplagt hätten. Die Manschette, die er im Pokalfinale zum Schutz des verletzten Armes trug, hat Bartra zum Abschied dem "Borusseum", dem Vereinsmuseum von Borussia Dortmund, übergeben.

Vertrag bis 2023

Ob es allein an der traumatischen Belastung liegt, dass Bartra seit dem Sommer nicht mehr zu seiner gewohnten Form fand, ist Spekulation. Mit einer Reihe von unerklärlichen Fehlern im Spiel barg er zu großes Gefahrenpotenzial und fand selten Berücksichtigung in der Startelf.

Um den Spieler wieder in die Spur zu bringen, gehen Borussia Dortmund und Bartra trotz des bis 2020 datierten Vertrages nun getrennte Wege. In Sevilla unterschreibt Bartra einen Vertrag bis zum Sommer 2023. Der BVB erhält nach Informationen des "Kicker" eine Ablöse in Höhe von 10,5 Millionen Euro.

"Ihr seid ein Vorbild für alle!"

Der Spanier verabschiedete sich gewohnt emotional, offen und ehrlich vom BVB und seinen Fans: "Ich kann die Momente und Gefühle, die ich in den letzten anderthalb Jahren hatte, kaum in Worte fassen", betonte er in einer Pressemitteilung. "Ich hätte es nie für möglich gehalten, so viel Liebe und Unterstützung von einer der besten Fußball-Familien der Welt zu erhalten. Ihr seid ein Vorbild für alle! Ich habe in jedem Moment alles gegeben. Wir waren in der Lage, nach einigen Jahren wieder einen Pokal zu holen und den Triumph gemeinsam zu feiern. Diesen Moment und alle anderenwerde ich nie vergessen."

"Marc Bartra ist ein wundervoller Mensch und ein toller Fußballer, der unsere BVB-Herzen sofort für sich gewonnen hat", erklärte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. "Leider ist ihm in Dortmund durch den feigen Anschlag auf noch immer unfassbare Weise Schreckliches widerfahren. Vor diesem Hintergrund respektieren wir Marcs Wunsch,in sein Heimatland zurückzukehren und alles hinter sich zu lassen."

Lesen Sie jetzt