BVB-Verteidiger überzeugt gegen Bayer, Reifeprüfung folgt

Marcel Schmelzer rehabilitiert

Kübelweise war die Häme nach dem schwachen Länderspiel gegen Österreich über Marcel Schmelzer ausgeschüttet worden. Am Samstag rehabilitierte sich der Linksverteidiger mit einer starken Vorstellung gegen Leverkusen. Perfekt lief der Tag für den 24-Jährigen jedoch trotz des klaren Siegs nicht.

DORTMUND

von Von Matthias Dersch

, 17.09.2012, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Marcel Schmelzer (r.), hier gegen Leverkusens Karim Bellarabi, ging mit einem Rucksack voller hämischer Kritik in das Spiel gegen die Werkself - und spielte sich bereits nach wenigen Minuten von der Last frei.

Marcel Schmelzer (r.), hier gegen Leverkusens Karim Bellarabi, ging mit einem Rucksack voller hämischer Kritik in das Spiel gegen die Werkself - und spielte sich bereits nach wenigen Minuten von der Last frei.

Tagelang gab es auf den Sportseiten der deutschen Gazetten fast nur noch ein Thema: Schmelzer und sein verpatztes Länderspiel gegen Österreich. Schwer angezählt war der Nationalspieler am Mittwoch nach Dortmund zurückgekehrt. Einen Tag später ließ er sich von seinem Trainer Jürgen Klopp in einer 15-minütigen Privataudienz die angeschlagene Seele massieren. Und die warmen Worte des 45-Jährigen entfalteten offenbar ihre gewünschte Wirkung. Die Partie gegen Leverkusen war kaum angepfiffen, da sprintete Schmelzer das erste Mal die linke Linie hinauf und sorgte mit seiner scharfen Hereingabe für Gefahr. Nicht einmal zwei Minuten später wiederholte sich die Szene auf fast identische Weise. Schmelzer, so schien es, war so glücklich, wieder in Dortmund zu sein, dass er seine Lust auf Fußball kaum bändigen konnte.

„Ich fand ihn richtig stark. Er hat in der Anfangsphase brutal Betrieb gemacht, war immer anspielbar. Es war sehr schwer für Leverkusen, diesen schnellen Jungen zu stoppen“, lobte Klopp seinen Schützling, den er einst vom Amateurspieler des BVB zum Profi befördert hatte. Vordermann Kevin Großkreutz wurde gar sentimental und meinte: „Ich gönne es Marcel von Herzen, dass er ein gutes Spiel gemacht hat.“ Was Schmelzer selbst über seine Leistung dachte, blieb sein Geheimnis. Sämtliche Interview-Anfragen für den Linksverteidiger blockte der BVB ab. Man war offenbar der Meinung, dass Schmelzer schon genug Aufregung für eine einzige Woche hinter sich hatte – und deshalb einfach mal nichts sagen sollte.

Dem gebürtigen Magdeburger dürfte das ganz recht gewesen sein. Er stellt sich in der Regel der Presse, seine Lieblingsdisziplin ist der Dialog mit den Medien jedoch auch im vierten Profi-Jahr noch nicht. Also übernahm Jürgen Klopp am Sonntag seine mediale Verteidigung. „Im Zuge der Kritik“, meinte der BVB-Trainer, „wird immer vergessen, warum jemand bei der Nationalelf dabei ist.“Schmelzer sei ein „außergewöhnlich guter Fußballer mit einer sensationellen Einstellung“. Defensivtaktisch habe der Verteidiger alles drauf. Um dieses Potenzial abrufen zu können, müssten allerdings die Abläufe stimmen – so wie es in Dortmund der Fall sei. „Das ist unser Riesen-Vorteil.“

Am Dienstag wird Schmelzer beweisen können, dass er es auch international kann. Gegen die flinken Ajax-Youngster wird der Linksverteidiger erneut im Blickpunkt stehen. Es wird die Reifeprüfung für den in der Nationalelf so kritisch Beäugten.

Der RN-BVB-Podcast

Der BVB-Podcast der Ruhr Nachrichten - einmal in der Woche Experten-Talk zum BVB. Jetzt hier, bei Spotify oder bei Apple Podcasts hören.

BVB-Newsletter

Täglich um 18 Uhr berichtet unser Team über die wichtigsten schwarzgelben Neuigkeiten des Tages.

Lesen Sie jetzt