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BVB vor Pflichtaufgabe gegen Großkreutz und Uerdingen - ein undankbares Los

DFB-Pokal

Beim KFC Uerdingen ist stolpern verboten für den BVB. Auch wenn beim Drittligisten neben Kevin Großkreutz weitere ehemalige Bundesliga-Spieler auflaufen.

Dortmund

, 09.08.2019, 10:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB vor Pflichtaufgabe gegen Großkreutz und Uerdingen - ein undankbares Los

Retter in letzter Minute: Axel Witsel und Marco Reus (r.) bewahrten den BVB in der vergangenen Saison in Pokalrunde eins vor einer Blamage gegen den Zweitligisten Greuther Fürth. © imago

Uerdingen also. Es gibt schönere Ecken in Krefeld. Und es gibt schönere Lose in der ersten Runde des DFB-Pokals. „Uerdingen hat viele erfahrene Spieler“, sagt BVB-Trainer Lucien Favre vor dem Pokalspiel gegen den Drittligisten am Freitagabend (20.45 Uhr, live auf Sport1).

Man möchte ihm nicht widersprechen, denn der KFC Uerdingen gegen Borussia Dortmund, das ist eben nicht nur das Duell zwischen Weltmeister Kevin Großkreutz und seiner großen, alten Liebe. Es ist auch das Duell vieler ehemaliger Bundesliga-Spieler und dem Vizemeister der vergangenen Bundesliga-Saison.

So viel Bundesliga steckt im KFC Uerdingen

Dominic Maroh, Assani Lukimya, Jan Kirchhoff, Adam Matuschyk, Kevin Großkreutz und Stefan Aigner: Die Liste der Namen, die aus der Bundesliga noch mehr oder weniger gut bekannt sind, ist nicht zu kurz. Auf der Trainerbank sitzt Heiko Vogel, der für den FC Basel schon in der Champions League an der Seitenlinie stand. Uerdingen ist kein normaler Drittligist, diese viel zu oft verwendete Floskel ist in diesem Fall tatsächlich mal angebracht.

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Großkreutz über Pokal, BVB und seine neue Rolle

Der Grund dafür ist einfach und unromantisch. In Uerdingen fließt nach drei erfolgreich abgeschlossenen Insolvenzen sowie tristen und langen Jahren in den Tiefen des Amateurfußballs seit 2015 wieder viel Geld. Der russische Unternehmer Mikhail Ponomarev, wohnhaft im benachbarten Düsseldorf, ist der großzügige Spender, sorgt allerdings auch großzügig für schlechte Schlagzeilen. Mehr Trainerrauswürfe als beim Hamburger SV, zu spät eingereichte Lizenzanträge und Rücktrittsdrohungen am laufenden Band: Friede, Freude, Eierkuchen geht anders.

Der KFC will sich auf der großen Bühne präsentieren

Am Freitagabend spielt das für 90 Minuten freilich alles keine Rolle. Der KFC Uerdingen betritt seit Ewigkeiten mal wieder eine ziemlich große Fußballbühne und will zeigen, was möglich ist mit einem russischen Investor und ehemaligen Stars. Deswegen ist es kein Zufall, dass Favre eindringlich vor diesem Gegner warnt: „Es ist ein Pokalspiel. Wir müssen uns top vorbereiten. Das Niveau der dritten Liga ist gut.“

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BVB-PK mit Lucien Favre vor dem Uerdingen-Spiel

Stolpern ist verboten, Favre weiß das – und die Erinnerungen an das Fast-Aus vor einem Jahr bei Zweitligist Greuther Fürth, als sich der BVB mit Ach und Krach in die Verlängerung rettete und später 2:1 gewann, sind noch ziemlich präsent. Dieses Jahr soll der Auftakt im Pokal weniger nervenaufreibend gelingen. Personell sieht es gut aus. Nur für Roman Bürki (Risswunde am Schienbein) und Julian Brandt (Trainingsrückstand nach Adduktorenbeschwerden) kommt die Partie gegen Uerdingen zu früh.

Die Grotenburg wird saniert - Uerdingen weicht nach Düsseldorf aus

Und es gibt weitere Gründe, die aus Dortmunder Sicht Anlass zur Hoffnung geben, dass der BVB einen halbwegs stressfreien Freitagabend erlebt. In Kirchhoff, Aigner und Maroh fallen voraussichtlich drei bundesligaerprobte Kicker auf KFC-Seite verletzt aus. Auch ein erneutes „Wunder von der Grotenburg“, wie damals, im März 1986, als Vorgängerklub Bayer 05 Uerdingen im Viertelfinale des Europapokals der Pokalsieger mit einem 7:3 gegen Dynamo Dresden mal eine der spektakulärsten Aufholjagden der Europapokalgeschichte hinlegte, wird es nicht geben.

Die Grotenburg, die eigentliche Heimspielstätte, wird saniert, das Spiel findet in Düsseldorf statt. Außer Geldgeber Mikhail Ponomarev findet das niemand besonders toll bei den Blau-Roten, auch das Maskottchen, der Grotifant, ist traurig. Ein richtiges Heimspiel wird es nicht.

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