Anzeige


BVB-Wahnsinn gegen Stuttgart: Irrungen, Wirrungen und ein paar Lacher

Zeitspiel

Der BVB erlebt auf dem Weg zur Meisterschaft 2012 ein denkwürdiges Heimspiel gegen den VfB Stuttgart. 4:4 heißt es nach turbulenten 90 Minuten mit Irrungen und Wirrungen. Unser Zeitspiel.

Dortmund

, 11.12.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Schlusspunkt in Dortmund: Christian Gentner (r.) trifft in der Nachspielzeit zum 4:4.

Der Schlusspunkt in Dortmund: Christian Gentner (r.) trifft in der Nachspielzeit zum 4:4. © imago / Team 2

Josef Schneck, viele Jahre Mediendirektor des BVB und in jenem März 2012 noch wenige Monate im Amt, war es ein Anliegen, zu Beginn der Pressekonferenz nach dem 4:4 gegen Stuttgart darauf hinzuweisen, dass keiner der anwesenden Pressevertreter das korrekte Ergebnis vorausgesagt hatte. Das Tippspiel blieb an diesem Tag ohne Sieger - kein Wunder.

BVB gegen Stuttgart: Ein atemberaubendes Fußballspiel

VfB-Cheftrainer Bruno Labbadia grinste, während er Schnecks Worten lauschte, es war schließlich - wie es nach solchen Spielen oftmals heißt - ein atemberaubendes Fußballspiel, eines mit Irrungen und Wirrungen und einem wohl verdienten Ergebnis. Zwar zählten die Statistiker 13 BVB-Chancen und acht für den Gast. Doch die Comeback-Qualitäten der Stuttgarter begeisterten.

Mats Hummels (M.) bejubelt seinen Treffer zum 3:3.

Mats Hummels (M.) bejubelt seinen Treffer zum 3:3. © imago / Moritz Müller

Selbst die Dortmunder Protagonisten, die auf dem Feld ihren Teil zu diesem Spektakel beigetragen hatten, ließen ihre Anerkennung durchblicken. Routinier Sebastian Kehl meinte: „Von der Abfolge her war das eines der spektakulärsten Spiele, an dem ich beteiligt war.“

Der BVB setzt seine Serie trotz Unentschieden fort

Und diese Abfolge verlief wie folgt: Zunächst sah es prächtig aus für den BVB, der 21 Spiele in Serie ohne Niederlage geblieben war und sich im engen Meisterrennen mit dem FC Bayern befand: Shinji Kagawa (33.) und Jakub Blaszczykowski (49.) schossen eine 2:0-Führung für den BVB heraus, das Team von Jürgen Klopp dominierte und hätte noch deutlich höher führen können.

Traf doppelt gegen den BVB: Julian Schieber.

Traf doppelt gegen den BVB: Julian Schieber. © imago / osnapix

Weil das jedoch nicht gelang, ergab sich für den VfB die Möglichkeit, doch noch zu punkten. Vedad Ibisevic (71.) gelang der Anschluss, ehe Julian Schiebers Minuten anbrachen. Der Angreifer, der im Sommer 2012 für acht Millionen Euro Ablöse zur Borussia übersiedeln sollte, drehte die Partie mit einem Doppelpack (77., 79.). Und wer jetzt dachte, das sei es gewesen, irrte sich gewaltig.

Hummels und Perisic drehen die Partie - dann folgt der Schock

Denn Mats Hummels glich in der 82. Minute aus, Ivan Perisic stellte nur fünf Minuten später auf 4:3. Der Signal Iduna Park stand Kopf. Doch weil sich Marcel Schmelzer und Hummels nicht einig wurden, nutzte Christian Gentner die Gelegenheit zum 4:4-Ausgleich in letzter Sekunde (90.+2). Mats Hummels sank nach Abpfiff dieser wilden Partie erschöpft auf den Rasen, Klopp sprach von einem „verrückten Spiel“.

In seinem Element: BVB-Trainer Jürgen Klopp.

In seinem Element: BVB-Trainer Jürgen Klopp. © imago / Team 2

Später stellte er jedoch auf seine launige Art und Weise fest: „Es geht ja im Moment um die TV-Rechte - jetzt wissen wieder alle, warum sie so viel blechen sollen.“ Mit diesem Spruch sicherte sich Klopp einige Lacher - und gewann wenige Wochen später zum zweiten Mal in Serie die Deutsche Meisterschaft. Zumindest darauf hätte man im Vorfeld tippen können.

Der RN-BVB-Podcast

Der BVB-Podcast der Ruhr Nachrichten - einmal in der Woche Experten-Talk zum BVB. Jetzt hier, bei Spotify oder bei Apple Podcasts hören.

BVB-Newsletter

Täglich um 18 Uhr berichtet unser Team über die wichtigsten schwarzgelben Neuigkeiten des Tages.

Lesen Sie jetzt