BVB warnt trotz 5:1 vor zu hohen Erwartungen

Effizienz kaschiert Probleme

6:0, 6:0, 5:1: Ergebnisse, die eher an Tennis erinnern als an Fußball – und die im Umfeld von Borussia Dortmund durchaus die Erwartung schüren könnten, dass aus der Ausnahme eine Regel wird. Diese Sorge jedenfalls trieb die BVB-Profis nach dem nur auf dem Papier so klaren 5:1-Erfolg beim VfL Wolfsburg um.

WOLFSBURG

, 22.09.2016, 07:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bilder der Bundesliga-Partie zwischen dem VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund.

Bilder der Bundesliga-Partie zwischen dem VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund.

Nicht nur Kapitän Marcel Schmelzer tat sich als Mahner hervor und warb beim eigenen Anhang vor dem morgigen Heimspiel gegen den SC Freiburg (20.30 Uhr) um Geduld. „Unsere Fans müssen versuchen zu berücksichtigen, dass wir noch immer eine junge und neuformierte Truppe haben. Es kann immer mal vorkommen, dass wir uns schwer tun in einem Spiel, dass wir mal zehn, 20 oder 30 Minuten brauchen, um ins Spiel zu finden. Oder auch, dass wir mal in Rückstand geraten“, sagte er nach dem dritten Kantersieg binnen einer Woche. Genau in diesen Phasen werde seine Mannschaft aber die Unterstützung von den Rängen brauchen. „Es darf dann nicht sein, dass man sich auf den Rängen fragt, warum wir nicht wieder sechs Tore schießen. Die Kunst wird sein, da das Gleichgewicht zu halten.“

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BVB-Training in Brackel am 21. September

Bilder des BVB-Trainings in Brackel am 21. September.
21.09.2016
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Bilder des BVB-Trainings in Brackel am 21. September.© Foto: Kirchner
Bilder des BVB-Trainings in Brackel am 21. September.© Foto: Kirchner
Bilder des BVB-Trainings in Brackel am 21. September.© Foto: Kirchner
Bilder des BVB-Trainings in Brackel am 21. September.© Foto: Kirchner
Bilder des BVB-Trainings in Brackel am 21. September.© Foto: Kirchner
Bilder des BVB-Trainings in Brackel am 21. September.© Foto: Kirchner
Bilder des BVB-Trainings in Brackel am 21. September.© Foto: Kirchner
Bilder des BVB-Trainings in Brackel am 21. September.© Foto: Kirchner
Bilder des BVB-Trainings in Brackel am 21. September.© Foto: Kirchner
Bilder des BVB-Trainings in Brackel am 21. September.© Foto: Kirchner
Schlagworte Borussia Dortmund,

Schmelzer weiß, dass der im Sommer eingeleitete Umbruch keineswegs abgeschlossen ist. Vor allem in der Defensive hakt es zuweilen noch gewaltig, was in Wolfsburg nur deshalb nicht bestraft wurde, weil BVB-Keeper Roman Bürki einen Sahne-Tag erwischt hatte. Probleme, die sich bereits gegen Mainz, Leipzig, Warschau und Darmstadt angedeutet hatten.

"Mussten richtig leiden"

„Wir mussten teilweise richtig leiden“, gab auch BVB-Trainer Thomas Tuchel nach dem Erfolg beim VfL zu, „der Sieg stand lange auf Messers Schneide. Es gilt noch viele Dinge zu verbessern.“ Was genau, das präzisierte Schmelzer ein paar Meter weiter in der Mixed Zone: „Wie laufe ich an? Wann laufe ich an? Wie gehe ich mit verschiedenen Systemen um? Das sind Dinge, die wir uns noch besser erarbeiten müssen“, erklärte der Linksverteidiger, der gegen Wolfsburg defensiv des Öfteren auf sich allein gestellt war, weil Ousmane Dembélé die Rückwärtsbewegung vernachlässigte.

Die defensive Kompaktheit und die mitunter fehlende Balance im Spiel sind die größten Baustellen, an denen Tuchel in den nächsten Wochen mit seiner Mannschaft arbeiten muss. Bereits in Wolfsburg hätte beides bestraft werden können, doch Bürkis Glanzparaden und die eiskalte Effizienz vor dem gegnerischen Tor kaschierten die Problemfelder.

Hervorragende Chancenverwertung 

Exemplarisch für die hervorragende Chancenverwertung stand – wenn auch aus dem Abseits heraus erzielt – Dembélés Treffer zum 3:1, mitten hinein in Wolfsburgs Druckphase nach dem Anschlusstreffer. Danach war der Widerstand der „Wölfe“ gebrochen und die Dortmunder Tore vier und fünf die fast logische Konsequenz angesichts der Offensivqualitäten der Borussia.

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„Wir werden alles versuchen, die Angriffsmaschinerie am Laufen zu halten“, versprach Gonzalo Castro. Doch auch Dortmunds aktueller Topscorer reihte sich in die Gruppe der BVB-Profis ein, die den Blick auf die Realität trotz der beeindruckenden Zahl von 17 Toren in drei Pflichtspielen nicht verschließen wollten. „Ich möchte einen Appell aussprechen“, erklärte er mit ernster Miene, „es darf jetzt nicht von uns verlangt werden, dass wir immer so hoch gewinnen.“ Der BVB ist ja auch kein Tennisverein. 

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