BVB-Wiedersehen: Herrlich drückt Dortmund im Titelkampf die Daumen

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Mit dem BVB feierte Heiko Herrlich die größten Erfolge seiner Spielerkarriere, hier begann seine Trainer-Laufbahn. Jetzt kommt es zum Wiedersehen. Dortmunds Kader begeistert den 48-Jährigen.

Dortmund

, 25.09.2020, 18:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

Als Spieler hat Heiko Herrlich mit Borussia Dortmund seine bislang größten sportlichen Erfolge gefeiert. Zweimal Deutscher Meister, Champions-League-Gewinner, Weltpokalsieger. Diese Zeit hat den heutigen Trainer des FC Augsburg geprägt, zu einigen alten Bekannten ist der Kontakt nie abgerissen. Von der aktuellen Mannschaft des BVB schwärmt der 48-Jährige regelrecht.

Als Heiko Herrlich 1995 zu Borussia Dortmund wechselt, ist er bereits ein gestandener Profi: DFB-Pokalsieger mit Bayer Leverkusen (1993) und Borussia Mönchengladbach (1995), dazu amtierender Bundesliga-Torschützenkönig. Doch der Wechsel zum BVB war für den damals 23-Jährigen dennoch ein großer Schritt. „Ich konnte da viel lernen von Spielertypen wie Matthias Sammer, Stefan Reuter, Steffen Freund, Jürgen Kohler, Andi Möller, Kalle Riedle“, sagt Herrlich im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. „Man hat in dieser Mannschaft gesehen, wie wichtig die Persönlichkeit ist, um Titel zu holen. Zu der Zeit war Bayern München nicht die Topadresse, sondern Borussia Dortmund.“ Er habe auch gelernt, wie wichtig die Identifikation der Spieler mit dem Verein für den Erfolg sei. „Und das hat angesteckt.“

Auch wenn in seine schwarzgelben Jahre sein Kampf gegen den Hirntumor, eine Gesichtsfraktur und letztlich das Ende seiner aktiven Karriere im Jahr 2004 fallen: „Es war für mich eine wirklich schöne Zeit“, sagt Herrlich. Zu einigen alten Bekannten hat er heute noch Kontakt. „Stefan Reuter ist ja hier in Augsburg unser Geschäftsführer Sport, wir hatten über die Jahre eigentlich immer einen guten Draht“, berichtet Herrlich. „Matthias Sammer oder Ottmar Hitzfeld meldet sich immer mal wieder bei mir, da freue ich mich natürlich immer besonders.“ In Erinnerungen schwelgen die früheren Weggefährten jedoch nicht, es werden eher „aktuelle Situationen und Entwicklungen“ diskutiert, „was funktioniert, was nicht, Spielercharaktere“.

Heiko Herrlich schwärmt vom aktuellen BVB-Kader

Mit dem FC Augsburg hat Herrlich einen Saisonstart nach Maß hingelegt. Im DFB-Pokal gab es ein 7:0 gegen Oberligist Eintracht Celle, in der Bundesliga ein 3:1 bei Union Berlin. Nun geht es gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber - ein anderes Kaliber. „Man sieht, was für eine spielerische, fußballerische Qualität diese Mannschaft hat“, sagt der 48-Jährige und gerät regelrecht ins Schwärmen: „Das ist ein Top-Kader mit unheimlichen Perspektiven.“ Er freue sich, wenn der BVB international weit komme und am liebsten auch Meister werde - an diesem Samstag sei es aber wolle er es den Dortmundern mit seiner Mannschaft so schwer wie möglich zu machen.

Von diesen BVB-Spielern hat Heiko Herrlich (l.) viel gelernt: Andreas Möller, Matthias Sammer und Steffen Freund.

Von diesen BVB-Spielern hat Heiko Herrlich (l.) viel gelernt: Andreas Möller, Matthias Sammer und Steffen Freund. © picture-alliance / dpa

Seine Trainerkarriere begann Herrlich übrigens auch beim BVB: 2005, ein Jahr nach dem Ende seiner Profi-Laufbahn, übernahm er die U19 des BVB. „Das war für mich eine unheimlich schöne, glückliche, erfüllende Zeit, an die ich sehr gerne zurückdenke“, sagt er. Einen gewissen Marcel Schmelzer versetzte er damals von der Linksaußen- auf die Linksverteidiger-Position.

Titelgewinn mit dem BVB im Finale gegen Schalke

An einen Titelgewinn in einem ganz besonderen Endspiel erinnert sich Herrlich besonders gern. „In meinem zweiten Jahr sind wir Westfalenpokal-Sieger geworden gegen Schalke 04, die von Norbert Elgert trainiert wurden und unter anderem Benedikt Höwedes in den Reihen hatten“, berichtet Herrlich.

Er arbeitet weiterhin gern mit jungen Spielern - ob nun im Nachwuchs- oder Senioren-Bereich. An seine Zeit als U19-Coach des BVB denke er gerne zurück, denn: „Die Gefühle, mit einer Mannschaft, mit Spielern zusammenzuarbeiten, sind zu 100 Prozent die gleichen. Wenn du mit Regensburg zweimal aufsteigst, oder mit Unterhaching bayerischer Pokalsieger wirst, oder mit Leverkusen ins Halbfinale des DFB-Pokals kommst“, erklärt Herrlich. „Das ist das, was mich antreibt als Trainer - mit jungen Menschen zusammenzuarbeiten. Das macht unheimlich Freude und hält einen selbst jung.“

Augsburg will es dem BVB so schwer wie möglich machen

Trotz all der schönen schwarzgelben Erinnerungen und Verbindungen - am Samstag rückt all das für 90 Minuten in den Hintergrund. „Jetzt bin ich Trainer von Augsburg und möchte es mit meiner Mannschaft Dortmund so schwer wie nur möglich machen“, sagt Herrlich. Dass es da keine Schützenhilfe geben kann, versteht sich von selbst. Schließlich hat Heiko Herrlich schon in jungen Jahren als Spieler gelernt, wie wichtig die Identifikation mit dem Verein ist - und dass dadurch der Erfolg kommt.

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