BVB will bei Reus keinen weiteren Druck aufbauen

Comeback verzögert sich

Nur noch eine Woche bis zum Bundesliga-Start, da ist für viele Fans der Zeitpunkt gekommen, ihre Wunschelf auszutüfteln und über die bestmögliche Aufstellung zu diskutieren. Müßig ist es darüber zu spekulieren, wie oft der Name Marco Reus in der Startelf der BVB-Anhänger steht. Sicher ist, dass nicht sicher ist, wann Reus wieder auf dem Fußballplatz steht.

DORTMUND

, 19.08.2016, 06:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Er will doch nur spielen: Nach der Reha von seiner Verletzung an Schambein und Adduktoren sollte Marco Reus Mitte August langsam ins Mannschaftstraining zurückkehren. Bislang kann er nur in Turnschuhen kicken.

Er will doch nur spielen: Nach der Reha von seiner Verletzung an Schambein und Adduktoren sollte Marco Reus Mitte August langsam ins Mannschaftstraining zurückkehren. Bislang kann er nur in Turnschuhen kicken.

Geplant war das für Mitte August, doch der Termin ist wohl nicht haltbar. Wie BVB-Sportdirektor Michael Zorc sagte, werde sich bei Reus der Einstieg ins Training noch um ein paar Tage verzögern. "Wir wollen bei ihm kein Risiko eingehen, und das erste Liga-Spiel gegen Mainz wäre noch zu früh gekommen", sagte er der "Bild". Bislang galt die zweite Bundesliga-Partie am 10. September bei RB Leipzig als möglicher Comeback-Termin. Doch wenn sich die Rückkehr auf den Trainingsrasen um eine weitere Woche verzögert, wird das eher nicht gelingen. Zu lang und kompliziert ist die Akte Reus.

"Nur geradeaus laufen"

Bei seiner Verletzungsgeschichte reiht sich Kapitel an Kapitel, und noch ist unklar, ob dieses Fortsetzungs-Drama ein gutes Ende nehmen wird. Nach dem DFB-Pokalfinale reiste Reus zur Nationalmannschaft, Joachim Löw sortierte den Dortmunder am 27. Geburtstag aus. „Marco kann derzeit nur geradeaus laufen“, erklärte der Bundestrainer. Eine zutreffende Beschreibung damals, denn die bei Reus diagnostizierte Entzündung samt Einriss am Adduktorenansatz bereitet Probleme beim Wechsel der Laufrichtung oder beim Schießen eines Balles, diese Muskeln ziehen das Bein nach innen.

Dass es nun doch ein wenig länger dauern könnte, ist eine Einschätzung, die wenig überraschend kommt. Bereits zum Ende des Trainingslagers in Bad Ragaz hatte Thomas Tuchel um Geduld und Rücksicht gebeten bei Rekonvaleszent Reus. "Alles an Erwartungen ist kontraproduktiv", sagte der Trainer mit Blick auf einen möglichen Termin für die Rückkehr seines Vize-Kapitäns. "Ich will keinen Zeitpunkt nennen." Das hatte der Klub bereits im Juni getan, um Gerüchten über eine lange Pause entgegenzuwirken.

Externe Reha

Reus entschied sich, seine Reha in externe Hände zu geben, arbeitet seit der Schonfrist intensiv am Comeback, abseits der Mannschaft. "Es war sinnvoll, dass er individuell weiter in Dortmund trainiert hat, wo er bestmögliche Voraussetzungen für seine individuelle Reha-Arbeit vorgefunden hat", sagte Zorc.

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Zeit, Ruhe, Geduld – Sorgenkind Reus muss dabei vor allem positiv bleiben. Bis 2014 hatte er zwar nicht selten, aber kaum mit schwereren Verletzungen zu kämpfen. Dann folgten die Hiobsbotschaften Schlag auf Schlag. Syndesmose gerissen, zweimal das Außenband gerissen, eine Spielzeit zum Vergessen. "Die vergangene Saison war das erste Jahr in meiner Karriere, in dem es nicht nach Wunsch gelaufen ist", sagte Reus vor einem Jahr. Voller Hoffnung, dass die Serie 2015/16 besser werden sollte. Er schob Sonderschichten, unterzog sich Spezialbehandlungen, fiel trotzdem mehrfach aus (Zehenbruch, Muskelfaserriss, Adduktorenprobleme). Längst geht es nicht mehr nur um den kürzesten Weg zurück auf den Fußballplatz, sondern auch um die Methode, ihn auch langfristig spielfähig zu machen.

Große Konkurrenz

„Ich wünsche mir, dass es so schnell wie möglich geht“, sagte Thomas Tuchel. „Aber ich habe auch aufgehört, mir Druck zu machen und zu fragen: Und? Und? Und?“, so der BVB-Trainer. Man müsse die Situation nehmen, wie sie ist. Einen behutsamen Aufbau vorausgesetzt, kann Reus nicht vor Ende September wieder kicken. In Tuchels Wunschelf zum Saisonstart findet Reus wohl keinen Platz. Zumal auch die Konkurrenz im Kader größer ist. 

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