BVB will Saison mit dem DFB-Pokal reparieren

Viertelfinale gegen Hoffenheim

Gäbe es einen Pokal für verpasste Möglichkeiten, Borussia Dortmund wäre in dieser Saison ein brandheißer Titelanwärter. Was den Borussen jetzt noch bleibt, um die Saison zu reparieren, ist der DFB-Pokal. Heute (20.30 Uhr) kommt 1899 Hoffenheim zum Viertelfinal-Duell nach Dortmund.

DORTMUND

, 07.04.2015, 16:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sollte der BVB Ilkay Gündogan in diesem Sommer verkaufen, würde dabei auch der VfL Bochum profitieren.

Sollte der BVB Ilkay Gündogan in diesem Sommer verkaufen, würde dabei auch der VfL Bochum profitieren.

BVB-Trainer Jürgen Klopp musste nach der Heimniederlage am Samstag mal wieder über die fehlende Konsequenz seiner Elf im Offensivspiel dozieren. Der 47-Jährige kennt das mittlerweile, denn die Thematik rückt in unschöner Regelmäßigkeit au die Tagesordnung.

Erst 34 Treffer

34 Treffer hat der BVB an den ersten 27 Spieltagen der Saison erst geschossen, im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 59. Alarmierender noch ist diese Zahl: Im heimischen Stadion warten die Borussen mittlerweile seit vier Stunden und 34 Minuten auf einen eigenen Treffer. Die Partie gegen München war bereits die dritte in Serie, in der die Südtribüne nicht jubeln durfte.

Verdeutlicht man sich, dass Dortmund am heutigen Abend zwingend einen Treffer benötigt, um ins Halbfinale des DFB-Pokals einzuziehen – ein mögliches Elfmeterschießen einmal ausgenommen –, macht diese Statistik wenig Mut für das Spiel gegen den Bundesliga-Siebten.

Ausrechenbare Dortmunder

Die nahezu einzige Hoffnung des BVB dürfte sein, dass die jungen Sturm-und-Drang-Fußballer aus Sinsheim taktisch unreifer agieren als Köln, Turin und Bayern zuvor. Steht die Elf von Markus Gisdol dagegen tief und verteidigt diszipliniert, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Borussia erneut die Ideen fehlen, das Bollwerk zu knacken. Denn wenn der BVB in diesen Tagen eins ist, dann das: ausrechenbar.

Bayerns Trainer Pep Guardiola hatte das am Samstag erkannt. In Abwesenheit seiner Offensivkünstler Arjen Robben und Franck Ribery sowie des Turbo-Fußballers David Alaba entschied sich der Spanier deshalb, sein Ballbesitz-Credo für einen Abend außer Acht zu lassen. Die Münchner mauerten sich ein, pöhlten den Ball nach vorne und kamen am Ende nur auf eine Ballbesitzquote von 51 Prozent. Nie zuvor stand eine von Guardiola trainierte Mannschaft so knapp davor, die Ballbesitz-Statistik zu verlieren.

Fußballerische Magerkost

Doch was am Ende für den Spanier zählte, war das blanke Ergebnis: Und das lautete nach einem Treffer des Ex-Borussen Robert Lewandowski 1:0 für den FC Bayern.

Das Chancenverhältnis von 2:2 war die Konsequenz der fußballerischen Magerkost, die beide Teams ablieferten. Die Statistiker notierten zwar 15 Torschüsse der Borussia, doch nur zwei Versuche von Marco Reus waren wirklich gefährlich. Der Rest wurde abgeblockt oder segelte meterweit am Kasten von Manuel Neuer vorbei.

Konsequenz und Klarheit

„Unsere Probleme sind einigermaßen klar und offensichtlich“, erklärte Klopp, „wir müssen an Konsequenz und Klarheit draufpacken. In den torgefährlichen Räumen fehlt es uns an Entschlossenheit.“ In der Tat: Gegen den FC Bayern ließ seine Elf den letzten Willen vermissen, das Spiel mit aller Macht noch umbiegen zu wollen - von einer letztlich ziel- und planlosen Drangphase kurz nach der Pause einmal abgesehen.  

Doch die Erläuterungen des Trainers griffen trotzdem zu kurz: Denn es fehlte nicht nur Robust- und Entschlossenheit, es fehlten auch die taktischen Impulse von außen, um auf Guardiolas Plan B zu reagieren.

Nie unter Wert verkauft

Trotz der zwölften Saisonpleite ist eine Qualifikation für die Europa League noch immer nicht außer Reichweite. Die größte Chance jedoch, die Saison noch halbwegs zu korrigieren, bietet der Pokalwettbewerb. „Hier“, beschwor Klopp, „hat sich meine Mannschaft noch nie unter Wert verkauft.“ Nur wo genau liegt er, dieser Wert? Das ist das große Rätsel dieser Saison.

SO KÖNNTEN SIE SPIELEN
BVB: Weidenfeller - Sokratis, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender, Gündogan - Blaszczykowski, Kagawa, Reus - Aubameyang
1899: Baumann - Beck, Strobl, Bicakcic, Kim - Rudy, Schwegler, Polanski - Volland, Roberto Firmino, Schipplock

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