BVB will sich selbst vermarkten

DORTMUND Borussia Dortmund boomt. Über 49 000 Dauerkarten hat der Bundesligist bereits verkauft. Und auch im Sponsoring wird der BVB in der Saison 2007/2008 zu neuen Ufern aufbrechen.

von Von Constantin Blaß

, 16.07.2007, 18:59 Uhr / Lesedauer: 1 min

Zum zweiten Mal nach 2006/2007 wird er die 30 Millionen Euro- Grenze überschreiten. Eine Summe, die Borussia Dortmund selbst in Zeiten des größten sportlichen Erfolges nie erreicht hat. 2001/02, als der BVB Deutscher Meister wurde und sich bis in das UEFA-Cup-Finale spielte, kassierte er „nur“ 28 Mio. Euro. Großen Anteil an den – trotz der sportlichen Talfahrt – seit Jahren steigenden Sponsoring-Einnahmen hat Vermarkter Sportfive, der die Borussia schon seit 1999 betreut.

„Sportfive leistet sehr gute Arbeit“, sagt Hans-Joachim Watzke. Und trotzdem wird der BVB den bis 30. Juni 2010 laufenden Vertrag mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nicht verlängern. „Eine Zusammenarbeit unter den gegebenen Konditionen wird es nicht mehr geben“, erläutert der Vorsitzende der BVB-Geschäftsführung. Derzeit erhält Sportfive 18,25 Prozent von allen Werbe- und TV-Einnahmen. Zwischen zehn und elf Millionen Provision werden jährlich an Sportfive gezahlt. Viel zu viel – und vertragliche Altlasten aus der Ära Meier/Niebaum.

„Das soll keine Kritik an Sportfive sein, sondern an der Vergangenheit“, sagt Watzke. Schließlich sei in den acht Jahren viel Geld geflossen, das zum Überleben des BVB dringend notwendig gewesen ist. Nicht weniger wichtig: Sportfive hat Marketing-Strukturen geschaffen, die bei Borussia Dortmund bis vor acht Jahren noch unbekannt waren.

Watzke: „Sportfive verfügt über ein gewisses Know-How, insbesondere in der Vermarktung der VIP-Bereiche, aber die großen Verträge wie zum Beispiel mit Hauptsponsor RAG oder der Signal Iduna hat Sportfive lediglich begleitet.“ Der entscheidende Kontakt sei durch den BVB zustande gekommen.

Das mögliche Zukunfts-Szenario daher: Der BVB vermarktet sich ab 2010 selbst. Wie die Branchenführer Bayern München und FC Schalke 04. Bis zu 20 Mitarbeiter plant die Borussia in der neu zu installierenden Abteilung zu beschäftigen. Die Personalkosten sollen bei ca. einer Million liegen. Pro Kopf lägen die Brutto-Einkünfte bei 50 000 Euro pro Jahr. Watzke: „So einfach ist das nicht zu rechnen. So abwegig aber auch nicht."

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