Can ist im defensiven BVB-Mittelfeld gesetzt - Brandt muss sich bei Comeback umorientieren

rnBorussia Dortmund

Julian Brandt gibt gegen Freiburg sein Startelf-Comeback für den BVB - auf einer neuen Position. Der Nationalspieler wird sich erst einmal umorientieren müssen.

Dortmund

, 01.03.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Fast hätte es noch geklappt mit dem Tor beim Comeback. Julian Brandt nahm den Ball wunderbar mit, der erste Kontakt reichte, um den Freiburger Dominique Heintz wie einen Statisten aussehen zu lassen, Brandt nahm den Kopf hoch, zielte, doch sein Schuss von der Strafraumkante rauschte knapp links am Tor von Gäste-Torhüter Alexander Schwolow vorbei.

Danach war der Arbeitstag für Julian Brandt beendet. Nach 62 Minuten war Schluss, Erling Haaland kam für ihn in die Partie. „Die Stunde hat mir auf jeden Fall gutgetan“, sagte er später. Brandt war eigentlich ganz zufrieden mit seinem Startelf-Comeback nach überstandenem Außenband-Teilriss im Sprunggelenk, den er sich vor drei Wochen bei der 3:4-Niederlage des BVB in Leverkusen zugezogen hatte.

Brandt bereitet den BVB-Siegtreffer durch Sancho vor

„Für mich war es wichtig, von Anfang an zu spielen, um wieder in den Rhythmus zu kommen“, meinte der Nationalspieler. Zwei bis drei Wochen Pause seien zwar nicht die Welt, „aber wenn du in der Zeit relativ wenig machen kannst, muss man schon erst einmal zusehen, dass man schnell wieder reinfindet“. Er habe sich ganz gut gefühlt. Der Fuß sei überhaupt kein Problem gewesen. „Ich habe aber schon gemerkt, dass ich erstmal wieder reinkommen muss. In Bremen vor einer Woche habe ich drei Minuten gespielt, das kann man nicht mit einem Spiel von Beginn an vergleichen. Ich hatte ein, zwei Ungenauigkeiten, wo mir Bälle versprungen sind. Da muss die Gewohnheit erst wieder reinkommen. Ansonsten fand ich es aber in Ordnung.“

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Auch wenn nicht alles gelang in Brandts Spiel, so hatte er doch entscheidend zum 1:0-Siegtreffer nach einer Viertelstunde beigetragen. Der 23-Jährige verarbeitete ein kompliziertes Anspiel technisch anspruchsvoll mit der Brust und setzte Thorgan Hazard im Freiburger Strafraum in Szene, der sich mit etwas Glück und viel Entschlossenheit zur Grundlinie durchtankte und Jadon Sancho in der Mitte mustergültig bediente.

Can ist im BVB-Mittelfeld gesetzt, Brandt muss sich umorientieren

Das Tor des Tages war eine Gemeinschaftsproduktion des Dortmunder Offensivtrios. Denn anders als die meiste Zeit vor seiner Verletzung spielte Brandt gegen Freiburg nicht im zentralen Mittelfeld neben Axel Witsel, sondern weiter vorne neben Sancho und Hazard. Neben Witsel lief erneut Neuzugang Emre Can auf, der Borussia Dortmunds Defensive in Brandts Abwesenheit derart stabilisiert hat, dass Brandt seinen Platz im Zentrum durch seine Verletzungspause erst einmal verloren hat, obwohl er genau dort sehr wohl überzeugt hatte.

„Da muss die Gewohnheit erst wieder reinkommen. Ansonsten fand ich es aber in Ordnung.“
Julian Brandt

Brandt selbst bezeichnete seine Position gegen Freiburg als „halbe Zehn oder so ähnlich“ - und musste selbst ein bisschen lachen ob dieser Formulierung. Ein 3-4-3-System sei das auf dem Papier gewesen, „aber nicht mit zwei klassischen offensiven Außen, sondern Jadon und mir eher ein bisschen nach innen gezogen und Thorgan als Spitze“. Da habe er jetzt nicht so frei durch die Gegend laufen können wie sonst, sondern habe schon die Position halten müssen, „um die Defensivaufgaben auch erfüllen zu können“.

Brandt geht optimistisch in eine wichtige BVB-Woche

Das klappte mit Glück und Geschick unter dem Strich gut. Der BVB spielte zum dritten Mal in Serie in der Liga zu Null, feierte den dritten Sieg in Serie und geht gestärkt in die wichtigen Spiele gegen Borussia Mönchengladbach (7. März), Paris Saint-Germain (11. März) und das Derby gegen Schalke (14. März). Entsprechend zuversichtlich fiel Brandts Blick in die nahe Zukunft aus. „Das sind erst einmal sehr gute Voraussetzungen“, sagte er, „wir haben noch vier Spiele bis zur Länderspielpause und müssen zusehen, dass wir sie so positiv wie möglich bestreiten. Wir müssen die Grundlage schaffen, um nach der Länderspielpause in den Endspurt zu gehen.“

Brandt selbst hatte die Grundlage für weitere Startelf-Einsätze da bereits gelegt. Eine Stunde Fußball mehr in den Beinen kann nicht schaden, auch wenn er keinen Hehl daraus machte, dass der BVB in den kommenden Spielen wieder besser Fußball spielen muss als gegen Freiburg. „Natürlich wird es in den kommenden Spielen wichtig sein, dass wir nach vorne wieder mehr Aufwand betreiben und besser verteidigen als in der zweiten Hälfte“, meinte Brandt, wollte sich aber auch nicht zu lange mit den Gründen für die insgesamt überschaubare Leistung des BVB gegen Freiburg aufhalten. „Manchmal gibt es auch Scheiß-Spiele - und dann musst du die halt auch mal 1:0 gewinnen.“

Das hat in dieser Saison längst nicht immer geklappt, eher im Gegenteil - und so ist dieses Spiel gegen Freiburg am Ende sowohl für Borussia Dortmund als auch Brandt ein Schritt nach vorne.

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