BVB-Comeback beim 3:1 in Wolfsburg: Mahmoud Dahoud. © imago / RHR-Foto
Borussia Dortmund

Can und Dahoud bilden dynamisches BVB-Duo – Witsel hat das Nachsehen

Beim BVB-Sieg in Wolfsburg bilden Emre Can und Mahmoud Dahoud ein dynamisches Duo auf der Doppelsechs. Axel Witsel muss zuschauen. In Zukunft häufiger?

An der intensiven Trainingseinheit am Sonntagmorgen hatte Axel Witsel (32) sichtlich Freude. Hier ein Plausch mit Dan-Axel Zagadou, dort ein Scherz mit Erling Haaland: Die lockere Atmosphäre der Einheiten für die Reservisten am Tag nach den Spielen kennt der Belgier ja kaum. Am Samstag in Wolfsburg durfte er endlich mal pausieren.

Can und Dahoud geben dem BVB „Stabilität und Fußball“

1455 Wettkampfminuten hat der Mittelfeldstratege in dieser Saison bereits wieder in den Beinen, plus sechs mal 90 Minuten für Belgien. Zehn Monate nach seinem Achillessehnenriss spult Witsel im fortgeschrittenen Alter sein Pensum runter. Die fehlende Spritzigkeit konnte er nicht immer mit Routine übertünchen.

„Ich wollte Frische auf dem Rasen haben“, erklärte BVB-Trainer Marco Rose seine Entscheidung für Emre Can und Mahmoud Dahoud, die in Wolfsburg auf der Doppelsechs ein dynamisches Duo bildeten. „Sie haben uns Stabilität und Fußball gegeben“, sagte Rose zur neuen Mitte. Zusammen führten sie mehr als 50 Zweikämpfe und gefielen als bissige Widersacher, Can versenkte den Strafstoß, Dahoud lief sich die Lunge aus dem Leib. „Mir hat es gut gefallen, wie Emre und Mo das gelöst haben“, betonte Sebastian Kehl im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten.

Emre Can und Mahmoud Dahoud ergänzen sich im BVB-Mittelfeld gut

Der Dortmunder Lizenzspielerchef, als Profi selbst in dieser Spielfeldregion zuhause, relativierte aber auch: „Beide sind nach ihren Verletzungen noch nicht wieder im Rhythmus. Man hat auch gesehen, dass noch etwas fehlt. Aber beide waren sehr engagiert, lauffreudig, und Emre hat sogar noch Verantwortung übernommen beim Elfmeter.“

Mit seiner ihm eigenen Aggressivität und Physis kommt Can dem gewünschten Spielertypen für Marco Roses aktiven Spielstil sehr nahe. Dahoud ist weniger giftig, kann dafür mit einer kleinen Drehung in seinem Fußgelenk Ball und Spiel beschleunigen wie kaum ein anderer. In Pässen steckt ja auch immer eine Botschaft. Beim positionstreuen Witsel heißt diese meist: „Nur die Ruhe, wir haben die Kontrolle.“ Dahouds riskantere Zuspiele sagen: „Ab geht die Post, Bruder!“ Jude Bellingham, der wegen eines Schlags auf das Knie vorerst pausieren muss, bringt als grätschender Tausendsassa noch andere Qualitäten mit.

Konkurrenzkampf auf der Sechserposition kann der BVB gut gebrauchen

„Wenn wir es jetzt mal hinbekämen, dauerhaft alle Spieler an Bord zu haben, ergäben sich viele unterschiedliche taktische und spielerische Komponenten. Je nachdem, wie wir es benötigen, können wir mit unterschiedlichen Systemen agieren“, meint Kehl. Stabilität, Kontrolle, Dynamik, Aggressivität, Torgefahr – wenn es die Personallage hergibt, kann Rose sich das Zentrum nach Wunsch zusammenstellen.

Konkurrenzkampf auf der Sechserposition könnte der BVB gut gebrauchen. Die verschiedenen Spielerprofile machen die Mannschaft schwerer ausrechenbar. Daher ist es völlig offen, welcher Mittelfeldspieler am nächsten Sonntag in den zweifelhaften Genuss des Spielersatztrainings kommt.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
Zur Autorenseite
Jürgen Koers

Corona-Newsletter

Alle wichtigen Informationen, die Sie zum Leben in der Corona-Pandemie benötigen, sammeln wir für Sie im kostenlosen Corona-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.