Aus sportlicher Sicht erlebte der BVB in Istanbul einen gelungenen Abend. © imago / Revierfoto
Meinung

Champions League: BVB startet perfekt – nur das Eigentor mit dem Trikot stört

Borussia Dortmund gelingt dank einer reifen Leistung in Istanbul der perfekte Auftakt in der Champions League. Gegen das neue Cup-Trikot läuft ein Teil der Fans hingegen Sturm. Der BVB schießt ein Eigentor.

Eine Viertelstunde lang hatte Borussia Dortmund am Mittwochabend in Istanbul zu kämpfen. Gegen die erste Druckwelle von Besiktas auf dem Rasen, gegen das ohrenbetäubende Pfeifkonzert von den Rängen, vielleicht auch etwas mit der Aufregung. Dann trotzte der BVB den Umständen, kombinierte schwere Arbeit gegen den Ball mit spielerisch sehenswerten Attacken.

Der BVB in Istanbul: Reife Leistung, verdienter Sieg

Die Belohnung folgte: Das 1:0 des überragenden Jude Bellingham drehte die Partie, das 2:0 von Erling Haaland sorgte für Ruhe. Mit einer besseren Verwertung der vier, fünf Großchancen in Hälfte zwei hätte sich der BVB auch die intensive Endphase ersparen können. Sei’s drum, der Auftakt ist geglückt. Reife Leistung, verdienter Sieg.

Neben dem furchtlosen Bellingham, der als Draufgänger trotz seiner 18-jährigen Jugend auf dem Rasen fast unersetzlich wird und der mit aller Berechtigung als „Man of the match“ geehrt wurde, gebührten auch Gregor Kobel seine Meriten. Manche mögen ob der hohen Ablöse von 15 Millionen Euro die Nase gerümpft haben. Doch mit Spielen wie gegen Hoffenheim oder in Istanbul, mit seiner ehrgeizigen Art und der unbeugsamen Ausstrahlung auf dem Platz ist der Torhüter ein echter Gewinn. Wie er im Eins-gegen-Eins, diesmal gegen Michy Batshuayi, die Ruhe behält, wie bedenkenlos er mitspielt und die Vordermänner coacht – das hat was!

Gegen das neue Cup-Trikot laufen die BVB-Fans Sturm

Dass es kein vollkommen gelungener Türkei-Trip würde für die Schwarzgelben, damit muss die Führungsriege hadern. Gegen das neue Cup-Trikot laufen die Fans Sturm. Ein Eigentor mit Ansage.

Gegen das neue Cup-Trikot laufen die BVB-Fans Sturm. © imago / Revierfoto © imago / Revierfoto

Kurz nachdem die ersten Bilder aufgetaucht waren, versuchte der BVB am 7. Mai gegenzusteuern. „Eure Kritik zum Cuptrikot für die neue Saison ist angekommen“, erklärte der Klub damals via Twitter. „Das geleakte Trikot sieht nicht so aus, wie es aussehen wird.“ Noch vor einer Woche betonte Marketing-Geschäftsführer Carsten Cramer beim „Spobis“, die Kritik sei „in der Sache berechtigt“ gewesen, der Klub habe sie sich „zu Herzen genommen“ und „überlegt, wie wir das Thema korrigieren“.

Diesmal schießen Puma und der BVB mit dem Shirt ins eigene Tor

In Istanbul lief der BVB dann mit einem Shirt auf, das fast identisch wirkte mit dem im Mai geleakten Trikot. Mit der feinen Änderung, dass auf der Brust doch noch ein – allerdings nur schwer erkennbares – echtes BVB-Wappen aufgebracht war und nicht nur der Schriftzug „BVB 09“ über dem Sponsor. Den Shitstorm der Entrüsteten konnte diese kleine Veränderung nicht mehr eindämmen. Dem Logo nicht den gebührenden Platz einzuräumen, das scheint für die Mehrzahl der Fans ein No-Go zu sein. Sie werden als Kunden abstimmen.

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Über Geschmack lässt sich streiten. Puma und der BVB haben zuletzt mit dem neongelben Retro-Trikot oder dem Kohle-Trikot echte Volltreffer gelandet. Das neue Design, das auch andere Puma-Klubs in Manchester oder Mailand im Angebot tragen, findet in Deutschland offensichtlich wenig Gefallen. Diesmal schießen Puma und Borussia mit dem Shirt ins eigene Tor.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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Jürgen Koers