Chefscout Pilawa verrät: So hat sich der BVB Jude Bellingham geschnappt

Borussia Dortmund

Bei Jude Bellingham hat Borussia Dortmund wieder einmal den richtigen Riecher bewiesen. Der Teenager schlägt voll ein. BVB-Chefscout Markus Pilawa verrät exklusive Details zum Transfer.

Dortmund

, 11.06.2021, 12:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Leipzigs Hee-Chan Hwang und BVB-Youngster Jude Bellingham (r.) liefern sich einen Zweikampf um den Ball.

Leipzigs Hee-Chan Hwang und BVB-Youngster Jude Bellingham (r.) liefern sich einen Zweikampf um den Ball. © picture alliance/dpa/dpa-Pool

Es war ein zähes Ringen im Kampf mit zahlreichen europäischen Schwergewichten, ehe Borussia Dortmund im Juli 2020 die Verpflichtung von Jude Bellingham verkünden konnte. BVB-Chefscout Markus Pilawa spricht bei Spox über den langen Weg bis zum Wechsel des Engländers und dessen starke Debütsaison in Dortmund.


Das sagt BVB-Chefscout Markus Pilawa über ...

... das erste Mal, als man auf Bellingham aufmerksam wurde: „Bei einem U15-Länderspiel Englands Ende 2017 ist er uns aufgefallen, und wir haben ihn daraufhin bei den weiteren Länderspielen drei Monate später erneut verfolgt. Dort hat sich der gute Eindruck mehr als bestätigt, wir haben ihn noch besser gesehen. Von da an hat die Sache ihren Lauf genommen.“


... die Gründe, weshalb sich Bellingham für den BVB entschied: „Erstens, weil wir mit die Ersten waren, die an ihm dran waren und ihn schon zu seinem 16. Geburtstag holen wollten, als er noch der kleine, schmächtige Spieler war. Wir haben bereits damals an ihn geglaubt und nicht erst dann, als er in der Championship spielte. Ich glaube, es hat ihm imponiert, dass wir nicht erst am Ende dazugestoßen sind, als für alle offensichtlich war, welch großes Talent in ihm schlummert. Zweitens haben wir ein gutes Vertrauensverhältnis zu seiner Familie, seinem Management und ihm aufgebaut. Wir haben ihm einen klaren Plan und sein Stärken-Schwächen-Profil aufgezeigt, wo und wie wir ihn sehen und wieso sein Profil zu uns und der Zusammensetzung unseres Mittelfelds passt. Wir sagten ihm: Du wirst von der Qualität der Spieler her zwar große Konkurrenz haben, aber dein Vorteil ist, dass wir dein Profil nicht im Kader haben, und deshalb wirst du bei uns definitiv Spielzeit bekommen. Bei Birmingham wurde er zwischenzeitlich auch auf der rechten Seite und als Neuneinhalber eingesetzt. Wir haben ihm aber gesagt: Du bist bei uns keine Sechs oder Flügelspieler, sondern ganz klar unser Achter. Letztlich war es ein verdammt harter Kampf, da die Konkurrenz um ihn immens war.“


... Bellinghams erste Saison in Dortmund: „Wir waren einigermaßen sicher, dass er bereits im ersten Jahr ausreichend Spielzeit bekommen wird. Ich gebe aber zu, dass wir nicht wussten, wie souverän er mit seiner Situation umgehen wird. Da war Corona, die kräftezehrende Championship-Saison bis Ende Juli und die mentale Belastung im Abstiegskampf mit Birmingham. Er hatte als junger Bursche nur sieben Tage Pause und kam dann hier ohne Urlaub und ein Stück weit auch mit dem Druck der hohen Ablösesumme an. Es hätten also durchaus gerade zu Saisonbeginn Probleme auftreten können, doch auch da hat er uns überrascht. Wir wollten ihm mehr Pausen geben, doch die wollte er nicht. Er ist im Kopf einfach so klar und hat eine solch starke Persönlichkeit, dass seine Entwicklung letztlich fast nicht mehr überraschend wirken könnte. Ich dachte aber eher, er wäre erst zur zweiten Saisonhälfte richtig da.“

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... Bellinghams England-Debüt: „Uns war natürlich klar, dass er über kurz oder lang dort landen wird. Wir dachten aber, dass er zuvor ein Jahr den Weg über die U21 nimmt. Doch so wie er hier eine Entwicklungsstufe übersprungen hat, tat er dies auch im Nationaldress.“

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