China investiert enorme Summen in den Fußball

BVB will von Vision profitieren

Chinas Fußballverband hat eine Vision: Bis 2050 will man zur Fußballgroßmacht aufsteigen. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, doch die Investitionen, die im Land der Mitte getätigt werden, lassen keinen Zweifel: Hier meint es jemand ernst. Der BVB will dazu beitragen - und vom gesteigerten Fußball-Interesse profitieren.

SHANGHAI

, 26.07.2016, 07:16 Uhr / Lesedauer: 3 min
China investiert enorme Summen in den Fußball

Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.

Dr. Klaus Engel, der Vorstandsvorsitzende des Spezialchemie-Unternehmens Evonik, und BVB-Boss Hans-Joachim Watzke sind ein eingespieltes Team. Entspannt sitzt das Duo auf dem kleinen Podium im Versammlungszentrum des Banyan Tree Hotels in Shanghai und lässt die auf Deutsche kurios wirkende Prozedur über sich ergehen.

Gemeinsame Fußballschule

Der BVB und sein Hauptsponsor Evonik haben zur Pressekonferenz geladen, um über den Halt der Evonik Fußball-Schule in China Auskunft zu geben. Zunächst jedoch werden die beiden Bosse Zeuge, wie die chinesischen Moderatoren lang und breit das Prozedere erklären - ganz so, als würden sie eine Betriebsanleitung vorlesen. Erst danach geht es los.  

Die gemeinsame Fußballschule der beiden langjährigen Partner wurde 2011 ins Leben gerufen und bietet inzwischen weltweit jährlich 9000 Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, mit den professionell ausgebildeten Trainern der Borussia an ihren fußballerischen Fähigkeiten zu feilen. Im Rahmen der China-Tour des Bundesligisten ist sie erstmals auch in Shanghai geöffnet, das Angebot wird gut genutzt. Und das ist kein Zufall.

Staatsprojekt Fußball

Fußball ist in China gewissermaßen zu einem Staatsprojekt geworden. Landesweit sollen in den kommenden Jahren 25 000 Akademien entstehen. Laut eines Langzeitplans des nationalen Fußballverbandes sollen bereits bis 2020 mehr als 50 Millionen Kinder und Erwachsene Fußball spielen, Deutschlands Volkssport Nummer eins wird sogar als Schulfach eingeführt, damit der Plan aufgeht und 2050 jede Nation dieser Welt zittert, wenn ein Länderspiel gegen China ansteht.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Tai Chi und Kalligrafie mit den BVB-Profis

Bilder vom Tai Chi und der Kalligrafie-Nachhilfe mit den BVB-Profis.
25.07.2016
/
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Sebastian Rode, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang und Emre Mor bei Kalligrafie-Übungen auf Chinesisch.© Foto: BVB
Montag 25.07.2016, 1. Fussball - Bundesliga Saison 16/17, in Shanghai / Volksrepublik China, BVB-China-Tour-2016, BV Borussia Dortmund Im Yuyuan Garden auf der Terrasse Beaufort Terrace. Torwart Roman Weidenfeller (BVB) , Sebastian Rode (BVB), Marc Bartra (BVB) , Pierre-Emerick Aubameyang (BVB) , Emre Mor (BVB) bei Calligraphy Uebungen auf chinesisch Copyright:Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaARheinlanddamm 207-20944137 Dortmund© Alexandre Simoes (BVB)
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Sebastian Rode, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang und Emre Mor bei Kalligrafie-Übungen auf Chinesisch.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Sebastian Rode, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang und Emre Mor bei Kalligrafie-Übungen auf Chinesisch.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Sebastian Rode, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang und Emre Mor bei Kalligrafie-Übungen auf Chinesisch.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Sebastian Rode, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang und Emre Mor bei Kalligrafie-Übungen auf Chinesisch.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Sebastian Rode, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang und Emre Mor bei Kalligrafie-Übungen auf Chinesisch.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Sebastian Rode, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang und Emre Mor bei Kalligrafie-Übungen auf Chinesisch.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Sebastian Rode, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang und Emre Mor bei Kalligrafie-Übungen auf Chinesisch.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Sebastian Rode, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang und Emre Mor bei Kalligrafie-Übungen auf Chinesisch.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Sebastian Rode, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang und Emre Mor bei Kalligrafie-Übungen auf Chinesisch.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Sebastian Rode, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang und Emre Mor bei Kalligrafie-Übungen auf Chinesisch.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Sebastian Rode, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang und Emre Mor bei Kalligrafie-Übungen auf Chinesisch.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Sebastian Rode, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang und Emre Mor bei Kalligrafie-Übungen auf Chinesisch.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Sebastian Rode, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang und Emre Mor bei Kalligrafie-Übungen auf Chinesisch.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Sebastian Rode, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang und Emre Mor bei Kalligrafie-Übungen auf Chinesisch.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Sebastian Rode, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang und Emre Mor bei Kalligrafie-Übungen auf Chinesisch.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Sebastian Rode, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang und Emre Mor bei Kalligrafie-Übungen auf Chinesisch.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Sebastian Rode, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang und Emre Mor bei Kalligrafie-Übungen auf Chinesisch.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Sebastian Rode, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang und Emre Mor bei Kalligrafie-Übungen auf Chinesisch.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Sebastian Rode, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang und Emre Mor bei Kalligrafie-Übungen auf Chinesisch.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Sebastian Rode, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang und Emre Mor bei Kalligrafie-Übungen auf Chinesisch.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Sebastian Rode, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang und Emre Mor bei Kalligrafie-Übungen auf Chinesisch.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Sebastian Rode, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang und Emre Mor bei Kalligrafie-Übungen auf Chinesisch.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Sebastian Rode, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang und Emre Mor bei Kalligrafie-Übungen auf Chinesisch.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Die BVB-Spieler Roman Weidenfeller, Marc Bartra, Pierre-Emerick Aubameyang, Emre Mor und Sebastian Rode im Yuyuan Garden auf der Terrasse bei Thai-Chi-Übungen.© Foto: BVB
Schlagworte BVB , Borussia Dortmund

Bis dahin ist es freilich noch ein weiter Weg. Aktuell wird die chinesische Nationalmannschaft auf Weltranglistenplatz 81 geführt - und damit hinter dem Mini-Staat St. Kitts und Nevis mit gerade einmal 54 000 Einwohnern. Wie ernst es den Chinesen jedoch ist, zeigt ein Blick in ihre Liga.

Irrsinnige Ablösesummen

Immer häufiger wechseln bekannte Fußballer - wie etwa der Brasilianer Hulk oder Italiens EM-Teilnehmer Graziano Pelle - aus Europas Topligen in die chinesische Super League. Auch prominente Trainer wie Felix Magath (Shandong Luneng) folgen zunehmend dem Ruf. Sie werden gelockt mit astronomischen Gehältern und mit irrsinnigen Ablösesummen freigekauft. Alles allein, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen und das Interesse am Fußball zu wecken.

„Mein Eindruck ist, dass das nicht der Weg ist, den sie auf Dauer einschlagen wollen“, sagt BVB-Boss Watzke, dem im vergangenen Winter ein Millionen-Angebot für Stürmer Adrian Ramos aus Peking ins Haus flatterte. „Den Chinesen ist es wichtig, ihre Stars auch selbst von unten aufzubauen.“ Durch den Besuch der eigenen Fußballschule möchte der BVB ein wenig zum Boom beitragen - aber natürlich auch kommerziell profitieren, in dem man in dem umkämpften Markt seine Marke stärkt.

Seht her, liebe Chinesen!

Die eigene Philosophie - vor allem der Fokus auf die eigene Jugendarbeit - haben die Marketingstrategen des Klubs als Schnittmenge zu dem ausgemacht, was China plant. Der BVB verfolgt daher eine andere Strategie als in Japan, wo man zunächst auf Basisarbeit setzte und dann die Mannschaft nachreisen ließ. In China macht man es umgekehrt und startet mit einem großen Aufschlag: Seht her, liebe Chinesen, der BVB ist da!  

Für das Prestige der Schwarzgelben war der 4:1-Sieg über Manchester United am vergangenen Freitag daher Gold wert, gilt der englische Traditionsklub doch als Branchenprimus im Reich der Mitte. Vor allem eins freute Watzke besonders: „Unsere 6000 Fans“, sagt er, „waren zwar in der Unterzahl, aber motivierter und informierter. Das war schon ein Achtungserfolg.“

Eigene Akademie in Shanghai

Konkrete Pläne für einen Ausbau der Fußball-Förderung in China gibt es noch nicht, für die Zukunft will Watzke aber nichts ausschließen. „Wir werden jetzt erst einmal Erfahrungen sammeln und sie analysieren“, sagt er. Mit mehreren Provinzen fanden bereits Gespräche über staatlich geförderte Kooperationen an, doch auch der Gedanke einer eigenen Akademie – etwa in Shanghai - schwirrt den BVB-Verantwortlichen durch den Kopf. Bislang ist das jedoch nur eine Vision. Genau wie Chinas Traum von der Fußball-Großmacht. 

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt