Christoph Zimmermann startet in Norwich durch

Ehemaliger BVB-II-Kapitän

Irgendwann Ende April, die Regionalliga-Saison des BVB II ging gerade auf ihre Zielgerade, fiel dieser Satz, über den Christoph Zimmermann und Daniel Farke heute herzlich lachen können. "Christoph", sagte Dortmunds Trainer zu seinem Kapitän während eines Sauangangs, "uns will keiner". Während Farkes Profikarriere zu diesem Zeitpunkt erst richtig Fahrt aufnahm, sah sich Zimmermann nach einer Alternative zum Fußball um.

DORTMUND

, 03.08.2017, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Es ging darum, ihn etwas aufzubauen. Christoph war in dieser Phase etwas down", sagt Farke, der wohl schon wusste, dass ihn sein Weg in die zweite englische Liga zu Norwich City führen würde. Ganz anders bei Zimmermann. Dessen Vertrag bei der Dortmunder U23 sollte nicht verlängert werden, Angebote anderer Vereine gab es nicht. Der 24-Jähige hatte bereits 2016 ein Lehramtsstudium begonnen und spielte mit dem Gedanken, nur noch im Dortmunder Amateurbereich gegen den Ball zu treten.

"Das ist nicht mein Anspruch"

"Die Chance auf Profifußball war für mich sehr gering, ansonsten hätte ich das Studium gar nicht begonnen. Nach fünf Jahren Seniorenfußball mit nur einem Jahr 3. Liga orientiert man sich um", sagt Zimmermann, den seine Mitspieler "Zimbo" rufen. "Ich wollte nicht zwölf Jahre Regionalliga West spielen, das ist nicht mein Anspruch." Ehrliche, aber auch harte Worte eines ambitionierten Sportlers.

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Dass die Geschichte ein Happy End haben würde, schien in diesem Moment außer Reichweite. Doch Anfang Juni vibrierte Zimmermanns Handy. "Es war eine Nachricht vom Trainer, ob ich schon irgendwo unterschrieben hätte", erinnert sich der gebürtige Düsseldorfer. Dann sei alles ganz schnell gegangen. "Es waren nur zehn Tage zwischen dem ersten Kontakt und dem Medizincheck in England - das hätte ich mir natürlich nicht träumen lassen, auch wenn man es immer ein bisschen gehofft hat."

"Er macht einen fantastischen Job"

Und warum gerade ein Spieler aus der deutschen Regionalliga, Daniel Farke? "Er ist für diese Mannschaft in dieser Phase eine sehr gute Wahl. Ich weiß ganz genau, was ich an Zimbo habe, was er kann, und in welchen Bereichen er noch Entwicklungspotenzial hat. Bislang macht er einen fantastischen Job, er ist in der Mannschaft total akzeptiert."

Christoph Zimmermann bleibt trotz dieser Lobhudelei bodenständig. "Da mache ich mir nichts vor, ohne Daniel Farke wäre dieser Wechsel nicht zustande gekommen. Ich bin sehr dankbar und versuche alles mitzunehmen, was geht."

Saisonstart gegen Fulham

Kurz vor dem Ligastart am Samstag beim FC Fulham scheint klar zu sein, dass Zimmermann in der Innenverteidigung der "Canaries" gesetzt ist. "An die britische Härte" müsse er sich erst noch gewöhnen. "Diese Körperlichkeit ist der größte Unterschied zum deutschen Fußball."  

An der TU Dortmund hat sich Christoph Zimmermann vor einigen Wochen übrigens exmatrikuliert. Aus gutem Grund. So weit weg ist die Premier League gar nicht mehr.

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