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Comeback von BVB-Kapitän Reus: DFB-Elf müht sich gegen Liechtenstein

Nationalmannschaft

Holpriger Neustart unter Bundestrainer Hansi Flick. Die Nationalmannschaft quälte sich gegen Liechtenstein zu einem 2:0. BVB-Kapitän Reus gab sein Comeback - Dahoud hat wenig Freude.

Dortmund

02.09.2021, 23:12 Uhr / Lesedauer: 3 min
Marco Reus klatscht mit Jonas Hofmann nach dem mühevollen 2:0-Sieg gegen Liechtenstein ab.

Marco Reus klatscht mit Jonas Hofmann nach dem mühevollen 2:0-Sieg gegen Liechtenstein ab. © dpa

Fußball-Spaß fällt nicht vom Himmel - auch nicht mit Hansi Flick: Gut zwei Monate nach der großen EM-Enttäuschung hat die Nationalmannschaft bei der zähen Länderspiel-Premiere des neuen Bundestrainers das fest eingeplante Tor-Festival verpasst. Gegen das solide Abwehrbollwerk des großen Außenseiters Liechtenstein kam die DFB-Elf in der WM-Qualifikation am Donnerstagabend trotz 90 Minuten Dauerangriffs über ein dünnes 2:0 (1:0) nicht hinaus. Auch für die beiden Dortmunder im Team war es ein Abend von überschaubarem Wert. Marco Reus wurde nach einer Stunde für Jamal Musiala eingewechselt, Mahmoud Dahoud schmorte gar das ganze Spiel über auf der Bank.

DFB-Kapitän Kimmich räumt ein: „Haben uns wirklich schwer getan“

„Natürlich haben wir uns schon vorgenommen, mehr Tore zu machen“, sagte Ersatzkapitän Joshua Kimmich bei RTL. „Wir haben uns wirklich schwer getan. Es war ein komisches Spiel, ein schwieriges Spiel, weil der Gegner sehr, sehr tief verteidigt hat. Wir hatten ein paar Möglichkeiten, die ganz dicken Dinger sind ausgeblieben.“ Timo Werner (41. Minute) und Leroy Sané (77.) erzielten vor 7958 Zuschauern die Tore zum nie gefährdeten und dennoch keinesfalls standesgemäßen Sieg gegen die Nummer 189 der FIFA-Weltrangliste im schweizerischen St. Gallen.

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Größere Aussagekraft für Flicks große Ziele Richtung WM 2022 in Katar hatte die Partie angesichts der reinen Defensivstrategie des Gegners nicht. Der einstige Bayern-Titelsammler weiß nun allerdings: Der Neuanfang der Nationalmannschaft gelingt nicht auf Knopfdruck. Schon am Sonntag steht mit dem Spitzenspiel in der Gruppe J gegen Armenien in Stuttgart die nächste Bewährungsprobe an. Dann soll auch der für das Direktticket nötige Platz eins erobert werden.

Nur vier Spieler des EM-Achtelfinal-Aus auf dem Platz

In weißen Turnschuhen war Flick vor dem Anpfiff an der Tribüne entlang gelaufen. Die zahlreich vertretenen Fans in Deutschland-Trikots feierten ihn mit „Hansi“-Rufen und Applaus. Lächelnd winkte der Bundestrainer Richtung Anhänger. Unliebsame Parallele zur Enttäuschung von Wembley war einzig die Hymne Liechtensteins. „Oben am jungen Rhein“ hat die gleiche Melodie wie Englands „God save the Queen“.

Ohne die angeschlagenen Manuel Neuer und Thomas Müller standen nur noch vier Spieler vom Achtelfinal-Aus in der Startformation - einer von ihnen war Kimmich als Kapitän in seinem 60. Länderspiel. Der Mittelfeldantreiber der Bayern prüfte gleich zu Beginn Liechtensteins Torwart Benjamin Büchel (4.), der einen arbeitsreichen Abend vor sich haben sollte. Auch Timo Werner scheiterte zunächst am Keeper (7.). Die DFB-Auswahl hatte aber Mühe, die Lücke in der dichten Liechtensteiner Abwehr zu finden.

Timo Werner verhindert torlose erste Hälfte

Deren Nationaltrainer Martin Stocklasa beorderte fast durchgängig alle Spieler an den eigenen Strafraum. Der Kopfball von Robin Gosens an den Pfosten (18.) war eine der wenigen weiteren deutschen Chancen der ersten halben Stunde. Im Training, hatte Flick vor dem Anpfiff bei RTL gesagt, hätten ihn seine Spieler „schon begeistert“. Im Spiel waren die Anlaufschwierigkeiten in der ersten Halbzeit aber noch gut zu sehen. Die hoch veranlagte Offensive um Timo Werner, Leroy Sané, Kai Havertz und Startelf-Debütant Jamal Musiala drängte in den Strafraum - stand sich dort aber oft gegenseitig im Weg.

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An der Seitenlinie wurde Flick langsam ungeduldig. Der 56-Jährige forderte mehr Bewegung - und klatschte dann energisch, als Musiala seinen Wunsch erfüllte. Der 18-Jährige setzte unbeschwert am Strafraum zum Dribbling an, zog mehrere Gegner auf sich und steckte zu Werner durch, der die Geschwindigkeit mitnahm und sein 17. Länderspieltor erzielte. Eine peinliche Nullnummer zur Halbzeit gegen den unterklassigen Gegner war damit abgewendet.

Große Chance für Ex-Dortmunder Ilkay Gündogan

Die DFB-Abwehr, in der Thilo Kehrer nach einjähriger DFB-Pause sein Comeback feierte, musste erwartungsgemäß kaum einen Angriff entschärfen. Der Versuch von Aron Sele aus gut 35 Metern erheiterte zwar die Zuschauer, ging aber auch weit vorbei (30.). In den weiteren beiden Partien gegen Armenien und am Mittwoch auf Island wird Flick sicher rotieren - Champions-League-Sieger Antonio Rüdiger saß am Donnerstagabend nur auf der Bank. Es gehe auch „um Belastungssteuerung“, sagte Flick.

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Bayern-Anführer Müller, den Flick auch für dessen Überraschungsmomente überaus schätzt, wird wegen Problemen am linken Oberschenkel definitiv fehlen. Ohne den Rio-Weltmeister brauchte die Flick-Elf auch nach der Pause mehrere Anläufe, um zu ihren weiterhin wenigen zwingenden Chancen zu kommen. Und Liechtenstein hatte Büchel, der auch gegen den Ex-Dortmunder Ilkay Gündogan glänzend parierte (58.).

BVB-Kapitän Reus feiert nach einer Stunde sein Comeback

Nach einer Stunde wechselte Flick in seiner wenig effektiven Auswahl dreifach: Serge Gnabry kam für Kai Havertz, Jonas Hofmann für Ridle Baku, und BVB-Kapitän Marco Reus feierte sein DFB-Comeback mit der Einwechslung für Jamal Musiala.

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Auch Leon Goretzka kam in die Partie (für Ilkay Gündogan/73.), ehe Reus das Außennetz traf (73.). Erst Sané erhöhte - wieder, als ein bisschen Tempo ins Spiel kam. Der Bayern-Profi befreite sich mit einer schnellen Körpertäuschung und erzielte sein achtes Länderspieltor. Kurz vor Schluss kam Toptalent Florian Wirtz und wurde zum ersten Debütanten unter Flick (82.).

Von dpa

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