Corona-Chaos in Norwegen: BVB-Stürmer Erling Haaland fliegt nach Hause

rnBorussia Dortmund

Die Coronavirus-Pandemie trifft die norwegische Nationalmannschaft rund um BVB-Stürmer Erling Haaland hart. Das organisatorische Chaos ist groß und die Quarantäne-Regel sorgt für Verwirrung.

Dortmund

, 15.11.2020, 13:13 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es gibt nicht viele Ziele in Deutschland, die man vom Flughafen Oslo aus anfliegen kann. Genau genommen geht am Sonntagnachmittag nur ein Flieger nach Frankfurt. In der Lufthansa-Maschine dürfte auch BVB-Stürmer Erling Haaland sitzen. Dessen Länderspielreise ist beendet, bevor sie überhaupt richtig angefangen hat. Es bleiben Corona-Frust, ein organisatorisches Chaos und eine Quarantäne-Regel, die für Verwirrung sorgt.

BVB-Nationalspieler Erling Haaland muss zurück nach Dortmund

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Nach Information der Ruhr Nachrichten reisen die norwegischen Nationalspieler, die nicht in ihrem Heimatland kicken, wieder zurück zu ihren Klubs. Für Haaland also geht es zurück nach Dortmund. Wegen der Coronavirus-Pandemie wurden die nächsten Spiele gegen Rumänien am Sonntag (20.45 Uhr) und gegen Österreich am 18. November (ebenfalls 20.45 Uhr) in der Nations League abgesagt. Wobei der Verband noch zumindest gegen Österreich mit dem Gedanken spielt, eine „Not-Nationalelf“ mit Spielern zusammenzustellen, die nicht unter Quarantäne gestellt wurden, hieß es. Zuvor fand bereits das Testspiel gegen Israel am Mittwoch wegen eines positiven Corona-Tests beim Gegner nicht statt. Für BVB-Stürmer Erling Haaland endet die Länderspielreise damit ohne einen einzigen Auftritt im norwegischen Trikot.

Besonders paradox ist die Art und Weise der Rückkehr nach Dortmund. Haaland durfte zusammen mit der norwegischen Nationalmannschaft nicht mit einer Chartermaschine mit 150 Plätzen für 40 Personen wegen des Verbots durch die Behörden zum Länderspiel nach Rumänien reisen. Zu seinem Heimatklub soll es jetzt per Linienflug gehen – raus aus der Blase also. Borussia Dortmund wird das mit Sorge verfolgen. „Wir können nur abwarten und hoffen, dass unsere Nationalspieler in der nächsten Woche alle gesund zu uns zurückkommen“, erklärte BVB-Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten am Samstag.

BVB-Stürmer Haaland darf wohl gegen Hertha BSC spielen

Erling Haaland selbst wird bei seiner Ankunft in Dortmund zunächst isoliert werden, bis ausreichend negative Testergebnisse vorliegen. Wenn das der Fall ist, ist sein Einsatz am kommenden Samstag in der Bundesliga im Auswärtsspiel gegen Hertha BSC (20.30 Uhr) nicht ausgeschlossen. Die Befürchtung, dass sich der BVB-Stürmer während der Länderspielreise in eine von norwegischen Behörden verordnete zehntägige Quarantäne begeben muss, hat sich als unbegründet erwiesen. Zunächst hieß es von den norwegischen Gesundheitsbehörden, die gesamte Mannschaft um Haaland und die weiteren Bundesliga-Profis Rune Jarstein (Hertha BSC) und Alexander Sörloth (RB Leipzig) müssten vor Ort zehn Tage lang in Quarantäne. am Sonntag wurde ihnen erlaubt, dass sie „ausnahmsweise öffentliche Verkehrsmittel benutzen dürfen, um an einen geeigneten Quarantäneort zu gelangen“.

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Die zehntägige Quarantäne-Anweisung der Norweger gilt gleichwohl weiterhin. Espen Nekstad, stellvertretender Gesundheitsminister, hatte daran erinnert, dass nach Gesetzeslage diese Zeit einzuhalten sei, und im Nachsatz erklärt: „Norwegische Gesetze gelten zwar nicht im Ausland, aber die Quarantäne nicht einzuhalten wäre ein Verstoß gegen unsere Gesetze.“ Aus Spielerkreisen verlautete, Norwegen könne nicht bestimmen, was andere Regierungen entscheiden.

Norwegische Quarantäne-Regel für BVB-Profi Haaland gilt nicht in Deutschland

Es kommt also im Wesentlichen darauf an, wie die Behörden vor Ort entscheiden. So strikt wie die Norweger handhabt keine andere Nation die Regelungen. So durfte die Ukraine trotz fünf positiver Coronafälle in der Reisegruppe sogar gegen Deutschland Fußball spielen, weil das Gesundheitsamt in Leipzig zustimmte. Borussia Dortmund steht kontinuierlich im engen Austausch mit den lokalen Behörden und auch mit dem norwegischen Fußballverband. Das Dortmunder Gesundheitsamt hatte seinen Ermessensspielraum zuletzt in der Regel zugunsten des BVB ausgelegt.

Für Erling Haaland und die norwegische Nationalmannschaft bedeutet das Corona-Chaos aber nicht nur Stress. Auch ein Traum droht zu zerplatzen. „Die Konsequenzen sind sowohl sportlich als auch finanziell groß. Wir schwächen auch unseren Ruf im europäischen Fußball“, teilte der norwegische Fußballverband mit. In einem offenen Brief teilten die Nationalspieler Stefan Johansen, Martin Odegaard und Joshua King ihren Unmut mit: „Wir könnten in die A-Gruppe der Nations League aufsteigen. Wenn wir die Länderspiele gegen Rumänien und Österreich nicht spielen, können unsere sportlichen Ambitionen kurz- und langfristig schnell zunichtegemacht werden.“ Das wird jetzt der Fall sein.

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