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Coronavirus kann sich auch auf BVB-Aktie auswirken: Keine Dividende?

Borussia Dortmund

Noch sind die finanziellen Folgen der Coronavirus-Krise nicht im Detail absehbar. Klar ist aber jetzt schon, dass auch Borussia Dortmund leiden muss.

Dortmund

, 14.04.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Kurs der BVB-Aktie am 14. April.

Der Kurs der BVB-Aktie am 14. April. © Screenshot/BVB

Zwischen drei und vier Millionen Euro nimmt der BVB pro Heimspiel in der Fußball-Bundesliga vor allem durch verkaufte Tickets und Catering ein. Bis zum Saisonende stehen noch fünf Heimspiele auf dem Plan. Werden diese, wie zu erwarten ist, zu Partien ohne Zuschauer erklärt, so summiert sich der Fehlbetrag auf rund 18 Millionen Euro. Die starken Zahlen des ersten Geschäftshalbjahres, als die Borussia ein Umsatzplus von rund zehn Prozent verbuchte, werden also nicht zu erreichen sein.

BVB-Aktie: Keine Dividende bei Verlust der KGaA

Sogar ein dickes Minus in der Jahresbilanz ist trotz des aktuellen Gehaltsverzichts von Führungskräften und Profifußballern und trotz der dank Geisterspielen noch fließenden TV-Millionen alles andere als unwahrscheinlich. Tritt dieser Fall ein, wären auch die Aktionäre der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA betroffen: Macht die KGaA Verlust, würde keine Dividende ausgezahlt.

Da die Schwarzgelben in den jüngsten neun Jahren stets profitabel wirtschafteten, zahlten sie nach Abschluss des jeweiligen Geschäftsjahres eine Dividende aus, sie bewegte sich zwischen fünf und zehn Cent pro Aktie. Im Geschäftsjahr 2018/19 überwies der BVB seinen Aktionären sechs Cent pro Wertpapier, in Summe schüttete das börsennotierte Unternehmen für circa 91,6 Millionen Stückaktien rund 5,5 Millionen Euro aus.

BVB-Aktie: Auch BVB e.V. profitiert von der Dividende

Nicht nur Großaktionäre wie Bernd Geske (er hält 9,35 Prozent der BVB-Aktien) oder die Unternehmen Evonik, Signal Iduna oder Puma freuten sich über den verlässlichen Geldregen. Auch der eingetragene Verein BVB profitierte von der Dividende, da er 5,53 Prozent der Aktien in seinem Besitz führt. In 2018/19 kassierte der BVB e.V. auf diesem Weg rund 275.000 Euro. Geld, das womöglich in diesem Jahr aufgrund der Coronavirus-Krise nicht fließen wird. In Sorge versetzt das die Vereinsverantwortlichen aber nicht. „Im Verhältnis zu unseren Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen ist die Dividendenzahlung nicht entscheidend“, erklärte Schatzmeister Dr. Reinhold Lunow. „Wir haben in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet und müssten, falls es keine Dividende geben sollte, keines unserer Projekte stoppen.“

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Ohnehin stufen Börsen-Analysten die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie derzeit weiter als gesund ein. Die Frankfurt/Main Research AG urteilte am 18. März, dass der BVB keine Verbindlichkeiten bedienen müsse, über ein Eigenkapital in Höhe von 355 Millionen Euro verfüge und daher ein Verlust in der Jahresbilanz „verkraftbar“ sei. Gestern notierte die BVB-Aktie um 6,30 Euro, Analysten prognostizieren aktuell ein Kursziel von 8,50 Euro bis 9 Euro. Vor vier Wochen, als die Coronavirus-Krise in der Fußball-Bundesliga mit dem abgesagten Revierderby in Dortmund ankam, notierte die BVB-Aktie noch bei 4,60 Euro. Also bei rund 34 Prozent weniger als heute.

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