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„Dahoud gehört schon zu den Leistungsträgern“

U21-Nationaltrainer Kuntz im Interview

Stefan Kuntz hat ein Comeback auf der Trainerbank hingelegt, was ihm viele nicht zugetraut hätten. Direkt in seinem ersten Turnier als Coach der U21 ist ihm der EM-Titel geglückt. Im Interview mit Marc-André Landsiedel spricht der 54-Jährige über den Triumph in Polen, seine Vertragsverlängerung und die aufstrebenden Youngsters vom BVB.

DORTMUND

von Marc-Andre Landsiedel

, 23.08.2017, 12:40 Uhr / Lesedauer: 3 min
„Dahoud gehört schon zu den Leistungsträgern“

Mahmoud Dahoud (r.) erhält von U21-Trainer Stefan Kuntz viel Lob für seine Leistung beim DFB-Team. © dpa

Herr Kuntz, Gratulation zu einem tollen ersten Jahr als Nationalcoach der deutschen U21. Wie haben sie die vergangenen Wochen und Monate erlebt?

So eine Europameisterschaft löst natürlich viel aus. Man baut ja nicht nur zu den Spielern eine besondere Beziehung auf, sondern auch zu dem Team hinter dem Team. Man erlebt so ein Turnier als Trainer deshalb noch intensiver, als als aktiver Spieler. Dadurch, dass ich nach dem Titelgewinn einige Zeit frei hatte, konnte ich den Triumph richtig genießen.

Logische Konsequenz: Der DFB hat den Vertrag mit Ihnen bis ins Jahr 2020 verlängert. Was sind die Ziele für die nächsten drei Jahre?

Das erste Ziel, das im Raum steht, ist natürlich die erfolgreiche Qualifikation für die nächste Europameisterschaft 2019 in Italien. Und wir wollen eine Mannschaft zusammenstellen, die in dieser Zeit weiter für Begeisterung sorgt – und auch erfolgreich ist.


Schauen Sie sich ab dieser Saison noch öfter Fußballspiele in Dortmund an? Es sind schließlich Schützlinge von Ihnen beim BVB gelandet…

Mit Sicherheit. Mo Dahoud gehört schon jetzt zu den Leistungsträgern. Felix Passlack wäre ja auch einer meiner Schützlinge – wenn er denn diese Saison auch weiter für den BVB spielt. Da müssen wir natürlich abwarten, ob er hier bleibt oder eventuell noch verliehen wird. Auch Janni Serra spielt in unseren Beobachtungen eine Rolle. Es geht für uns ja nicht nur darum, die Bundesliga zu beobachten. Sondern wir fahren dorthin, wo die Jungs Spielzeit bekommen.


Mo Dahoud haben sie angesprochen, auch Maximilian Philipp spielt jetzt für die Borussia. Und Jeremy Toljan ist im Anflug. Ist für die drei jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel zum BVB? Oder hätte ihnen vielleicht ein weiteres Jahr bei einem „kleineren“ Verein gutgetan?

Das müssen die Spieler natürlich selber beurteilen. Ich mische mich da auch nicht ein. Wenn die Spieler dazu einen Rat haben wollen, geben wir ihnen diesen natürlich auch unter vier Augen. Generell ist es für junge Spieler einfach wichtig, dass sie die Chance haben zu spielen. Und die sehe ich bei den Dreien auf jeden Fall gegeben.


Haben die Drei Sie denn um Rat gefragt?

(lacht) Selbst wenn es so wäre, würde ich jetzt nicht darüber sprechen.


Was zeichnet das Trio denn aus? Worauf darf sich der BVB freuen?

Zu Maxi Philipp habe ich ein besonderes Verhältnis, denn wir haben zusammen bei der U21 begonnen und ich durfte ihn von Anfang an begleiten. Er hat sich in Freiburg einfach sensationell entwickelt. Jetzt muss er sich beim BVB qualitativ weiterentwickeln. Auch Mo Dahoud traue in den Sprung zu. Es ist aber nochmal etwas anderes, sich jetzt bei einer international erfolgreichen und sehr dominanten Mannschaft beweisen zu müssen. Und Jerry Toljan gehört zu den am Anfang sehr unterschätzten Spielern. Einige waren überrascht, dass er auf einmal bei so großen Vereinen im Gespräch ist. Für uns war er ein absoluter Garant für die EM, total zuverlässig. Und eines steht auch fest: Der BVB glänzt durch sein Scouting und sehr gute Einkäufe. Man wird sich also nicht umsonst für Jeremy interessieren.

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