Dan-Axel Zagadou macht beim BVB-Sieg in Berlin nachhaltig auf sich aufmerksam

rnBorussia Dortmund

Beim Startelf-Comeback für den BVB in der Bundesliga prallen Herthas Angreifer an Dan-Axel Zagadou reihenweise ab. Auch ohne Spielpraxis überzeugt der Franzose. Geht es nun konstant weiter?

Berlin/Dortmund

, 02.12.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dieses eine Bild alleine sagte alles aus. Zwei Berliner, Vedad Ibisevic und Salomon Kalou, lagen langgestreckt auf dem Boden. Ernüchtert, geschlagen, hilflos. Nicht nur gefühlte zwei Meter über ihnen blickte Dan-Axel Zagadou zu den Herthanern herab. Er zuckte mit den Schultern. Was wollt ihr eigentlich?

Zusammenprall mit Zagadou kann schmerzhafte Folgen haben

Ein Zusammenprall mit Dortmunds Hünen kann schmerzhafte Folgen haben. Reihenweise prallten am Samstag in Berlin die Stürmer an ihm ab. Zagadou, 20 und ein halbes Jahr alt, weiß seinen massigen Körper geschickt einzusetzen in den Zweikämpfen. Oft am Rande des Erlaubten. Unerbittlich, unnachgiebig, robust. „Zaga“, sagte sein Mitspieler Julian Brandt nach der siegreichen Abwehrschlacht im Olympiastadion, „Zaga hat sich körperlich voll dagegengestemmt.“ An diesen zwei Zentnern Widerstand kam Hertha nicht vorbei. Die Dortmunder Mauer hielt Stand in Berlin.

Jetzt lesen

Dank der Systemumstellung auf drei zentrale Abwehrspieler fand Lucien Favre endlich einen Platz für den Publikumsliebling a.D. Der BVB-Trainer hatte auf der linken Innenverteidiger-Position nachvollziehbarerweise immer den unverzichtbaren Mats Hummels bevorzugt. Für den jungen Franzosen blieb die Zuschauerrolle. Bis zum Samstag standen in der Bundesliga nur zwei Kurzeinsätze auf der Stempelkarte 19/20. Zu wenig für Entwicklung.

Zagadou bleibt auch ohne Spielpraxis cool

Im Eisschrank Olympiastadion allerdings blieb er auch ohne Spielpraxis gewohnt cool bei seinen ersten 90 Minuten in dieser Bundesliga-Saison. Die Statistiken belegten eine Passquote von 97,6 Prozent, eine ordentliche Zweikampfquote von 57 Prozent. Wirklich herausragend waren die fünf klärenden Aktionen, die letzte davon kurz vor der Torlinie in der vierten Minute der Nachspielzeit. Nicht auszudenken, wie die Stimmungslage beim BVB gekippt wäre, hätte er zum dritten Mal binnen weniger Wochen auswärts mit dem Schlusspfiff noch ein 2:2 kassiert.

Dan-Axel Zagadou macht beim BVB-Sieg in Berlin nachhaltig auf sich aufmerksam

© Deltatre

So aber, auch dank Zagadou, durften die Borussen beherzt feiern. Vom Sportchef gab es ein verbales Schulterklopfen. „Er hat ein tolles Spiel gemacht“, sagte Michael Zorc. „Das war auch wichtig, dass er gegen die großen Kanten in Herthas Sturm auf dem Platz stand. Er hat das ganz hervorragend gemacht, wie auch schon gegen Mönchengladbach.“ Im DFB-Pokal stand er ebenfalls seinen Mann. Das Ergebnis: ebenfalls 2:1.

Gegen Düsseldorf winkt Zagadou die nächste Chance

Damals hatte „Zaga“ einen Fehler eingebaut, der bestraft wurde. In Berlin dribbelte ihn Dodi Lukebakio nach 30 Zeigerumdrehungen im Strafraum einmal kurz in den Schwindel - die Szene blieb ohne Folgen, weil Roman Bürki die Fäuste hochriss. Darüber hinaus stabilisierten beide Innenverteidiger, auch der stark verbesserte Manuel Akanji, die Dortmunder Defensive. In die Nähe von Zagadou trauten sich die Gegner nur selten. Könnte ja schmerzhaft werden.

Jetzt lesen

Nach seinem überzeugenden Startelf-Comeback winkt sofort die nächste Berufung: Am Samstag gegen Düsseldorf fehlt Mats Hummels nach seiner Gelb-Roten Karte gesperrt. Es spricht nichts dagegen, dass Favre wieder seine Furcht einflößende mobile Schrankwand in die Abwehr stellt.

Lesen Sie jetzt