Das sind die Schlüssel-Duelle des Showdowns zwischen dem BVB und den Bayern

rnBorussia Dortmund

BVB gegen Bayern - es gibt kein wichtigeres Duell in der Bundesliga. Mit vier Punkten Vorsprung gehen die Schwarzgelben ins heutige Topspiel. Wir blicken auf Schlüssel-Duelle.

Dortmund

, 10.11.2018, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach sechs Jahren mit teils einsamen Titelrennen der Münchner mausert sich der BVB wieder zu einem ernsthaften Rivalen beim Kampf um die Deutsche Meisterschaft. „Wir fahren nicht als Favorit nach Dortmund, sondern als Außenseiter – zum ersten Mal seit langer Zeit“, sagt Uli Hoeneß vor deutschen Klassiker


1.) Paco Alcacer / Mats Hummels

Muss man sich sorgen um Paco Alcacer (25)? Eher nicht, obwohl Borussias Rekordquoten-Torjäger nach seiner neuerlichen Muskelverletzung noch nicht an die astronomische Form des Saisonbeginns anknüpfen konnte. In Wolfsburg und Madrid wechselte ihn Favre aus, beide Male fand der Spanier kaum statt (15/14 Ballkontakte). Zu wenig für einen mitspielenden Mittelstürmer.

Mats Hummels (29) hat andere Sorgen. Bayerns Abwehr ist kein Bollwerk mehr, und er selber steht mittendrin in der Kritik. Bei der Rückkehr nach Dortmund steht er immer besonders im Blickpunkt. Ihm und der gesamten Münchner Defensive werden Tempodefizite angekreidet. Hummels wird zeigen müssen, dass der FCB den Dortmunder Tempo-Technikern gewachsen ist.


2.) Axel Witsel / James Rodriguez

Stratege heißt „Heerführer“, und es ist erstaunlich, wie schnell Axel Witsel (29) beim BVB die Rolle als Kommandeur übernommen hat. Er dirigiert seine Mitspieler, sortiert die Reihen, sorgt für Balance, ist der Chef auf dem Platz. Atletico Madrid hat es mit Härte und enger Deckung geschafft, sein Wirken einzudämmen. Gegen den FC Bayern hat er übrigens noch nie gespielt.

Thiago verletzt, Xabi Alonso wird immer noch vermisst - eigentlich wäre James Rodriguez (27) als Spielgestalter mit seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten dafür prädestiniert, die Bayern mit spielerischer Leichtigkeit zu führen. Doch der Kolumbianer ruft sein Können viel zu selten ab, scheint auf und neben dem Platz schlecht integriert. München wartet auf „Schlüsselmomente“ von ihm.


3.) Manuel Akanji / Robert Lewandowski

Auch auf der Innenverteidiger-Position herrscht beim BVB Konkurrenzkampf - um den Platz neben Manuel Akanj (23). Der Schweizer ist gesetzt, auch wenn ihm nach seiner Verletzungspause wegen Hüftproblemen in Wolfsburg und Madrid noch etwas Rhythmus fehlte. „Von der Fitness her fühle ich mich gut. Das Selbstvertrauen kommt bestimmt auch wieder“, sagt er.

Auch mit 30 Jahren gehört Robert Lewandowski zu den besten Mittelstürmern der Welt. Auf die Kritik an ihm antwortet der Vielspieler auf seine Weise: mit schon wieder 15 Scorerpunkten (10 Tore, 5 Vorlagen) in 15 Pflichtspielen. Er gibt aber auch zu, dass das Zusammenspiel hakt beim FCB, indem er sagt: „Wir können immer noch etwas individuell machen.“


4.) Lucien Favre / Niko Kovac

Lucien Favre (61) ist mit einer klaren Vision beim BVB angetreten, seine Spieler folgen ihm schon nach wenigen Wochen blind. Väterlich und respektvoll im Umgang, klar und hart in der Ansprache, akribisch und detailversessen in der Sache - in kürzester Zeit übererfüllt Favre alle Zwischenziele des Neuaufbaus beim BVB. Er führt den BVB auf ein „top Niveau“.

Die Bayern wollen dort bleiben, wo der BVB wieder hin will. Ob Niko Kovac (47) dafür der richtige Cheftrainer ist? Zweifel begleiten ihn von Beginn an, die Bosse haben ihm einen (zu) alten und (zu) kleinen Kader zur Verfügung gestellt. Verletzungspech (Thiago, Coman, Tolisso), Formschwächen (Boateng, Müller, Neuer) und eine fehlende spielerische Linie erschweren die Aufgabe.

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