Ein starker Guerreiro, ein guter Delaney, aber wieder auch viel Zittern und unübersehbare Müdigkeit. Mit Mühe hält der BVB in Überzahl die Fortuna auf Distanz - und darf nach dem 3:2 weiter vom ganz großen Coup träumen.

Dortmund

, 11.05.2019, 17:52 Uhr / Lesedauer: 3 min

Marwin Hitz: Bis zur 45. Minute hätte er sich auch auf einem Stuhl sitzend in seinem Fünfmeterraum die Partie anschauen können, mal abgesehen vom Abseitstor, bei dem er nicht eingreifen konnte. Halten musste er dann den Freistoß, den Düsseldorfs Markus Suttner gefährlich vors Tor zog. Da war der Bürki-Vertreter zur Stelle. Sein dicker Fehler beim Fortunen-Ausgleich reihte sich ein in die Serie grober individueller Patzer in den vergangenen Wochen (48.). Übermotiviert kam er dann auch noch gegen Lukebakio zu spät. Den Elfmeter setzte der Gefoulte neben das Tor (58.). Danach konnte er seine Unsicherheit nicht mehr verbergen. Note: 5,0

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Lukasz Piszczek: Sein Trainer hoffte, Piszczek sei „mehr bereit“ als bei seinem letzten Startelf-Versuch in München. Dem war auch so. Piszczek beschränkte sich allerdings weitgehend darauf, die Seite dicht zu machen. Bei einem seiner seltenen Vorstöße ging seine gut gedachte Flanke in den Rücken der Fortuna-Abwehr auch an zwei Mitspielern vorbei (38.). Nach der Pause ließ seine Kraft deutlich nach. Piszczek schleppte sich - wie viele andere - irgendwie ins Ziel. Note: 4,0


Manuel Akanji: Teilte sich die Bewachung von Dodi Lukabakio, weitgehend sicher in seinen Aktionen. Man vermisste bis zur Pause allerdings öffnende Aufbaupässe des Schweizers, die die massierte Deckung der Düsseldorfer hätten aushebeln können. Beim Elfmeter für Düsseldorf mit Hitz uneinig. Als Abwehrchef in der wilden Schlussphase nicht sicher. Note: 4,5


Julian Weigl: Bis zur Pause mit 100 Prozent Passquote. In seinem Kerngeschäft als Innenverteidiger aber mit Glück, als er Lukebakio in seinem Rücken ziehen ließ. Das vermeintliche 0:1 blieb Weigl und dem BVB erspart, der Düsseldorfer stand knapp im Abseits. Danach solide und der bessere der beiden Innenverteidiger. Note: 3,5

Raphael Guerreiro: Ein Ausrutscher im eigenen Strafraum blieb ohne Folgen (9.), seinen schönen Schuss entschärfte Düsseldorfs Keeper Rensing mit einem tollen Reflex (21.). Gut auch seine öffnende Flanke vor dem 1:0, mit der er die Fortuna-Abwehr auseinanderriss. Ein Aktivposten bis zur Pause und auch danach. Wenn Ideen nach vorne kamen, wenn es mit Tempo vorwärts ging, dann zumeist über ihn. Note: 2,5


Axel Witsel: Eine unauffällige Partie des Mannes mit dem markanten Wuschelkopf. Leer im Kopf, leer in den Beinen, das traf vor allem auf den Belgier zu, der froh sein wird, wenn diese anstrengende Saison vorbei ist. Note: 4,0


Thomas Delaney: Gegen Lukebakio hätte er nur auf Kosten eines Elfmeters eingreifen können. Stark seine Balleroberung im Mittelfeld mit anschließendem Torschuss - der erste richtige der Borussia in der ersten Hälfte (33.). Seine beste Aktion allerdings war die Kopfballablage auf Pulisic beim 1:0 - da sah er, dass für einen eigenen Kopfball aufs Tor der Winkel zu ungünstig war. Als Mentalitätsspieler verpflichtet, stemmte er sich nach dem 1:1 gegen den erneuten Rückschlag und machte das wichtige zweite Tor (53.). Note: 2,5

Christian Pulisic: Hielt vor dem Anpfiff eine emotionale Abschiedsrede, die setzte ihm offenbar auch in der Anfangsphase noch zu. Schlimm sein Fehlpass im Zentrum, der Düsseldorf in Ballbesitz vor dem vermeintlichen Tor von Lukebakio brachte (20.). Bügelte diesen Patzer spätestens mit dem Tor zum 1:0 aus (42.). Note: 3,0


Mario Götze: Nur 31 Ballkontakte bis zur Pause - in zentraler Position hatte er nur sehr begrenzten Einfluss auf das Offensivspiel. Lauffreudig wie immer war er - auf zündende Ideen aber wartete man bis zur Halbzeit vergeblich. Das wurde nach der Pause deutlich besser. Sein 3:1 war eine temporäre Erlösung für den wieder zitternden BVB. Note: 3,0


Jacob Bruun Larsen: Ersatz für den angeschlagenen Sancho - leider kein gleichwertiger. Hatte bis zur Pause keine nennenswerten Szenen, das blieb auch nach dem Seitenwechsel so. Machte nach einer Stunde Platz für den Engländer. Note: 5,0

Paco Alcacer: Nach 15 Minuten hatte er drei Ballkontakte, nach 45 waren es zwölf. Ein diskreter Auftritt, allerdings setzten ihn die Mitspieler kaum einmal gut in Szene. Unübersehbar, dass ihm im weiteren Verlauf das Stehvermögen fehlte. Kein Faktor. Note: 5,0


Jadon Sancho: Muskuläre Probleme zwangen ihn bis zur 60. Minute auf die Bank. Blieb nach seiner Einwechslung blass und in seinen Dribblings fast immer hängen. Note: 4,5

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