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Dembele mit viel Gefühl - Reus bleibt der Pechvogel

BVB-Einzelkritik

Es ist vollbracht: In einem fußballerisch schwachen Spiel hat sich Borussia Dortmund am Samstag den ersehnten vierten DFB-Pokalsieg gesichert. Beim 2:1-Erfolg über Eintracht Frankfurt konnte kein Borusse so richtig glänzen. Zum Matchwinner wurde Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang in seinem vielleicht letzten Spiel für den BVB.

BERLIN

, 27.05.2017, 23:55 Uhr / Lesedauer: 3 min
BVB-Torschützen gegen Frankfurt: Pierre-Emerick Aubameyang (l.) und Ousmane Dembele (M.).

BVB-Torschützen gegen Frankfurt: Pierre-Emerick Aubameyang (l.) und Ousmane Dembele (M.).

Roman Bürki: Zum Glück trug der Schweizer auch im Pokalfinale sein neues Textmarker-Trikot, sonst hätte man ihn glatt übersehen. Zwei Bälle gingen in Hälfte eins auf sein Tor, einer war drin (29.), einer ging an den Pfosten (39.). Zu halten gab’s ansonsten mit Ausnahme eines Rebic-Versuchs (26.) nichts. Und das sollte sich auch im zweiten Durchgang zunächst nicht wesentlich ändern. Erst als Alexander Meier für Frankfurt stürmte, musste er mehrmals eingreifen. Note: 3,0

Marc Bartra: Im zweiten Spiel nach seiner Rückkehr startete er auf der ungewohnten Position des rechten Innenverteidigers - und wurde dadurch seiner Stärke im Aufbauspiel beraubt. Auch defensiv hatte er mit Problemen zu kämpfen, etwa als er vor Eintrachts Großchance im eigenen Fünfer den Ball verlor (26.). Nach der Pause stellte Tuchel um, Bartra durfte wieder  links in die Kette. Dort spielte er weitgehend souverän, bis er mit Krämpfen ausgewechselt wurde (76.). Note: 3,0

Sokratis: Dortmunds Abwehrchef ist eigentlich für seine Verlässlichkeit bekannt. Umso gravierender fiel sein Fehler vor dem 0:1 ins Gewicht, als er völlig unnötig ins Dribbling ging anstatt die Kugel stumpf wegzubolzen (29.). Der Grieche versuchte anschließend, mit noch größerem Einsatz seinen Fehler auszubügeln. Das gelang, die Eintracht-Angreifer blieben weitgehend wirkungslos. Allerdings machte er es eine Minute vor Schluss mit einer verunglückten Grätsche im Strafraum selbst noch mal spannend. Note: 4,0Marcel Schmelzer: Es schien, als habe der BVB-Kapitän den Wettlauf gegen die Zeit gewonnen und seine muskulären Problemen rechtzeitig bis zum Anpfiff auskuriert. Doch richtig fit wirkte der erneut als linker Innenverteidiger aufgebotene Schmelzer nicht. Zu zaghaft ging er in manchen Zweikampf – etwa vor Haris Seferovic' Pfostenschuss (39.). Er wurde zur Pause ausgewechselt. Note: 3,5Lukasz Piszczek: Auf der rechten Außenbahn übernahm der Pole, der zuletzt überwiegend in der Dreierkette eingesetzt wurde, die Position von Erik Durm. Vor allem offensiv konnte er gefallen - etwa bei seiner Vorlage zu Ousmane Dembeles Führungstor (8.). Es blieb seine beste Szene, auch wenn er noch einige durchgesteckte Pässe versuchte. Als Bartra vom Feld ging (76.), rückte er zurück in die Innenverteidigung. Note: 3,0

Matthias Ginter: Überraschend hatte Thomas Tuchel ihn und nicht etwa Nuri Sahin aufgeboten. Der BVB-Trainer begründete seine Entscheidung damit, Ginter würde für "Kopfballstärke und Körperlichkeit" stehen, das passe besser zum Eintracht-Spiel. Nach zwei Minuten allerdings sprang Ginter das erste Mal unter einem hohen Ball durch. Die Szene stand sinnbildlich für sein schwaches Spiel vor der Pause. Nach dem Seitenwechsel agierte er als Innenverteidiger und spielte dort besser. Note: 4,0

Shinji Kagawa: Zuletzt war der feine Dribbler in herausragender Verfassung, im Finale aber konnte er diese Form nicht bestätigen. Zu oft versteckte sich der Japaner in der ersten Hälfte und sorgte so mit dafür, dass das Offensivspiel des BVB nach der frühen Führung zum Erliegen kam. Nach der Pause wurde er etwas präsenter und kam auch mal in den Strafraum. Note: 3,5

Raphael Guerreiro: Auf der linken Außenbahn spielt der Portugiese längst nicht so gut wie im Zentrum, das war auch gegen die Eintracht wieder zu beobachten. Anders als Piszczek auf der gegenüberliegenden Seite konnte Guerreiro lange Zeit keine Offensivszenen vorbereiten, dann aber bediente er Christian Pulisic vor dem Elfmeter, der zum 2:1 führte (66.). Note: 3,0

Ousmane Dembele: Das Spiel lief gerade einmal acht Minuten, da wies der junge Franzose seine große Klasse nach. Nach einem tollen Seitenwechsel von Marco Reus und einem kurzen Pass von Piszczek stand Dembele im Strafraumeck, ließ Jesus Vallejo einfach stehen und schoss den Ball cool zur BVB-Führung ins Tor. Leider gönnte er sich danach zu viele Auszeiten, wirklich erwähnenswert war nur noch sein schönes Tänzchen samt tollem Lupfer vor Pierre-Emerick Aubameyangs Chance in der 64. Minute. Note: 2,0

Marco Reus: Es sollte sein Finale werden - doch auch im fünften Anlauf konnte er einem Endspiel nicht seinen Stempel aufdrücken. Zwar leitete er mit einem klasse Flügelwechsel das 1:0 durch Ousmane Dembele ein (8.), doch er verletzte sich bei der Szene und tauchte anschließend weitgehend ab. Nach 33 Minuten schien die Partie für ihn dann beendet, als er sich lange behandeln ließ. Bis zur Pause hielt er dann doch noch durch, dann war Schluss. Den Pokalsieg allerdings kann ihm niemand mehr nehmen. Note: 3,0Pierre-Emerick Aubameyang: Der Stürmer hat es mittlerweile regelrecht zur Perfektion gebracht, nicht an einem Spiel teilzunehmen und dann trotzdem zu treffen. Auch gegen die Eintracht war er rund eine Stunde lang nicht zu sehen, dann trat er mit einem Seitfallzieher, der von Marco Fabian an die Latte gelenkt wurde, erstmals in Erscheinung (64.). Als dann Pulisic elfmeterwürdig gefoult wurde, ging er an den Punkt und lupfte den Ball lässig zum 2:1 ins Tor (67.). Nach 85 Minuten traf er noch mal den Pfosten. In seinem vielleicht letzten Spiel für den BVB wurde er so zum gefeierten Matchwinner. Note: 2,0

Christian Pulisic (ab 46.): Der junge US-Amerikaner ersetzte nach der Pause den verletzten Reus und fiel zunächst nicht groß auf. Als ihn dann aber Guerreiro nach 66 Minuten steil in den Strafraum schickte, erkannte er wie ein alter Hase die Situation und ließ sich vom herausstürmenden Eintracht-Keeper Lukas Hradecky foulen. Note: 2,5

Gonzalo Castro (ab 46.): Der Mittelfeldspieler kam zur zweiten Hälfte in die Partie und sollte das kreative Vakuum in der BVB-Zentrale beheben. Zwar trat er ballsicherer und passsicherer auf als Ginter in der ersten Hälfte, insgesamt aber spielte aber auch er eher dezent. Note: 3,0

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