Denkt der BVB über Trainer Jose Mourinho nach? Das sagen unsere Reporter

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In der Gerüchteküche brodelt es. Aktuell im Fokus: Trainer Jose Mourinho, der mit dem BVB in Verbindung gebracht wird. Wir erklären, wo das Gerücht herkommt und bewerten, was dran ist.

Dortmund

, 24.10.2019, 18:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie lautet das Gerücht?

„Süddeutsche Zeitung“ und „Sport Bild“ haben sich unabhängig voneinander auf Kandidatensuche begeben: Wer könnte Lucien Favre als Cheftrainer von Borussia Dortmund nachfolgen, falls es Favre nicht schaffen sollte, den BVB zum Erfolg zu führen? Jose Mourinho ist der große Name, der bei beiden Zeitungen ganz oben steht. Mit dem 56-Jährigen habe sich die Borussia bereits befasst, so heißt es. BVB-Boss Hans Joachim-Watzke und Mourinho verbinde eine mehr als kollegiale Beziehung. „Wir sind schon lange befreundet und haben immer Kontakt“, wird Dortmunds Geschäftsführer zitiert.


Was zeichnet Mourinho aus?

Jose Mourinho ist einer der erfolgreichsten Trainer der Neuzeit. Mehr als 30 Titel stehen im Trophäenschrank des Portugiesen, der einst als Assistent und Übersetzer von Sir Bobby Robson und danach von Louis van Gaal beim FC Barcelona seine Laufbahn startete. Trotz seines zuletzt enttäuschenden Engagements bei Manchester United ist „the special One“ nach wie vor einer der begehrtesten Trainer des Kontinents. Mourinho spricht fünf Sprachen (portugiesisch, spanisch, englisch, italienisch, französisch sowie katalanisch) und lernt gerade die sechste - Deutsch.

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Er führte den FC Porto und Inter Mailand zum Triumph in der Champions League und feierte nationale Meisterschaften in Portugal, England, Italien und Spanien. Kein Zweifel, der Fußball-Besessene kann Siegermentalität vermitteln - er gerät durch seine mitunter schroffe Art aber auch schnell mit Funktionären, Gegnern, Schiedsrichtern oder Journalisten aneinander. Spieler, die in Mourinhos Kader standen, schwärmen nicht selten von seinen Fähigkeiten als Motivator und Taktiker.


Was sagt BVB-Reporter Sascha Klaverkamp?

„Ich finde die Bundesliga wirklich interessant“, hat Mourinho kürzlich gesagt. Und glauben darf man ihm auch, dass er ehrliche Sympathien für Borussia Dortmund hegt. „Ich bewundere die Arbeit des BVB und seinen Versuch, mit einem Giganten wie Bayern zu konkurrieren“, ließ Mourinho wissen. So etwas ist schließlich genau nach dem Geschmack des mitunter selbstverliebten Portugiesen. So wie er einst mit dem FC Porto die europäische Klubelite aufmischte, so kann er sich das womöglich sogar mit dem BVB irgendwie vorstellen. Ob eine Verpflichtung Mourinhos irgendwie vorstellbar erscheint? Eher nicht, nur ausschließen zu 100 Prozent kann man das derzeit auch nicht, auch wenn BVB-Sportdirektor Michael Zorc erneut betonte, dass der Klub keine Trainerdiskussion führe. Und glücklich sei mit Lucien Favre.

Denkt der BVB über Trainer Jose Mourinho nach? Das sagen unsere Reporter

Mit Inter Mailand gewann Mourinho 2010 die Champions League. © dpa

Aber: Was soll die Borussia auch sonst sagen? Natürlich muss sie ihren Trainer öffentlich stärken, auch wenn intern Zweifel an ihm existieren sollten. Alles andere käme einem Kommunikationsdesaster gleich und würde den Coach unnötig schwächen. Klar ist jedoch auch: Kriegt der BVB die Kurve nicht und schlittert womöglich in die sportliche Krise, dann muss die Klubführung eine Lösung herbeiführen. Den Trainermarkt vor diesem Hintergrund nicht schon jetzt durchleuchtet zu haben, wäre also fatal.

Nicht zu vergessen: Eine wichtige Frage für Mourinho wäre neben dem sportlichen Reiz sicherlich die Höhe des Salärs. Unter 15 Millionen Euro Jahresgage dürfte er nicht zu haben sein. Schwer vorstellbar, dass Dortmund das stemmen wollen würde. Und bequem in der Zusammenarbeit wäre Mourinho sicher auch nicht.


Unser Fazit:

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