Der Alltag kennt für den BVB keine Pausen

Spiel in Mönchengladbach

Wann ist Normalität wieder möglich? Wann darf man sie als Trainer von seinen Spielern wieder einfordern? Diese Fragen zu beantworten, dazu sah sich Thomas Tuchel auch nach der Festnahme des dringend tatverdächtigen Deutsch-Russen am Freitag nicht in der Lage. Auch Borussia Dortmunds Spiel bei Borussia Mönchengladbach am heutigen Samstag (18.30 Uhr) steht ganz unter dem Eindruck des Sprengstoff-Anschlags.

DORTMUND

, 22.04.2017, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gonzalo Castro (l.) dürfte gegen M'gladbach wieder in die BVB-Startelf rücken.

Gonzalo Castro (l.) dürfte gegen M'gladbach wieder in die BVB-Startelf rücken.

Tuchel wirkt aufgeräumt. Tatendurstig. Als er den kleinen Pressekonferenzraum am Trainingsgelände betritt, kann man seine Erleichterung spüren, später redet er offen von dem "guten Gefühl", das der scheinbar erzielte Durchbruch bei den Ermittlungen zu den Ereignissen vom Dienstag vor einer Woche auch bei ihm ausgelöst hat. "Das wird uns allen, auch den Spielern, helfen", sagt Tuchel.

Sehr viel Fingerspitzengefühl

Am liebsten würde er wohl nur über Sport sprechen, doch das eine lässt sich vom anderen nicht trennen in diesen Tagen. Auch vor der heutigen Partie, gibt Dortmunds Trainer zu, brauche er sehr viel Fingerspitzengefühl bei der Zusammenstellung der Mannschaft. Wie die Aufarbeitung gemeinsam mit der Mannschaft praktisch ablaufe, wird er gefragt. "Wir beobachten viel, wir stülpen niemandem unsere eigenen Gefühle über. Wir sind so viel zusammen, dass wir uns auch zutrauen zu bemerken, wenn sich jemand anders verhält."

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Der Alltag kennt kaum Pausen zum Innehalten, zum Durchatmen und zum Reflektieren. Das kann auch gut sein, so wie am vergangenen Samstag, als die Partie gegen Frankfurt für viele Spieler eine willkommene Ablenkung darstellte. Am Mittwoch in Monaco hingegen gelang es dem BVB nicht, die Konzentration so auf den Sport zu lenken, wie dies für ein Viertelfinale in der Champions League gegen einen bärenstarken Gegner nötig gewesen wäre. Wie es heute aussieht?

Stressiger April

Tuchel vermag dies nicht vorherzusagen. Die siebte Partie in diesem stressigen April soll dennoch eine werden, in der der BVB eine Mannschaft stellt, die dem Gegner "die Stirn bieten kann", wie der Trainer formulierte. Unter anderen Voraussetzungen hätte sich Tuchel auf den Begriff des "Schüsselspiels" im Saisonendspurt wohl leichter eingelassen, diesmal aber spielen zu viele Komponenten mit hinein, als das eine rein sportliche Bewertung möglich wäre.  

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— Ruhr Nachrichten BVB (@RNBVB)

Tuchel wird personell reagieren, das kündigte er am Freitag bereits an, auch wenn Dortmunds Trainer betonte, dass er auch in diesem Fall eine Aufstellung unabhängig von der Tatsache festlegen werde, dass am Mittwoch beim Pokal-Halbfinale in München Borussia Dortmunds letzte Chance auf einen Titel auf dem Spiel steht.

Personelle Wechsel bieten sich an

Rotieren wird Tuchel mit ziemlicher Sicherheit auf der linken offensiven Außenbahn tun. Dort spielte Marco Reus am Mittwoch "wider aller Vernunft" durch, wie der Trainer meinte, "jetzt wird es sehr eng, wir müssen bei ihm vorsichtig sein." Weitere Wechsel bieten sich an. Nicht nur Gonzalo Castro drängt in die Elf.

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