Eine Woche bleibt dem BVB für den Feinschliff, bevor die Rückrunde beginnt. Der Grundstein ist gelegt, aber es ist längst noch nicht alles perfekt. Tobias Jöhren kommentiert.

Marbella

, 12.01.2019, 19:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Trainingslager in Marbella ist rum, Borussia Dortmund zurück in der Heimat. Der BVB hat an der Costa del Sol unter perfekten Bedingungen intensiv gearbeitet - und trotzdem noch viel Arbeit vor sich, bevor am kommenden Samstag bei RB Leipzig der Rückrundenstart wartet. Die Testspiele gegen Fortuna Düsseldorf (3:2), Willem II Tilburg (3:2) und Feyenoord Rotterdam (2:1) haben gezeigt, dass noch ein wenig Sand im Getriebe steckt beim BVB. Die Konterabsicherung muss noch konsequenter werden bis zum Leipzig-Spiel, der BVB ließ in Spanien insgesamt zu viele gegnerische Torchancen zu.

Die richtige Balance finden

Die Schwerpunkte im Training aber, das gehört auch zur Wahrheit, waren bislang andere. Lucien Favre ging es vor allem darum, bei eigenem Ballbesitz Lösungen auf engem Raum gegen tief stehende Gegner zu finden. Der BVB hat sich mit seiner Offensivwucht in der Hinrunde den Respekt der gegnerischen Abwehrreihen erarbeitet. Es wird ab dem 19. Januar darauf ankommen, die richtige Balance zwischen Geduld und Durchschlagskraft zu finden - gegen Gegner, die in den wenigsten Fällen ein gesteigertes Interesse an einem attraktiven Fußballspiel oder gar einem offensiven Schlagabtausch haben werden.

Sicherlich alles andere als optimal für den entscheidenden Feinschliff im Kampf um die Meisterschaft war in Marbella die personelle Situation beim BVB. Manuel Akanji flog aufgrund von Hüftproblemen nicht mit, Paco Alcacer und Dan-Axel Zagadou verpassten die Testspiele, Thomas Delaney, Abdou Diallo und Jacob Bruun Larsen sammelten nur wenig Spielpraxis. Zu allem Überfluss blieb auch Kapitän Marco Reus wegen einer Magenverstimmung ohne Testspiel-Einsatz und war vier Tage lange außer Gefecht gesetzt.

Guerreiro wirkt fit wie lange nicht

Doch es gibt auch frohe Kunde aus Marbella: Raphael Guerreiro absolvierte beispielsweise das komplette Trainingslager und wirkt so fit wie lange nicht. Der Portugiese, vom Potenzial her mit Sicherheit einer der besten Kicker beim BVB, wird auf der linken offensiven Außenbahn immer stärker. Es wäre Guerreiro und Borussia Dortmund zu wünschen, dass der begnadete Linksfuß verletzungsfrei durch eine Halbserie kommt. Dann kann Guerreiro eine noch größere sportliche Waffe werden, als er es zum Ende der Hinrunde ohnehin schon gewesen ist.

Der BVB hat in Marbella viel gearbeitet - und noch viel Arbeit vor sich

Raphael Guerreiro wird auf der linken Außenbahn immer stärker - und absolvierte das gesamte Trainingslager ohne gesundheitliche Probleme. © Inderlied/Kirchner

Zudem deutete Maximilian Philipp an, dass er in dieser Saison vielleicht noch wichtig werden könnte, drei Tore in zwei Testspieleinsätzen waren ein Statement. Und Julian Weigl, der den BVB eigentlich gerne verlassen möchte, hat bewiesen, dass er erstens sehr professionell mit seiner schwierigen Situation umgeht und zweitens zur Stelle ist, wenn in der Innenverteidigung Not am Mann ist. Weigl stellt sich in den Dienst der Sache. Der Teamgeist beim BVB, das wurde auch in Marbella deutlich, ist ein besonderer in diesem Jahr - und vielleicht gibt es am Ende der Rückrunde ja auch besonderen Grund zum Jubeln.

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