Der BVB nach der Corona-Pause: Elf Struwwelpeter müsst ihr sein?

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Keine Besuche beim Star-Friseur, keine neuen Tätowierungen, keine Goldsteaks: Wo soll die Corona-Krise beim BVB nur hinführen? The struggle is offenbar real. Ein Lagebericht.

Dortmund

, 01.04.2020, 19:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch Axel Witsel macht sich so seine Gedanken. Wo soll das alles enden? Isolation, Quarantäne, Kontaktverbot. Und vor allem: Was macht das mit Fußballprofis? Sehen die bald alle aus wie Nachbars Lumpi? Unrasiert? Wohlstandsplauze? Längere Fingernägel als Daniela „Katze“ Katzenberger? Elf Struwwelpeter müsst ihr sein?

Axel Witsel liefert Vorgeschmack

Witsel jedenfalls postete am Wochenende bei Instagram schon mal ein Foto, das einen Vorgeschmack gibt, wohin die Reise gehen könnte. Elf BVB-Profis mit Witsel-Balle. „When the squad can’t get a haircut during isolation“, stand da geschrieben. Frei übersetzt: Wenn die Truppe nicht zum Kapper darf.

Kam erstmal lustig daher, brachte auch über 130.000 Likes (sauber!), sollte aber konsequent weiter gedacht werden. Was macht die Fußball-Elite mit all der Freizeit, wenn zwei Kernhobbys in der Corona-Krise wegfallen? Keine Friseurbesuche, keine Visiten beim Tätowierer (aus dem Lateinischen Tätovirus). Da wird’s schon unlustiger. Auch Sheldon Edwards aka „HD Cutz“ alias der Star-Barbier aus London, der klingt, als sei er hauptberuflich DJ, und der sonst vor wichtigen Spielen bei den Männern von Favre ein- und ausgeht, um die taktische Aufstellung in deren Haupthaar zu schnitzen, droht die Kurzarbeit.

Goldene Steaks vom Lieferando-Fahrradkurier?

Und es ist ja längst nicht das Ende der Fahnenstange: Vergoldete Steaks vom Lieferando-Fahrradkurier schmecken im eigenen Wohnzimmer halt auch nicht so edel wie im Nusr-Et in Dubai. Dort wird zwar ekelhafterweise über den Unterarm nachgewürzt und irgend so ein aufgedrehter Typ mit langen Haaren, Sonnenbrille und Buschmesser im Anstich zieht vorm Tisch eine Show ab, die wie ein schlimmes RTL-II-Format daherkommt, aber dafür springt dabei wenigstens cooler Instagram-Content raus. In Dubai lässt es sich halt besser protzen als in Quarantäne, Marko Astronautovic weiß das. Auch das ist ein Problem.

Doch zurück zu der Frage, wo das alles noch hinführen mag. Wie sehen die BVB-Profis aus, wenn das alles vorbei ist? Mahmoud Dahoud genauso schlimm wie vor der Bundesliga-Unterbrechung? Erling Haaland wie Torjäger Hotzenplotz? Mario Götze mit Augenringen bis zum Bauchnabel, obwohl er noch gar nicht Papa ist, aber wegen all der Cappuccino-Challenges in den sozialen Netzwerken nur drei Stunden gepennt hat, seitdem der Ball in der Liga ruht?

„Isolation ist kein Aktiv-Urlaub“

Die Gefahr scheint real, ich nehme mich da selbst gar nicht aus. Isolation ist kein Aktiv-Urlaub. Erst gestern habe ich mich nach dem Abendessen gefragt, ob mein Körper-Crème-fraîche-Anteil wohl noch im Rahmen des Gesunden liegt, von den 10.000 angestrebten Schritten am Tag waren um 23.12 Uhr noch 9.813 offen, und der Automatismus, der in meinem Leben aktuell mit Abstand am besten greift, ist die Netflix-Anwahl auf meinem Fernseher im Schlafzimmer.

Fakt ist: Es wird schwer mit „Come back stronger“ und all den anderen Lieblingsfloskeln der Stars. Das gilt für uns alle, auch für die BVB-Profis. Die Playstation und die „Bundesliga Home Challenge“ halten zwar bei Laune, aber unter dem Strich genauso wenig fit wie vorab bezahlte Jahres-Abos fürs Fitnessstudio.

Das Positive aus dem Mist ziehen

Letztendlich zählt es, wie immer im professionellen Fußball, das Positive aus irgendeinem Mist herauszuziehen, auch wenn man gerade die Hütte mal wieder voller bekommen hat als der HSV bei den Bayern. Spontaner Vorschlag: Ousmane Dembélé spielt nicht mehr für Borussia Dortmund. Das ist doch mal ein Problem weniger in diesen Tagen. So viele Cheeseburger in Quarantäne verträgt schließlich kein Mensch – auch nicht, wenn er sich für den nächsten Lionel Messi(e) hält. Immerhin mal ein Ansatz.

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