Der BVB-Offensive fehlt die Durchschlagskraft

Mittendrin statt außen vor

So lange ist es noch gar nicht her, da wurde Borussia Dortmund deutschlandweit für seinen Chancenwucher gerügt. Mittlerweile erspielen sich die Schwarzgelben kaum noch Torgelegenheiten. Der Bundesliga-Trend setzte sich gegen Juventus Turin fort und zeigt ein grundsätzliches Dilemma auf.

DORTMUND

, 20.03.2015, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der BVB-Offensive fehlt die Durchschlagskraft

Rennt sich immer wieder fest: Henrikh Mkhitaryan.

Der Trainer reagierte allergisch auf die Fragen: Jürgen Klopp wollte sich gestern nicht explizit zu einzelnen Spielern seines Kaders äußern. Nicht zu Henrikh Mkhitaryan, auch nur kurz zu Ciro Immobile. Nun musste der Italiener die Partie gegen seinen alten Klub 90 Minuten lang von der Bank aus verfolgen und war damit sogar noch irgendwie fein raus. Doch auch an Immobile lässt sich die offensive Harmlosigkeit des BVB in dieser Saison festmachen.

Nur 31 Treffer

Die Statistiken lassen keinen Zweifel: Borussia Dortmund ist offensiv die Dynamik und die Wucht der Attacken abhanden gekommen, vor allem aber der Ideenreichtum und die Durchschlagskraft. In den „relevanten Räumen“, so formulierte es Klopp, treffe seine Elf seit dem furiosen Derby gegen Schalke zu oft falsche Entscheidungen. Ein Umstand, der zu drei torlosen Partien in Serie führte. Und auch beim Pokalspiel in Dresden musste der Gegner schon tatkräftig mithelfen, um den Bann zu brechen.

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BVB-Training in Brackel am 19. März

Bilder des BVB-Trainings in Brackel am 19. März.
19.03.2015
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BVB-Training in Brackel am 19. März.© Foto: DeFodi
BVB-Training in Brackel am 19. März.© Foto: DeFodi
BVB-Training in Brackel am 19. März.© Foto: DeFodi
BVB-Training in Brackel am 19. März.© Foto: DeFodi
BVB-Training in Brackel am 19. März.© Foto: DeFodi
BVB-Training in Brackel am 19. März.© Foto: DeFodi
BVB-Training in Brackel am 19. März.© Foto: DeFodi
BVB-Training in Brackel am 19. März.© Foto: DeFodi
BVB-Training in Brackel am 19. März.© Foto: DeFodi
BVB-Training in Brackel am 19. März.© Foto: DeFodi
BVB-Training in Brackel am 19. März.© Foto: DeFodi
BVB-Training in Brackel am 19. März.© Foto: DeFodi
BVB-Training in Brackel am 19. März.© Foto: DeFodi
BVB-Training in Brackel am 19. März.© Foto: DeFodi
BVB-Training in Brackel am 19. März.© Foto: DeFodi
BVB-Training in Brackel am 19. März.© Foto: DeFodi
BVB-Training in Brackel am 19. März.© Foto: DeFodi
BVB-Training in Brackel am 19. März.© Foto: DeFodi
BVB-Training in Brackel am 19. März.© Foto: DeFodi
Schlagworte Borussia Dortmund, BVB

Doch das Problem ist generellerer Natur. Das Quartett Robert Lewandowski, Marco Reus, Henrikh Mkhitaryan und Pierre-Emerick Aubameyang zeichnete in der vergangenen Saison für 58 der 80 Dortmunder Bundesliga-Treffer verantwortlich. Jetzt, nach mehr als zwei Dritteln der laufenden Spielzeit, hat der BVB gerade mal 31 Treffer erzielt.

Mkhitaryan enttäuscht

Und nur 19 steuerte das Quartett Aubameyang, Reus, Mkhitaryan und Kagawa bei. Selbst wenn man die Neuerwerbungen Immobile (drei Treffer) und Adrian Ramos (2) noch hinzuzählen würde, fehlen aus der offensiven Besetzung heraus gut und gerne zehn Treffer auf dem Dortmunder Torkonto. Auch bei den direkten Torbeteiligungen (13 aktuell, 39 in der vergangenen Saison) schlägt sich das deutlich nieder.  

In seinem zweiten Jahr in Dortmund enttäuscht vor allem Mkhitaryan. Der Armenier ruft erneut viel zu selten das Potenzial ab, das die BVB-Macher ihm immer noch zuschreiben. In der Hoffnung auf ein Aufblitzen seiner Fähigkeiten (Tempo mit Ball, Abschluss) legt Klopp bei Mkhitaryan eine Nibelungentreue an den Tag, die sich kaum noch durch einen Gegenwert an Leistung rechtfertigen lässt. Mittlerweile will der sensible „Micki“ erzwingen, was sich nicht erzwingen lässt - und kann einem damit fast schon Leid tun.

Gegner haben sich eingestellt

Mkhitaryan ist wie allen Borussen mit der Arbeitsbezeichnung „Offensivspieler“ der Drang gemein, sehr früh in die Mitte zu ziehen. Darauf haben sich alle Gegner eingestellt. Wann hat Borussia Dortmund zuletzt einen Treffer erzielt, nachdem man zuvor über außen bis an die Grundlinie durchgekommen war? Ins Eins-gegen-Eins trauen sich außen nur die wenigsten. Auch das vereinfacht gegnerischen Trainern die Vorbereitung auf den BVB.

Das Jahr eins nach Robert Lewandowski gestaltet sich extrem schwierig für Borussia Dortmund - nicht nur, aber vor allem wegen Lewandowski. Seine europaweit herausragenden Fähigkeiten, in vorderster Front als Ballbehaupter und -verteiler für Gefahr zu sorgen, vermisst man beim BVB vielleicht am meisten. 

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