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Der BVB reist mit viel Mut zum Champions-League-Spiel gegen PSG - aus gutem Grund

Borussia Dortmund

Borussia Dortmund will sich nicht verstecken - auch nicht gegen PSG am Mittwoch in der Champions League. Drei Gründe für einen selbstbewussten BVB.

Dortmund

, 10.03.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
Der BVB reist mit viel Mut zum Champions-League-Spiel gegen PSG - aus gutem Grund

Die BVB-Profis Thorgan Hazard (l.) und Axel Witsel gehen selbstbewusst in das Rückspiel gegen Paris. © Kirchner-Media

In einer Außenseiter-Rolle will sich Borussia Dortmund nicht verstecken. In Paris geht es im Duell mit PSG um den Einzug in die Runde der letzten Acht in der Champions League, der BVB besteigt am Dienstag mit breiter Brust den Flieger nach Frankreich. „Wir haben in den letzten Wochen unsere Resultate geholt“, sagt Torhüter Roman Bürki. „Das ist wichtig und gibt uns ein gutes Gefühl und eine gute Stimmung in der Mannschaft.“

Das 2:1 aus dem Hinspiel ist ein dünnes, aber durchaus tragfähiges Polster. Und fünf Siege in Serie, souverän herausgespielt oder hart erkämpft, lassen vor dem Königsklassen-Knüller (Mittwoch, 21 Uhr), das ohne Zuschauer stattfinden wird, den Schluss zu: Aktuell ist der BVB schwer zu schlagen. Das sind die Zutaten für das Erfolgsrezept.


1.) Die Leistungen in der Defensive sprechen für den BVB gegen PSG:

Abwehrchef Mats Hummels, der dem BVB in der Hinrunde noch abgesprochen hatte, in der damaligen Verfassung die Qualitäten eines Spitzenteams zu zeigen, geriet nach dem 2:1 bei Borussia Mönchengladbach beinahe ins Schwärmen. „Das war“, sagte Hummels, „was die Verteidigung bei eigener Führung anbelangt das Beste, was wir in dieser Saison auswärts gespielt haben.“

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Noch Zähler nach Führung abzugeben, wie es die Fans über weite Strecken der Saison immer befürchten mussten, das ist dem BVB seit dem 3:4-Denkzettel in Leverkusen nicht mehr passiert. Überhaupt stimmt die Defensivarbeit der gesamten Mannschaft. „Wir haben in Gladbach ein Tor gekriegt, ja, aber davor haben wir dreimal zu Null gespielt“, sagt Bürki. Er folgert: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“

Von diesem Weg nicht abzuweichen lautet auch die Vorgabe für das Rückspiel in Paris. „Wir brauchen eine saubere Defensivleistung, weil die Jungs, die dort auf dem Platz stehen, Fehler noch mehr ausnutzen als in der Bundesliga“, meint BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Er vermutet: „Wir müssen fast fehlerfrei spielen, wenn wird dort bestehen wollen.“


2.) Aus der Torgefahr kann der BVB Mut gegen PSG schöpfen:

Paris ist gewarnt, und spätestens nach dem Hinspiel werden auch alle Superstars in Diensten der Franzosen begriffen haben, dass die K.o.-Runde gegen den BVB kein Selbstläufer wird. Dortmund hat PSG fußballerische Schmerzen bereitet. Und genau darin sieht Mittelfeldstratege Axel Witsel den Schlüssel für das zweite Duell: „Wir müssen unser Spiel durchziehen und möglichst früh ein eigenes Tor erzielen.“ Nicht ängstlich einigeln, sondern mutig den Weg nach vorne suchen und die alles andere als sattelfeste Abwehr der Franzosen in Verlegenheit stürzen, so lautet Witsels Vorschlag. Er glaubt: „Das wird ein großes Spiel in Paris.“

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Auch Zorc erinnert an das Hinspiel, „wo wir gezeigt haben, dass wir ihnen richtige Probleme bereiten können.“ Der Sportdirektor ahnt zugleich, dass PSG-Trainer Thomas Tuchel seine Mannschaft „etwas forscher auftreten“ lassen wird. Trotzdem ist er überzeugt: „Wir sind immer in der Lage, auch ein oder zwei Tore zu schießen. Dieses Selbstbewusstsein sollten wir haben.“


3.) Die neue Monster-Mentalität des BVB ist ein Pfund gegen PSG:

Es wirkt mitunter noch gewöhnungsbedürftig, aber der BVB entwickelt allmählich eine Monster-Mentalität. Angestiftet von den Winter-Neuzugängen Erling Haaland und Emre Can, macht Hummels „eine andere Herangehensweise“ aus bei sich und seinen Mitspielern, wie er am Beispiel der Partie in Mönchengladbach aufzeigte. „Wir sind in die Zweikämpfe gegangen und haben uns nichts gefallen lassen. Das hätte vor ein paar Wochen noch anders ausgesehen.“

Mittelfeld-Malocher Emre Can, der Robustheit und Widerstandskraft vorlebt wie kein Zweiter, schreibt seinen Kollegen ins Notizbuch: „Wir müssen an uns glauben und von Beginn an zu 100 Prozent da sein.“ Das kommt an, wie Achraf Hakimi bestätigt. „ Wir müssen jetzt mit der Galligkeit und dem Willen nach Paris fahren, wie wir ihn heute gezeigt haben“, sagte der Marokkaner nach dem Spiel in Mönchengladbach und fügte hinzu: „Dann haben wir gute Chancen weiterzukommen.“ Von einer Außenseiter-Rolle redet in Dortmund niemand.

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