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Der BVB trennt sich von Trainer Thomas Tuchel

Trotz Vertrags bis 2018

Was seit Tagen ein offenes Geheimnis war, ist nun Fakt: Borussia Dortmund trennt sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Thomas Tuchel - das haben sowohl Tuchel selbst als auch der BVB bestätigt. Hauptgrund ist das massiv gestörte Innenverhältnis zwischen Trainer und großen Teilen des Kaders.

DORTMUND

, 30.05.2017, 12:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kommentar unseres #BVB-Reporters @DirkKrampe zur Freistellung von Trainer Thomas #Tuchel. (Video: @Kevin1993DO) pic.twitter.com/XVtkCKBIef

— Ruhr Nachrichten BVB (@RNBVB)

Tuchel selbst bestätigte seine Entlassung zunächst via Twitter: "Ich bin dankbar für zwei schöne, ereignisreiche und aufregende Jahre. Schade, dass es nicht weitergeht. Danke an die Fans, an die Mannschaft, an den Staff und an alle, die uns unterstützt haben. Wünsche dem BVB alles Gute." Kurios: Tuchels Twitter-Account ist erst am Dienstagvormittag online gegangen.  

Ich bin dankbar für zwei schöne, ereignisreiche und aufregende Jahre. Schade, dass es nicht weitergeht.

— Thomas Tuchel (@TTuchelofficial)

Danke an die Fans, an die Mannschaft, an den Staff und an alle, die uns unterstützt haben. Wünsche dem @BVB alles Gute. TT

— Thomas Tuchel (@TTuchelofficial)

 

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc trafen nach der finalen Saisonanalyse am Dienstagmittag um 12.45 Uhr an der BVB-Geschäftsstelle ein. 

"Ergebnis eines längeren Prozesses"

In der wenig später veröffentlichten Pressemitteilung heißt es: "Borussia Dortmund als Arbeitgeber wird sich zu den Hintergründen der Trennung, die das Ergebnis eines längeren Prozesses sind und von allen Klubgremien getragen werden, nicht im Detail äußern und bittet im Sinne aller Beteiligten um Verständnis für den Wunsch, dass nicht auf der Basis von Gerüchten bzw. ohne jeden Hintergrund geurteilt wird."

Und weiter: "Der BVB legt großen Wert auf die Feststellung, dass es sich bei der Ursache der Trennung keinesfalls um eine Meinungsverschiedenheit zwischen zwei Personen handelt. Das Wohl des Vereins Borussia Dortmund, den viel mehr als nur der sportliche Erfolg ausmacht, wird grundsätzlich immer wichtiger sein als Einzelpersonen und mögliche Differenzen zwischen diesen."

Favre ist der Favorit

Tuchel besaß beim BVB eigentlich noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2018. Neben Tuchel müssen auch Co-Trainer Arno Michels, Athletik-Trainer Rainer Schrey und Video-Analyst Benjamin Weber den Verein verlassen. Die Abfindungsregelung dürfte den BVB rund drei Millionen Euro kosten.

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Einen Nachfolger werden die Schwarzgelben nach Informationen dieser Redaktion frühestens in der kommenden Woche präsentieren. Als "heißester" Kandidat gilt Lucien Favre, der bei OGC Nizza allerdings noch bis 2019 unter Vertrag steht. Julian Nagelsmann, der ebenfalls in den Dortmunder Fokus gerückt war, hatte sich schon Ende März zu 1899 Hoffenheim bekannt.

Tuchel hatte noch am Samstag im Anschluss an das gewonnene Pokalfinale erklärt, seinen Vertrag erfüllen zu wollen, merkte aber auch an: "Ich möchte nicht naiv erscheinen und es geht auch nicht darum, Drucksituationen aufzubauen. Aber es scheint, als seien die Gespräche ergebnisoffen."

Interne Spannungen

Nach einer extrem erfolgreichen ersten Saison war es in der gerade abgeschlossenen Spielzeit immer wieder zu internen Spannungen gekommen. Nach den Niederlagen in Frankfurt und Darmstadt hatte Tuchel seine Mannschaft massiv öffentlich kritisiert.

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Auch das Verhältnis zu Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat sich in den vergangenen Monaten immer weiter abgekühlt. Ausgerechnet der Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus am 11. April brachte das Fass zum Überlaufen: Tuchel kritiserte öffentlich vehement den schnell festgelegten Nachholtermin - seine Worte richteten sich offiziell an die UEFA, indirekt aber auch an Watzke.

"Dissens" eingeräumt

Ausgerechnet am Tag vor dem vorentscheidenden Liga-Spiel gegen 1899 Hoffenheim gab Dortmunds Geschäftsführer der "Funke Mediengruppe" ein aufsehenerregendes Interview - und räumte darin einen "Dissens" zwischen sich und Tuchel ein.

Tuchel selbst war in der Öffentlichkeit für seinen Umgang mit der Situation nach dem Anschlag allgemein gelobt worden. Watzke hielt sich mit einer Bewertung indes zurück: "Ich bewerte alles rund um das Attentat natürlich auch vor dem Hintergrund dessen, was wir intern vertraulich miteinander besprochen haben und was möglich war." Im weiteren Saisonverlauf überlagerte die Trainer-Diskussion das sportliche Tagesgeschäft. 

Führungsspieler gehen auf Distanz

Nach der Nicht-Nominierung von Nuri Sahin für den Pokalfinal-Kader gingen auch Führungsspieler wie Marcel Schmelzer und Marco Reus öffentlich auf Distanz zum Trainer. Das mündete nun in der Freistellung des kompletten Trainer-Teams.

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