Der BVB und die schwierige Suche nach einer Dauerkarten-Lösung

rnBorussia Dortmund

Der BVB sucht beim Thema Dauerkarten nach einer Lösung für die kommende Saison. 55.000 Fans sind betroffen. Einen freien Tageskarten-Verkauf wird es wohl erst einmal nicht geben.

Dortmund

, 14.07.2020, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zumindest ein Termin steht mittlerweile fest. Ab dem 18. September soll die Bundesliga-Saison 2020/2021 starten. Der große Wunsch der Klubs und der Deutschen Fußball Liga (DFL) ist es, dass die Spiele dann wieder vor Zuschauern stattfinden. Ausverkaufte Stadien sind wegen der Corona-Pandemie freilich eine Illusion, aber immerhin ein gewisser Teil der Stadionkapazität soll wieder genutzt werden können.

Lokale Konzepte der Vereine sind entscheidend

Die DFL befinde sich daher, hat sie am vergangenen Freitag erklärt, im ständigen Austausch mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG), um Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für eine mögliche Wiederzulassung von Besuchern in den Stadien der Bundesliga und 2. Bundesliga zu erörtern. Dabei sei deutlich geworden, hieß es, dass „die konsequente Einhaltung höchster Infektionsschutzstandards Grundvoraussetzung“ sei.

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Entscheidend für eine Teil-Zulassung von Zuschauern seien die lokalen Konzepte der Vereine, die von den zuständigen Gesundheitsbehörden vor Ort, beim BVB also dem Gesundheitsamt der Stadt Dortmund, freigegeben werden müssten. Außerdem gehe es um die Stadioninfrastruktur sowie um An- und Abreisewege. Auch die „jeweils geltende Verordnungslage und gegebenenfalls die epidemiologische Lage vor Ort“ gelte es zu berücksichtigen.

Beim BVB wird an möglichen Konzepten gearbeitet

Für Borussia Dortmund, Inhaber des zuschauerstärksten Stadions der Liga, bedeutet das in erster Linie viel Arbeit während der Sommerpause. Es wird fleißig an möglichen Konzepten gebastelt. Am 34. Spieltag der Vorsaison wurde ein möglicher Nutzen künstlicher Intelligenz getestet, der einen reibungslosen Zuschauereinlass trotz geltender Corona-Regeln ermöglichen könnte.

In Dänemark dürfen die Fans seit Ende Juni wieder ins Stadion - mit Mindestabstand.

In Dänemark dürfen die Fans seit Ende Juni wieder ins Stadion - mit Mindestabstand. © dpa

Trotzdem bleiben viele Unwägbarkeiten. Wie entwickelt sich die Corona-Lage in Deutschland und speziell im Ruhrgebiet? Ab wann genau werden wieder Zuschauer genehmigt? Und wenn, wie viele Fans dürfen dann ins Stadion? Besonders betroffen von den vielen Fragezeichen sind Borussia Dortmunds 55.000 Dauerkarten-Besitzer. Normalerweise wird zu dieser Zeit des Jahres die Zahlung für die neue Saison fällig, doch in diesem Jahr ist wegen des Coronavirus alles anders.

Borussia Dortmund setzt auf den Faktor Zeit

Carsten Cramer, der zuständige Geschäftsführer beim BVB, sagt im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. „Wir stehen im Austausch mit den Fans und machen uns zusammen viele Gedanken. Diese Gedanken sind aber natürlich davon abhängig, wann und ob es wieder Spiele mit Zuschauern gibt - und mit wie vielen Zuschauern. Es macht einfach einen großen Unterschied, ob wir mit 5.000, 15.000 oder 25.000 Zuschauern im Stadion planen können. Deswegen ist es schwierig, beim Thema Dauerkarten schon konkret zu werden.“ Fakt sei aber, sagt Cramer, „dass wir mit dem Dauerkarten-Verkauf jetzt nicht einfach beginnen werden, sondern die Fans dann informieren werden, wenn wir wissen, wann, wie und mit welchen Einschränkungen es in der Bundesliga weitergehen kann.“

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Fest steht bereits jetzt, dass es bis zu einem ausverkauften Signal Iduna Park mit 81.365 Zuschauern vermutlich noch ein sehr weiter Weg ist. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke erklärte jüngst: „Wer von vollen Stadien träumt, der muss erst einmal weiterträumen.“ Es werde sicher nur deutlich weniger als die Hälfte der eigentlich möglichen Zuschauer in den Stadien Platz nehmen dürfen, sagte Watzke.

BVB-Fans müssen sich weiterhin in Geduld üben

Für die Fans von Borussia Dortmund, vor allem die Dauerkarten-Inhaber, heißt es also, sich weiter in Geduld zu üben. Zumindest eine Sache ist dagegen wohl schon klar: Nach Informationen der Ruhr Nachrichten gibt es intern beim BVB das klare Bestreben und Bekenntnis, zuerst die Dauerkarten-Besitzer mit Tickets für Heimspiele zu versorgen, sobald eine gewisse Zuschaueranzahl wieder erlaubt ist. Einen Tageskarten-Verkauf wird es zukünftig zunächst nur dann geben, wenn nicht genügend Dauerkarten-Inhaber Interesse an einer Heimspiel-Karte haben.

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