Gut gelaunt nach dem Schlusspfiff: BVB-Trainer Marco Rose und Jude Bellingham freuen sich über den Heimsieg gegen Augsburg. © imago / Uwe Kraft
Meinung

Der BVB unter Marco Rose: Kleine Fortschritte mit großer Wirkung

Borussia Dortmund kann ohne Erling Haaland Spiele gewinnen - das haben die Auftritte gegen Lissabon und Augsburg gezeigt. Unter Marco Rose geht der BVB den Weg der kleinen Schritte.

Auch wenn das Ergebnis unterm Strich (zu) knapp ausgefallen sein mag: Dieser 2:1-Sieg des BVB gegen den FC Augsburg war ein Schritt nach vorne. Die wichtigste Erkenntnis: Die Mannschaft ist – auch ohne Erling Haaland – in der Lage, knifflige Spiele für sich zu entscheiden.


Ohne den Norweger als Zielspieler und dominierende Figur im Angriff müssen die Schwarzgelben alternative Lösungen entwickeln, um zum Ziel zu kommen. Statt – wie zum Beispiel noch in Freiburg (und da sogar noch mit Haaland) – fast ausnahmslos den Weg durchs versperrte Zentrum zu suchen, initiieren die Dortmunder vermehrt Angriffe über die Flügel.

Das hatte auch mit Marius Wolf und Julian Brandt zu tun, die beide in der Startelf standen und die Entscheidung ihres Trainers mit guten Leistungen und gefälligen Vorstößen über die Außen rechtfertigten. Das lag aber auch an Donyell Malen, der ohne den bisweilen übermächtig erscheinenden Haaland an seiner Seite viel mehr im Mittelpunkt stand. Der Status des Alleinunterhalters an vorderster Front schien den Niederländer zu beflügeln.

BVB-Neuzugang Donyell Malen wertvoll als Stoßstürmer

Immer wieder wurde er als Anspielstation gesucht. Malen war an vielen Offensivaktionen direkt beteiligt, spielte umsichtig und holte den Elfmeter zur 1:0-Führung durch Raphael Guerreiro heraus. Malen gewinnt zusehends an Dynamik, Spielverständnis und Bindung. Ebenfalls ein wichtiger Fortschritt.

Marco Rose hatte im Vorfeld explizit erwähnt, er wünsche sich neben der bereits gegen Lissabon gezeigten Leidenschaft gegen Augsburg nun auch guten Fußball und ein anderes Maß an spielerischer Qualität. Auch in dieser Hinsicht überzeugte sein Team – wenn auch erst so richtig nach der Pause.

Fahrlässiger BVB-Umgang mit Großchancen nach der Halbzeit

Gewiss, der BVB ging in den zweiten 45 Minuten geradezu fahrlässig mit Großchancen um, die Reus und Hazard vergaben. Das verhinderte einen höheren Sieg und sorgte dafür, dass die Borussia bis zum Schluss zittern musste. Dortmund tut gut daran, die eigene Überlegenheit künftig wieder kompromissloser in Tore umzuwandeln.

Dennoch war die Leistung der Dortmunder souveräner, als es während der 90 Minuten den Anschein gehabt haben könnte. Zwar kassierten sie erneut einen (vermeidbaren) Gegentreffer. Ab der 65. Minute aber ließ der BVB keinen Torschuss der Gäste mehr zu. Fortschritte vollziehen sich selten explosionsartig und in großen Sprüngen. Die Borussia hat unter Beweis gestellt, dass es bei ihr ähnlich ist. Die Schritte sind klein, aber sie zeigen in die richtige Richtung – und das ist entscheidend.

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Cedric Gebhardt, Jahrgang 1985, hat Germanistik und Politikwissenschaft an der Ruhr-Uni Bochum studiert. Lebt aber lieber nach dem Motto: „Probieren geht über Studieren.“ Interessiert sich für Sport – und insbesondere die Menschen, die ihn betreiben. Liebt Wortspiele über alles und kann mit Worten definitiv besser jonglieren als mit dem Ball. Schickt deshalb gerne humorige Steilpässe in die Spitze.
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Cedric Gebhardt

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