Der Fall Ginter: Wolfsburgs Allofs gibt nicht auf

BVB-Verteidiger heiß begehrt

Schon aus Bremer Zeiten kennt man Klaus Allofs als hartnäckigen Verhandler. Klappt ein Transfer nicht im ersten Anlauf, kein Problem. Allofs bleibt am Ball und versucht es eben später noch einmal. So hat es der Geschäftsführer Sport des VfL Wolfsburg auch jetzt im Fall Matthias Ginter getan.

DORTMUND

, 13.08.2016, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vielseitig einsetzbar, daher auf der Wunschliste des VfL Wolfsburg weiter ganz oben: Matthias Ginter.

Vielseitig einsetzbar, daher auf der Wunschliste des VfL Wolfsburg weiter ganz oben: Matthias Ginter.

Nach Informationen dieser Redaktion hat der VfL Wolfsburg über Ginters Berater Gordon Stipic sein Interesse an einer Verpflichtung des 22-Jährigen noch einmal erneuert. Denn die Wölfe stecken in einem Dilemma in diesem Sommer. Nach einer enttäuschenden Vorsaison wollen viele Spieler weg, manchmal, wie im Fall Julian Draxler, machen sie das auch am Verein vorbei öffentlich, was nicht gerade zum Betriebsfrieden beitragen dürfte. Im Gegenzug fällt es dem Klub schwer, Spieler vom Verein und dem Konzept zu überzeugen.

In den Vordergrund gespielt

Im Juli ist Allofs erstmals bei Borussia Dortmund vorstellig geworden. Naldo hatte sich zum FC Schalke 04 verabschiedet, Dante, der allerdings in den Planungen ohnehin keine große Rolle mehr spielt, stand und steht auf der Wunschliste von OSG Nizza. In der Defensive gibt es Handlungsbedarf, wie der Hamburger SV fingen sich aber auch die Wolfsburger einen Korb. Der BVB plane mit Ginter, ließ Sportdirektor Michael Zorc verlauten, man habe kein Interesse, ihn abzugeben. Klaus Allofs nahm dies zähneknirschend zur Kenntnis.

Zorc harte Haltung machte durchaus Sinn, denn nach einem sehr durchwachsenen ersten BVB-Jahr konnte sich Ginter in der abgelaufenen Spielzeit deutlich in den Vordergrund spielen. 40 Pflichtspiele machte er, das hätte er auch selbst nach seiner schwachen Vorsaison wohl so nicht erwartet.

Zunächst Aushilfsrechtsverteidiger

Ins Blickfeld rückte Ginter bei seinem neuen Trainer Thomas Tuchel erstmals im kleinen Örtchen Skien in Norwegen, wo der BVB in der Qualifikation zur Europa League gefordert war. Dort überzeugte Ginter als Aushilfsrechtsverteidiger und war fortan auch wegen der Verletzung von Lukas Piszczek gesetzt.

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In seinen ersten zehn Liga-Spielen auf dieser Position steuerte er zwei Treffer und sieben Vorlagen bei. Das Niveau konnte Ginter dann nicht ganz halten, aber er hatte seine Vielseitigkeit unter Beweis gestellt – was ihn prompt für andere Klubs interessant machte. Wegen der unvermindert großen Konkurrenz in der Defensive scheint Ginter einem Tapetenwechsel nicht abgeneigt zu sein. Schon im vergangenen Sommer flirtete er heftig mit Borussia Mönchengladbach, auch dieser Wechsel kam nicht zustande.

Passlack bekommt seine Chance

Gerade auf der Rechtsverteidiger-Position ist der BVB allerdings nicht allzu üppig besetzt - dort fehlt Tuchel momentan nicht nur Olympia-Fahrer Ginter als Alternative zu Piszczek. Ungewiss ist auch, wie schnell Erik Durm wieder zur Verfügung steht. In den Tests im Trainingslager in Bad Ragaz durfte sich daher Nachwuchs-Spieler Felix Passlack als Rechtsverteidiger versuchen. 

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