Der FC Bayern zeigt schwächelndem BVB die Grenzen auf

1:3-Niederlage im Topspiel

Für eine weiter schwächelndes Borussia aus Dortmund gerät das Bundesliga-Topspiel des elften Spieltags zu einer bayrischen Machtdemonstration. Der in allen Belangen überlegene Rekordmeister distanziert seinen ärgsten Verfolger beim 1:3 (0:2) aus Dortmunder Sicht deutlich.

DORTMUND

, 04.11.2017 / Lesedauer: 5 min
Der FC Bayern zeigt schwächelndem BVB die Grenzen auf

Arjen Robben (hinten) schlenzt den Ball ins Tor, BVB-Torhüter Roman Bürki ist chancenlos. © dpa

Die Treffer von Robben (17.), Robert Lewandowski (37.) und David Alaba (67.) stellten einen hochverdienten Sieg der Münchner sicher. Marc Bartra sorgte in der Schlussphase für Ergebniskosmetik (87.). Für die Dortmunder kommt die Länderspielpause hingegen zur rechten Zeit. Nach nur einem Pflichtspiel-Sieg in den letzten sieben Partien muss Trainer Peter Bosz muss den Reset-Knopf drücken und dringend ein Rezept finden, um die Köpfe freizubekommen.


Bosz, der Verfechter der alten Hollandschule mit einem klaren 4-3-3, er hatte sich etwas einfallen lassen vor diesem Top-Spiel, das gefühlt zwei Mannschaften aufeinandertreffen ließ, deren Gemütslage unterschiedlicher kaum hätte sein können. Hier die vor Selbstvertrauen strotzenden Bayern, unter Jupp Heynckes mit einer makellosen Bilanz, da die Schwarzgelben in einer Phase, in der dringend die Stopp-Taste gedrückt werden muss, um die vielen negativen Gedanken zu vertreiben.

Modifiziertes 4-2-3-1-System

Das Spiel könne eine Chance sein, hatte Bosz erklärt, und er setzte im Mittelfeld auf eine veränderte Statik. Es war ein modifiziertes 4-2-3-1, das er spielen ließ, sowohl Aufstellung als auch Personal richteten den BVB etwas defensiver aus als zuletzt, etwas mehr auf Sicherheit bedacht. Gonzalo Castro rückte in die Mannschaft, er bespielte den Zwischenraum vor und neben Julian Weigl, Shinji Kagawa stieß von der Zentrale aus immer wieder in die Spitze, um Bayerns Spielaufbau über die Innenverteidiger Niklas Süle und Mats Hummels zu stören.

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Bundesliga, 11. Spieltag: BVB - FC Bayern München 1:3 (0:2)

04.11.2017
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Bilder des Bundesliga-Spiels zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München.© dpa
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Was sofort auffiel: Der BVB, in der Liga bislang immer die Mannschaft mit einem deutlichen Plus an Ballbesitz, wollte den Gästen davon deutlich mehr geben, um dann nach Ballgewinnen Nadelstiche zu setzen.

Laufintensives Geschäft

Das freilich war ein sehr laufintensives Geschäft. Wie die Hasen jagten die Borussen der Kugel hinterher, doch Situationen wie die, als Martinez in der Zentrale gegen Castro den Ball verlor, der die Unordnung nutzte und schnell auf Yarmolenko spielte, gab es viel zu selten. Der Schuss des Ukrainers hätte das 1:1 bringen können, Sven Ullreich im Bayern-Tor vereitelte den Treffer mit einem Fuß-Reflex (30.).

Diese Szene bildete den Auftakt wilder drei Minuten, in denen es dem BVB gelang, Bayern durch giftiges Pressing in Verlegenheit zu bringen. Kagawa scheiterte bei einem zweiten Konter nach starkem Dribbling von Christian Pulisic noch am Außenpfosten (32.). Zuvor hatte Roman Bürki mit einem Klasse-Reflex gegen Lewandowski das 0:2 verhindert (31.).

Gute Raumaufteilung der Bayern

So offen wie in dieser kurzen Phase konnte Borussia Dortmund die Partie auf Strecke allerdings nicht gestalten. München beeindruckte mit einer großen Passsicherheit und guter Raumaufteilung - und die Bayern nutzten die Schwachpunkte beim Gegner konsequent aus. So lief die deutliche Mehrzahl an Angriffen über die rechte BVB-Seite, wo Marc Bartra gegen Kingsley Coman und den vorrückenden David Alaba kein Land sah - auch deshalb allerdings, weil Yarmnolenko es mit der Defensivarbeit nicht so genau nahm.

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Eine lange Fehlerkette begünstigte zudem das 0:1: Julian Weigl verlor gegen Alaba ein Kopfballduell, Thiago durfte den Flügelwechsel auf James Rodriguez spielen, Ömer Toprak kam zu spät gegen Robben, der mit links sehenswert vollendete (17.). Ein Klassiker des Niederländers.

Topraks böser Stellungsfehler

Mit der Führung im Rücken wurde Bayerns Dominanz immer offensichtlicher. Topraks böser Stellungsfehler machte für Lewandowski den Weg frei, der Pole aber vertändelte (34.). Doch wie beim 0:1 agierte der BVB dann auch beim zweiten Gegentor viel zu passiv. Diesmal gewann Martinez ein Kopfballduell, weder Joshua Kimmich noch Lewandowski wurden dann nach der Seitenverlagerung energisch gestört. Dass Weigl den Hackentrick des Polen unglücklich und unhaltbar für Bürki abfälschte, kam noch hinzu (37.).

Mit dem Spiel auf die Gelbe Wand beschwor Stadionsprecher Norbert Dickel die Wende nach der Pause, doch zunächst musste Dortmund tief durchatmen, als Lewandowski per Kopf völlig frei das 0:3 vergab. Bürki rettete spektakulär (48.).

Bürki ist machtlos

Doch sie wollten es natürlich noch einmal wissen. Über den starken Pulisic initiierte die Borussia gleich zwei gefährliche Szenen, die letzte Konsequenz fehlte im Abschluss nicht nur bei Aubameyang, der sich bemühte, aber glücklos blieb.

So überstanden die Roten die erste Angriffswelle des BVB nach der Pause, es gelang den Bayern zunehmend, den Dortmunder Druck zu kontrollieren. Und defensiv musste Dortmund mehr Risiko gehen und Räume hergeben - so kam Lewandowskis frei vor Bürki nach tollem Passs von Robben zum Lupfer. Der Ball ging allerdings deutlich am Tor vorbei. Drei Minuten später machten es die Bayern. Wieder durfte Alaba ungehindert flanken, Bürki war machtlos (67.).

Bartra mit dem Ehrentreffer

Nach dem dritten Gegentor waren die Köpfe unten bei allen in Schwarzgelb, die Hoffnung, mit einem Erfolg im Topspiel "vieles schnell geradezurücken", wie es nicht nur Nuri Sahin sich gewünscht hatte, sie erfüllte sich nicht.

Bayerns Anhang feierte die Machtdemonstration ihrer Mannschaft noch mit einer dummen Pyro-Aktion, die die komplette Nordkurve in dichten Nebel hüllte. Als sich der verzogen hatte, verpasste Aubameyang, dessen Schuss an Ullreich hängen blieb, noch seinen elften Saisontreffer (74.) - die Torflaute des Gabuners geht mit der Krise seiner Mannschaft weiter einher. Marc Bartra gelang mit einem schönen Schuss aus spitzem Winkel immerhin noch der Ehrentreffer (87.).

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