Der rasante Aufstieg des BVB-Trainers Hannes Wolf

Neuer Coach des VfB Stuttgart

Es war ein schicksalhafter Tag für Hannes Wolf. Der 22. Januar 2009. Der damalige Westfalenliga-Trainer des ASC 09 nahm den Pokal für Dortmunds Sportler des Jahres entgegen, tauschte am Abend noch seine Nummer mit dem damaligen BVB-Trainer Jürgen Klopp aus. Das lockere Gespräch mit Jürgen Klopp führte zu einer rasanten Trainerkarriere, die jetzt beim Zweitligisten VfB Stuttgart vorerst haltmacht.

DORTMUND

, 21.09.2016 / Lesedauer: 3 min
Der rasante Aufstieg des BVB-Trainers Hannes Wolf

Vom BVB zum VfB: Hannes Wolf ist im Profigeschäft angekommen.

Jürgen Klopp war damals begeistert vom Auftritt des heute 35-jährigen Wolf. Er lud den diplomierten Sportwissenschaftler ein, lernte ihn und seine Ansichten über den Fußball näher kennen. Das Ergebnis: Zur Spielzeit 2009/10 wechselte Wolf zum BVB. Erst als Co-Trainer der U23. Später gewann er zwei Mal mit der U17 und einmal mit der U19 des Klubs die Deutsche Meisterschaft.

Große Fußstapfen

Vor seiner Zeit beim BVB hinterließ Wolf schon beim ASC 09 große Fußstapfen. Er führte den Klub von der Bezirks- in die Westfalenliga. Als er beim ASC einstieg, war er gerade einmal 25 Jahre alt. Und er prägte eine neue Trainergeneration im Dortmunder Amateurfußball. Plötzlich vertrauten viele Klubs jüngeren Trainern. Trainern wie Axel Schmeing oder Adrian Alipour.

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Bilder aus der Karriere des Hannes Wolf

Bilder aus der Karriere des Hannes Wolf.
20.09.2016
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Bilder aus der Karriere des Hannes Wolf.© Foto: imago
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Bilder aus der Karriere des Hannes Wolf.© Foto: Ludewig
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Bilder aus der Karriere des Hannes Wolf.© Foto: Laryea
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Wolf hatte es vorgemacht, dass Autorität nichts mit dem Alter, sondern mit Leistung zu tun hat. Er genießt noch heute einen exzellenten Ruf bei den Dortmunder Fußballern. „Er ist mein Vorbild“, sagt Adrian Alipour, der seit Montagabend neuer Trainer des Fußball-Oberligisten ASC 09 Dortmund ist. Dort, wo Wolf seine ersten Aufstiege als Trainer feierte. Wolf verlor nie den Kontakt zu den Amateurfußballern. Er ermöglichte zuletzt Alipour eine vierwöchige Hospitation bei der U19 des BVB. „Es ist unglaublich, was Hannes als Trainer alles weiß. Ich konnte so viele gute Dinge aus der Zeit saugen, die mich auf jeden Fall weiterbringen werden“, sagt Alipour.

Hochmoderne Trainingsmethoden

Sein großes Fachwissen hat Wolf stetig erweitert. Schon beim ASC ging er professionell an seine Aufgabe heran. Seine Trainingsmethoden waren für einen Bezirksligisten hochmodern, und er gab seinen Jungs sogar Ernährungstipps. Er war einer der ersten im Dortmunder Amateur-Fußball, der ohne Libero spielen ließ. Er ging weg von der Mann- und hin zur Raumdeckung.

„Hannes ist einzigartig, ein unglaublicher Analytiker. Und das Beste ist, er ist immer bodenständig geblieben“, sagt zum Beispiel Giovanni Schiattarella. Der heutige Coach des Landesligisten Arminia Marten war Spieler unter Hannes Wolf. Schiattarella ist überzeugt davon, dass Wolf sich auch beim VfB Stuttgart durchsetzen wird. „Egal, wie abgezockt seine Spieler auch sind, Hannes hat eine unglaublich gute Rhetorik und unendlich viel Fachwissen. Er wird sich nichts vormachen lassen. Er wird sein Ding durchziehen“, sagt Schiattarella.

"Wir haben noch viel Kontakt"

Heiner Brune war es, der Hannes Wolf als 25-Jährigen verpflichtet hatte. Der damalige Vorsitzende der Aplerbecker Fußballer. „Es war für uns und Hannes ein Sprung ins kalte Wasser. Ich habe ihm aber vertraut. Und was daraus geworden ist, weiß ja jeder“, sagt Brune. Er bestätigt, dass Wolf bodenständig geblieben ist. „Wir haben noch viel Kontakt. Zuletzt haben wir erst am Sonntag gesprochen“, sagt Brune.

Schon als Spieler war Wolf auf dem Weg zum Profi. Als Spieler des TuS Iserlohn erhielt er eine Einladung zum Probetraining beim 1. FC Nürnberg. Er überzeugte, wurde beim Club Vertragsamateur. Erst das Pfeiffersche Drüsenfieber und dann eine Fersenverletzung stoppten seine Karriere als Spieler.

Studium der Sportwissenschaften

Er kam zurück nach Dortmund, begann ein Studium der Sportwissenschaften in Bochum und fing als Spielertrainer beim Schwerter B-Ligisten SG Eintracht Ergste an, bevor er zum ASC 09, später zum BVB und nun zum VfB Stuttgart wechselte. Eine rasante Entwicklung. Von der Kreisliga B in die 2. Bundesliga. Und das in gerade einmal elf Jahren. 

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