DFB verhängt milde Strafen für Hooligans

Stadionverbote

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat gegenüber den 88 Hooligans, die am 11. Februar zum Bundesliga-Spiel zwischen Darmstadt 98 und dem BVB reisen wollten, Stadionverbote zwischen vier und 24 Monaten ausgesprochen. Das bestätigte der DFB. Der Großteil der Randalierer kommt vergleichsweise glimpflich davon.

DORTMUND

, 02.03.2017, 16:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
DFB verhängt milde Strafen für Hooligans

Der DFB hat gegen 88 Personen ein bundesweit gültiges Stadionverbot verhängt, zum Teil allerdings nur für recht kurze Dauer.

Rund zwei Drittel der gewaltsuchenden Hooligans werden nur für sechs Monate oder weniger aus den Arenen der Republik ausgeschlossen. Sprich: Nach der Sommerpause könnten Kriminelle, die mit Kampfhandschuhen, Sturmhauben, Drogen und Schmerzmitteln unterwegs waren, wieder ins Stadion schlendern.

Hendrik Große Lefert, der Sicherheitschef des DFB, sprach nach der Erteilung der Stadionverbote von einem konsequenten Durchgreifen seitens des DFB und der Vereine: „Diese schnelle Entscheidung ist ein weiteres deutliches Zeichen gegen Gewalt rund um Fußballspiele.“ Bei der Bemessung des Strafmaßes dürften sich die teils polizeibekannten Hooligans, denen die Stadionverbote in den vergangenen Wochen schriftlich zugestellt wurden, allerdings gewundert haben. Auch Fachjuristen wie Fananwalt Dr. Andreas Hüttl bewerten die Dauer der Stadionverbote als „eher im unteren Bereich angesiedelt“.

Niedriges Strafmaß

DFB-Mann Große Lefert erklärte gestern: „Ausschlaggebend für die unterschiedliche Länge ist vor allem das Alter der Personen, aber auch die Tatsache, ob sie früher auffällig geworden sind.“ Dem Verein Borussia Dortmund ist es vorbehalten, seinerseits ein längeres lokales Stadionverbot zu verhängen. Die Hooligan-Problematik wird den BVB auch darüber hinaus weiter beschäftigen. Gestern tauchte in der Stadt ein Foto von einem Graffito auf, auf dem Klubboss Hans-Joachim Watzke unverhohlen bedroht wird. Unterzeichnet ist das Werk mit „0231 Riots“, dem Rudel von rund 80 teils rechtsradikal gesinnten Gewalttätern, das im und rund ums Stadion bereits seit Längerem für Ärger sorgt. 

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