Die Kurve des Erik Durm zeigt nach oben

Aufregendes DFB-Jahr

Sein sechstes Länderspiel wird sich kaum nachhaltig in Erik Durms Gedächtnis brennen. Der BVB-Senkrechtstarter spielte gegen Gibraltar eine unspektakuläre Partie. Vor dem letzten DFB-Auftritt in diesem Jahr in Spanien darf Durm für sich reklamieren, zu einer festen Größe in der deutschen Nationalmannschaft herangewachsen zu sein.

NÜRNBERG

, 17.11.2014, 22:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Kurve des Erik Durm zeigt nach oben

Bundestrainer Joachim Löw (r.) setzt bislang nicht auf Erik Durm.

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3,31 lautete Durms sehr ordentlicher Notenschnitt nach seiner Premieren-Saison als Profi, aktuell steht er bei 3,94 und wurde gedrückt durch Spiele wie die gegen Hamburg, Hannover oder in München, die Erik Durm wohl abhaken muss unter dem Aspekt, dass er ja immer noch in der Lernphase seiner jungen Karriere ist. Grundsätzliche Zweifel an seinen Fähigkeiten aber sind weder im Verein noch im Kreis des DFB angezeigt.

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Es sind wohl eher die normalen Schwankungen, die ein junger Spieler wie Erik Durm im ersten Drittel der Saison durchgemacht hat. Dazu kamen die Folgen einer WM-Teilnahme, gekrönt mit dem Titelgewinn. Ein emotionales Ausnahmeerlebnis ja nicht nur für einen 22-Jährigen. Zeit zur Verarbeitung blieb Erik Durm danach gerade mal in der kurzen Phase seines Sommerurlaubs. Gut drei Wochen, länger nicht. Marcel Schmelzers anhaltendes Verletzungspech forderte Durm in der laufenden Saison gleich mehr, als es Trainer Jürgen Klopp ihm wohl zumuten wollte.

In Nürnberg spielte Durm als Teil einer von Löw umgebauten Defensiv-Formation. Fußball-Zwerg Gibraltar hatte der Bundestrainer als idealen Gegner ausgemacht, um wie der FC Bayern mal von Vierer- auf Dreierkette umzustellen. „Allzu viel“, meinte Durm nach dem glanzlosen Erfolg, „hatten wir ja dennoch nicht zu tun.“ Ein Großteil der unzähligen Angriffsversuche auf das Tor von Gibraltar lief über die rechte Seite, wo sich dann auch Shkodran Mustafi als einer aus dem Defensiv-Trio noch mit einschaltete. Durm dosierte seine Attacken, die Außenbahn vor ihm besetzte allerdings auch in Lukas Podolski einer, der selber gern das Eins-gegen-Eins mit abschließender Flanke sucht.

Spätestens nach dem Abpfiff wird auch Erik Durm ganz schnell wieder umschalten. Dann zählt bis zum Jahresende nur noch Borussia Dortmund und die Mammutaufgabe, in der Liga das Feld von hinten aufrollen zu müssen. „Wir hatten keine leichten Wochen“, gibt Durm zu, „aber die Leistungen sind ja seit einigen Wochen wieder besser.“

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Beim 1:0 gegen Gladbach zeigte auch Durms Kurve wieder nach oben. Er scheint gewappnet für einen internen Zweikampf, den er bislang kaum führen musste. Jetzt ist Marcel Schmelzer wieder gesund. Freiwillig wird aber auch Durm seinen Platz nicht räumen. Dirk Krampe

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