Die Viererkette des BVB ist die Quadratur des Kreises

Champions League

Die BVB-Abwehr stellt sich gegen Tottenham von selbst auf. Improvisation gehört in der Defensive zum Alltag. 4 Positionen. 8 Verteidiger. 30 Spiele. 15 verschiedene Abwehrketten. 1 Problem?

Dortmund

, 13.02.2019, 12:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Viererkette des BVB ist die Quadratur des Kreises

Die vermeintlich beste Innenverteidiger-Lösung: Dan-Axel Zagadou (l.) und Manuel Akanji standen zuletzt am 1. Dezember zusammen auf dem Platz. © imago

Weiter ohne Manuel Akanji (Reha nach Hüftproblemen) und nun auch noch ohne Julian Weigl (grippaler Infekt) und erneut ohne Lukasz Piszczek (Schmerzen an der Ferse): Vor allem in der Abwehrreihe stürzt Borussia Dortmund von einer Verlegenheit in die andere. Bei Tottenham Hotspur muss beim BVB in der Champions League wieder eine andere Formation ran. „Es bringt nichts, über abwesende Spieler zu sprechen“, sagt Trainer Lucien Favre genervt. Ihn treibt die Sorge um, dass die erneut umgebaute Defensive Probleme bekommt.

Konstanz geht anders

Denn es ist eine verblüffende Statistik: Nur zwei Viererketten spielten in dieser Saison mehr als zweimal zusammen. In den 30 bisherigen Partien schickte Favre 15 (!) verschiedene Abwehr-Formationen aufs Feld. Konstanz geht anders. Nur Rechtsverteidiger Piszczek mit 23 Startelf-Einsätzen kann als Konstante gelten, Abdou Diallo verteilt seine 24 Berufungen auf drei unterschiedliche Positionen.

Die Viererkette des BVB ist die Quadratur des Kreises

Kontinuität in der Viererkette - Fehlanzeige bei Borussia Dortmund. Aus unterschiedlichen Gründen muss Trainer Lucien Favre immer wieder umstellen. © Grafik: Klose

Bei Favre stößt das Wechsel-dich-Spiel nur auf geteilte Zustimmung. Einerseits lässt er gerne eine Stammformation ran, vor allem in den wichtigeren Begegnungen. Andererseits, erklärte er vor einer Woche, ist Rotation aufgrund der großen Belastungen in den Englischen Wochen für ihn „obligatorisch. Sonst wird es irgendwann zu viel für die Spieler - körperlich wie mental.“

Eine komfortable Sicherheit

Mit seinem bevorzugten Innenverteidiger-Pärchen Akanji/Zagadou hat er exakt diese Erfahrung machen müssen. Im Herbst sorgten die beiden Abwehrrecken für Stabilität und eine komfortable Sicherheit, als die Offensive nicht mehr Tore am Fließband produzierte. Doch der Preis dafür, das stellte sich im Nachhinein heraus, war sehr hoch. „Und was passiert am Ende?“, ärgerte sich Favre und gab die Antwort selbst: „Beide waren lange verletzt.“

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Nur zum Saisonstart hatte sich eine Formation festgespielt: Die Routiniers Piszczek und Marcel Schmelzer auf den Außenbahnen, Akanji und Diallo im Zentrum. Das ging, inklusive der ersten Runde im DFB-Pokal und dem Auftakt in der Champions League, sechs Mal hintereinander auf. Es folgten Verletzungen und eine Sperre, Rotation und Notlösungen. Die zuletzt eingesetzte Konstellation mit dem defensiven Mittelfeldspieler Julian Weigl in der Innenverteidigung neben Piszczek, Diallo und Achraf Hakimi gilt mit vier Berufungen inzwischen als etablierte Gruppierung. Diese Option ist wegen Weigls und Piszczeks Ausfall in England keine.

Sieben Gegentore in drei Spielen

Schmelzer fehlte wegen eines Knochenödems mehr als zwei Monate. Dan-Axel Zagadou, zeitweise erste Wahl als linker Innenverteidiger, musste seit Anfang Dezember aussetzen und kehrt erst jetzt in den Kader zurück. Bei Akanji dürften aufgrund seiner Hüftprobleme, die er seit Mitte Dezember konservativ behandeln lässt, noch weitere Wochen Ausfallzeit hinzukommen. Er ist ansatzweise ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Mit seinem Comeback ist nicht vor März zu rechnen.

Die Viererkette des BVB ist die Quadratur des Kreises

Achraf Hakimi (M.) hatte in den vergangenen Wochen mit Formschwankungen zu kämpfen. © dpa

Bis zur vergangenen Woche mit sieben Gegentoren in drei Spielen hatte sich die Unruhe in der hintersten Verteidigungslinie gar nicht mal negativ bemerkbar gemacht. Inzwischen erwächst aus den Formschwankungen gerade bei jungen Spielern wie Diallo (22) und Hakimi (20) Sorgenpotenzial. Doch Alternativen stehen selten bereit.

Zwei Wettbewerbe bleiben

Durch das Aus im DFB-Pokal hat sich Borussia Dortmund unfreiwillig aus einem von drei Wettbewerben verabschiedet. In der Champions League und im Titelkampf in der Bundesliga will der BVB sehr gerne im Rennen bleiben. Einiges wird davon abhängen, wie die Personalkonstellation in der Viererkette aussieht.

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