Diese fünf Dinge muss der BVB beim Spiel gegen Werder Bremen besser machen

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Vor allem die Art und Weise, wie Borussia Dortmund beim 2:2 in Frankfurt den Sieg verspielte, tat weh. Wir nennen fünf Dinge, die am Samstag gegen Werder Bremen besser laufen müssen.

Dortmund

, 27.09.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

1. Mehr Mut

Nach der 1:0-Führung schaltete Borussia Dortmund beinahe umgehend in den Verwaltungsmodus. Statt auf das 2:0 zu spielen, das einer in der ersten Hälfte sehr müden Eintracht wohl schon den K.-o. verpasst hätte, setzte der BVB auf Spielkontrolle durch Ballkontrolle und Geduld.

Ein nicht neues Phänomen beim BVB - in Köln brachte erst die Umstellung auf ein (offensiveres und mutigeres) 4-3-3 nach dem Rückstand die Wende, in Berlin kehrte Trainer Lucien Favre allerdings sofort wieder zu seinem Lieblingssystem zurück. Mehr Druck auf den Aufsteiger hätte die Niederlage vielleicht abwenden können.

Zunächst beinahe unmerklich entglitt der Borussia auch in Frankfurt die Hoheit über eine Partie, die sie bis dahin klar beherrscht hatte. Auch nach dem 2:1 versäumte es Dortmund, den dritten Treffer nachzulegen. Die Angst, Fehler zu machen, war größer als der Wille, mit mutigen und klaren Angriffen das Spiel endgültig für sich zu entscheiden.

2. Mehr Konzentration

In der Dortmunder Abwehr ging es in Frankfurt vogelwild zu – vor allem nach der Auswechslung von Mats Hummels fehlte ein Kopf, der als Dirigent die Viererkette zusammenhält. „Wir verteidigen nicht mit voller Stärke“, sagt Mittelfeldspieler Thomas Delaney, „wir machen das nicht so gut, wie wir das können.“

Eine bezeichnende Aussage. Gefordert ist allerdings auch die Offensive. Gegen Barcelona überdeckte die Freude über ein tolles Spiel der Borussia die frappierende Abschluss-Schwäche. In Frankfurt wurde der verschwenderische Umgang mit guten Chancen dann schmerzhafter bestraft.

Auch das Thema Konzentration beschäftigt Borussia Dortmund schon eine geraume Weile. Leichte Fehler, die wichtige Punkte kosteten, zogen sich wie ein roter Faden schon durch die Rückrunde der vergangenen Spielzeit.

3. Mehr Einheit

Die Stärke des BVB war in der Vergangenheit der große Zusammenhalt. Wenn Marco Reus und Delaney die Defensive kritisieren, Torhüter Roman Bürki die Offensive und das Auslassen bester Torchancen, spricht das nicht dafür, dass alle gemeinsam an einem Strang ziehen.

Mit den Sommer-Verpflichtungen hochkarätiger Spieler wie Mats Hummels, Julian Brandt, Nico Schulz und Thorgan Hazard hat sich zudem der Konkurrenzkampf deutlich verschärft. Brandt zum Beispiel ist es aus Leverkusen nicht gewohnt, nach nur einer schwächeren Leistung sofort auf die Bank zu rotieren.

Weil Borussia Dortmund nur wenige Verletzte zu beklagen hat, gibt es Woche für Woche Härtefälle. Die zu moderieren, ist für den Trainer und die sportliche Leitung eine Herausforderung.

4. Mehr Führungs- und Lautstärke

Axel Witsel, Marco Reus, Roman Bürki, Mats Hummels, dazu noch Lukasz Piszczek – Borussia Dortmund hat genügend Erfahrung im Kader. Dem Quintett, das auf dem Rasen die zentrale Achse des BVB-Spiels bildet, gelingt es in engen Spielen aber zu selten, als Anker für die (jüngeren) Mitspieler zu fungieren. Es ist sehr ruhig auf dem Platz, gerade in kritischen Spielsituationen würde man sich klare Kommandos und Ansagen der erfahrenen Spieler häufiger wünschen.

“Nicht jeder, der Mentalität mitbringt, kann sie auch sofort ins Team einbringen“, sagt dazu der ehemalige BVB-Manndecker Martin Kree, der mit der Borussia 1997 die Champions League gewann. „Mentalität muss wachsen, dafür braucht man Geduld.“ Bei einem Axel Witsel zum Beispiel, der auf dem Platz immer voran geht, kommt die Sprachbarriere hinzu. Emotionale Reden in der Kabine kann man sich von ihm kaum vorstellen.

5. Mehr Emotionalität

Im Dortmunder Fan-Block in Frankfurt machte sich Resignation breit. Der Verlauf der zweiten Spielhälfte, hieß es aus Fankreisen, habe sich erahnen lassen. „Wir wussten, dass wir noch das Gegentor kriegen.“ Eine fatale Entwicklung, die begünstigt wurde durch die Vielzahl der Spiele, in denen es Borussia Dortmund nicht gelungen ist, lange überlegen geführte Partien nach Hause zu spielen.

Diese fünf Dinge muss der BVB beim Spiel gegen Werder Bremen besser machen

Mehr Emotionen könnten dem BVB auf dem Platz helfen. © imago images/Jan Huebner

Auch in Frankfurt strahlte die Mannschaft Machtlosigkeit aus, als die Eintracht immer stärker wurde. Der Eindruck verfestigt sich, dass es dieser Mannschaft zu selten gelingt, gegen aggressive Gegner Widerstände zu überwinden. In diesen Phasen braucht die Mannschaft auch ihren Trainer, sie braucht klare Anweisungen – und wenn nötig, auch mal einen deutlichen Anschiss.

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