Dosenöffner Piszczek - Sokratis in bester Stürmer-Manier

BVB-Einzelkritik

Borussia Dortmund musste sich knapp eine Hälfte lang schütteln, bevor die 1:2-Niederlage in München aus den Gliedern verschwunden war. Nach dem Führungstor von Marco Reus kam der BVB dann besser in Schwung - und holte gegen Galatasaray Istanbul trotz einer kurzen Schwächeperiode letztlich hochverdient den vierten Sieg im vierten Champions-League-Spiel. Die Borussen in der Einzelkritik.

DORTMUND

, 04.11.2014, 22:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dosenöffner Piszczek - Sokratis in bester Stürmer-Manier

Sokratis machte ein bärenstarkes Spiel gegen Galatasaray.

Der Rechtsverteidiger darf sich seit dem gestrigen Abend offiziell als Erfinder des Dosenöfffner-Passes fühlen. 39 Minuten lang spielte der Pole arg unauffällig bis mäßig, dann steckte er Reus ein dermaßen gutes Zuspiel zu, dass Dortmunds Offensivkraft leichtes Spiel hatte und zum 1:0 einnetzte. Das Gegentor zum 1:2 durch Balta (71.) ging allerdings auf sein Konto. Es passte zu seinem durchwachsenen Auftritt.

Nach Mats Hummels‘ Ausfall rotierte der Unglücksrabe von München diesmal in die Startelf. Trotz dieses Vertrauensbeweises wackelte der Serbe zunächst, sein Fehlpass in die Galatarasay-Zentrale (14.) war nur ein Beispiel dafür. Mit zunehmender Spieldauer kam die Sicherheit zurück.

Der Grieche hätte auch einen guten Ringer abgegeben, so wie er sich manchmal in die Zweikämpfe wirft. Nicht immer wird das vom Schiedsrichter belohnt. Anstelle eines Freistoßes für sich bekam er daher einmal einen Freistoß gegen sich – weil er im Fallen den Ball in die Hand genommen hatte (41.). Seine auffälligsten Szenen hatte der Innenverteidiger diesmal in der Offensive: Erst küsste sein Kopfball die Latte (25.), dann traf er nach der Pause in bester Strafraumstürmer-Manier zum 2:0 (56.).

Nach der Herkulesaufgabe gegen Robben am vergangenen Samstag wartete diesmal in Hamit Altintop ein etwas kleineres Kaliber auf den Linksverteidiger – und das tat ihm merklich gut. Immer wieder schaltete sich der Weltmeister in die Offensive ein, leider vergaß er dabei des öfteren, dass er ja auch einen linken Fuß mit sich herumträgt.

Wie schon gegen die Bayern begann der Armenier im rechten defensiven Mittelfeld. Da Galatasaray jedoch wesentlich zurückhaltender attackierte als die Bayern, blieb ihm genug Zeit, sich offensiv einzubringen. Mehr als ein schöner Hackentrick vor Kagawas Großchance (35.) kam dabei nicht herum.

Dortmunds Sechser verrichtete gegen Galatasaray gewohnt unauffällig und solide seine Abräumer-Aufgaben. 

Dem BVB-Routinier fiel diesmal neben seiner destruktiven Kerntätigkeit bei gegnerischem Ballbesitz auch noch die Aufgabe zu, selbst Angriffe zu initiieren. Zuweilen wagte er dabei etwas zu mutige Pässe, entsprechend hoch fiel seine Fehlpassquote aus. Insgesamt aber mit einer gewohnt souveränen Partie, die er mit der Vorlage zum 2:0 garnierte (56.).

Im Hinspiel hatte Dortmunds sprintender Torjäger noch brilliert, diesmal jedoch hatte Istanbul seine Lektion gelernt. Freie Räume boten sich dem Gabuner nur auf dem Flügel. Gefährlich vors Tor kam er nur einmal, scheiterte aber knapp (83.). Dafür aber bereite er das 3:1 durch Immobile vor (74.).

Der Xabi-Alonso-Abfängjäger vom vergangenen Wochenende fand sich erneut in der Offensivzentrale des BVB wieder – und wies dort abermals seine Qualitäten im Pressing und Gegenpressing nach. Sein Außenristschuss (35.) hätte ein Tor verdient gehabt, so sehenswert war er, er traf aber nur das Außennetz. Musste nach der Pause mehrere unerfreuliche Mutproben bestehen – und zwar immer dann, wenn eine Ecke vor dem Galatasaray-Block anstand.

Engagiert gegen den Ball, engagiert mit dem Ball – das Arbeitszeugnis des Dortmunder Topstars fiel 39 Minuten lang zufriedenstellend aus, was fehlte, war der Ausschlag nach oben. Dann spielte ihn Piszczek herrlich frei, der Rest war Formsache – 1:0 (39.).

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