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"Dreht bitte nicht durch"

Klopp im Interview

"Dreht bitte nicht durch", riet Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp am Freitagabend einem Dutzend Medienschaffenden. Und das wenige Minuten nachdem "Kaiser" Franz Beckenbauer den Journalisten im Rausch des Adrenalins exklusiv diktiert hatte, BVB-Juwel Mario Götze und Real Madrids Mesut Özil würden "schon jetzt auf einem Level" spielen.

DORTMUND

von Aufgezeichnet von Sascha Fligge

, 05.08.2011, 23:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit großen Teilen des BVB-Spiels zufrieden: Jürgen Klopp.

Mit großen Teilen des BVB-Spiels zufrieden: Jürgen Klopp.

Ich war heute knappe 70 Minuten mit dem Spiel sehr zufrieden, knappe 49 Minuten lang hat man gesehen, dass wir geduldig genug waren, um sauber in die richtigen Räume zu spielen. Danach war die Mannschaft allerdings zu ungeduldig. Nach und nach hat sie den Zugriff verloren, da war ein Konzentrationsabfall zu bemerken. Am Ende wurde es gefühlt nochmal enger als es hätte sein müssen. Aber nochmal: Mit ganz großen Teilen dieses Spiels kann ich sehr zufrieden sein und will jetzt auch keine übertriebene Kritik anbringen.

Die beiden mögen sich eben und sind nette Kerle. Aber mal im Ernst: Ich habe in der vergangenen Woche ein Gespräch mit den Beiden geführt. Nicht zu streng, aber es ging um Zielstrebigkeit. Wissen Sie, man kann sich auch verstricken in manch einer Aktion, wenn man immer wieder nur den anderen sucht. Es gab bei uns noch kein Problem in dieser Hinsicht, aber ich habe mir gedacht, dass ich das alles lieber thematisiere, bevor so ein Problem entsteht. Im Übrigen: Wenn wir schon über ein richtig gutes Auftaktspiel sprechen, dann bitte nicht nur über Kagawa und Götze. Der Dosenöffner war gegen Hamburg eindeutig Robert Lewandowski. Wie er vor dem 1:0 den Ball runterpflückt, das muss man erst mal schaffen.

Ich habe früh im Spiel gemerkt, dass die Automatismen funktionieren, dass das Selbstbewusstsein da ist. Und natürlich war ich froh. Aber wir drehen jetzt nicht durch.

Mit Verständnis. Es wird kein Problem zwischen uns geben. Ich habe mit Sebastian gesprochen und ihm erklärt, warum er nicht spielt. Wer in dieser tollen Mannschaft dabei sein will, der muss damit leben, dass er keine 50 Saison-Partien macht. Ich treffe immer Entscheidungen für die Spieler, die auflaufen. Und keine gegen die, die nicht auflaufen. Sebastian Kehl trainiert klasse, für Moritz Leitner und Ivan Perisic gilt das auch. Ich habe keine Argumente, sie nicht von Anfang an aufzustellen. Aber mir bleibt nichts anderes übrig, als harte Entscheidungen zu treffen.

Er hat sich am Mittwoch einen Muskelfaserriss zugezogen – kurioserweise hat er ihn erst spät wahrgenommen. Die Kernspintomographie hat dann die Diagnose gebracht. Es ist ein kleiner Riss, Neven wird zwar auch noch für das Auswärtsspiel in Hoffenheim ausfallen. Aber danach steht er wieder zur Verfügung.

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