Ein Auswärtssieg in St. Petersburg mit Beigeschmack

BVB-Fanreporter: Tag 4

Für den BVB ist es "nur" eine sportliche Herausforderung, für zwei Münsteraner Fußballfans dagegen das größte Abenteuer des Jahres: Felix Lange und Pjer Biederstädt begleiten den BVB zum Champions-League-Achtelfinale nach St. Petersburg - und bewegen sich dabei zu Land, zu Wasser und in der Luft.

ST PETERSBURG

von Felix Lange und Pjer Biederstädt

, 26.02.2014, 18:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Auswärtssieg in St. Petersburg mit Beigeschmack

Aus dieser Perspektive verfolgten Felix Lange und Pjer Biederstädt die Partie.

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Danach wird es langsam ruhig im Stadion. Alle Fans von Zenit sind bereits gegangen, der Dortmunder Anhang muss wegen der obligatorischen Blocksperre noch etwa eine Stunde im Stadion bleiben. 

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„Schieber!Schieber!“ und „Zieher! Zieher“-Rufe hallen durch das leere Rund, zur Anfeuerung der bereits abbauenden Arbeiter, die mit kleinen Wägelchen über die Laufbahn rollen. Die dort abgestellten Mülltonnen werden kurzerhand zu Basketballkörben umfunktioniert und Treffer lautstark gefeiert. Den Humor lassen sich Fußballfans offensichtlich nicht so leicht verderben. 

Dabei war die Anspannung groß, schon während des gesamten Spieltags. Geschichten über Angriffe auf BVB-Fans machten schnell die Runde und aus den Gerüchten wurden leider Wahrheiten. Am Treffpunkt waren blutige Nasen und blaue Augen zu sehen. Nicht wenige berichteten von unangenehmen Begegnungen mit Zenit-Fans. Fast alle Dortmunder waren neutral gekleidet und Gesänge gab es keine am Treffpunkt. Eine ungewohnte Atmosphäre bei Auswärtsspielen des BVB.   

Per Schiff nach Tallinn leider unmöglich. Alternative für morgen: Sieben Stunden Busfahrt! pic.twitter.com/DWEGfWKKwY

— BVB-Fanreporter (@BVB_Fanreporter)

Die Abfahrt der Shuttle-Busse verzögerte sich, etwas später als geplant ging es dann aber in Richtung Petrowski-Stadion. Vor Ort waren viele Sicherheitskräfte, aber es gab nur einen Eingang für beide Fanlager. Die Besatzung unseres Busses wurde als letzte zum Stadion geführt, was die Sorgen nicht wirklich kleiner machte. Dazu wurde sehr gründlich kontrolliert, nicht nur wir verpassten den Anpfiff und die ersten beiden Tore.

Als wir dann ins Stadion kamen, war aber erstmal alles vergessen. Die Mannschaft führte und machte keine Anstalten, das Spiel noch aus der Hand zu geben. Wir waren froh, dass es endlich um Fußball ging. Die Stimmung im Stadion war trotz des deutlichen Spielverlaufs friedlich.   

Andrij ist St. Petersburgs bester Gastgeber, aber über die Katzencollagen im Frühstücksraum sprechen wir nochmal... pic.twitter.com/36o28p3lC8

— BVB-Fanreporter (@BVB_Fanreporter)

Einige Zenit-Fans tauschten Schals mit Dortmundern, auch wenn dies der Polizei nicht immer gefiel und applaudierten sogar den BVB-Spielern, als diese vom Feld gingen. Anerkennung und Respekt, wo man ihn nicht erwartet hatte. Bei einem Fußballspiel in Russland ist vieles anders als in Deutschland, aber eben nicht alles.  

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